Wie lernen wir als Gesellschaft wieder, Fakten von Fakes zu unterscheiden?
Heute treffe ich Theo Koll im Aufzug.
Theo ist einer der erfahrensten TV-Journalisten Deutschlands. Er war dort, wo politische Entscheidungen entstehen, in Berlin, London, Paris, mitten im Geschehen. Er leitete das ZDF-Hauptstadtstudio, moderierte Berlin direkt, führte Interviews mit den wichtigsten politischen Akteurinnen des Landes.
Seine Aufgabe: Nicht selbst Politik machen, sondern sie verständlich machen. Er kann ermöglichen, dass Menschen verstehen, wie Entscheidungen entstehen, wie Macht funktioniert und wie Gesellschaft gestaltet wird.
Theo Koll spricht von einem wachsenden Vertrauensverlust in die Politik, von gesellschaftlicher Spaltung und Unzufriedenheit.
Ich frage mich, wenn man so nah an der Macht ist, kann man sie dann wirklich noch neutral beobachten? Oder wer entscheidet eigentlich, welche Geschichten erzählt werden und welche nicht?
Aufzugtür auf für Theo Koll!
[00:00:04] Bist du bereit für die nächste Aufzug-Fahrt?
[00:00:06] Dann steig ein.
[00:00:07] Hast Du Dich schon mal gefragt, woher der Begriff Elevator Pitch eigentlich kommt?
[00:00:12] Wir bei Schindler verbringen seit hundertfünfzig Jahren unser Berufsleben mit Aufzügen und dabei begegnen uns natürlich auch die spannendsten Geschichten rund um dieses besondere Verkehrsmittel.
[00:00:21] Ob der Elevater Pitch wirklich im Aufzug entstanden ist, hörst Du am Ende dieser Folge.
[00:00:27] Viel Spaß mit Im Aufzug Wünsch Schindl.
[00:00:37] Theo ist einer der erfahrensten TV-Journalisten Deutschlands.
[00:00:41] Er war dort, wo politische Entscheidungen entstehen in Berlin London Paris mitten im Geschehen.
[00:00:47] Er leitete das ZDF Hauptstadtstudio moderierte Berlin direkt für die Interviews mit den wichtigsten politischen Akteurinnen des Landes.
[00:00:55] seiner Aufgabe nicht selbst Politik waren sondern sich verständlich machen.
[00:01:01] er kann ermöglichen dass Menschen verstehen wie Entscheidungen entstehen wie Macht funktioniert und wie gesellschaftlich gestaltet wird.
[00:01:09] Theo Kolt spricht von einem wachsenden Vertrauensverlust in die Politik, von gesellschaftlicher Spaltung und Unzufriedenheit.
[00:01:17] Ich frage mich wenn man so nah an der Macht ist kann man sie dann wirklich noch neutral beobachten?
[00:01:23] oder wer entleidet eigentlich welche Geschichten erzählt werden?
[00:01:26] Und welche nicht?
[00:01:29] Aufzugt ihr auf für Theo Kold!
[00:01:35] Hattest du schon einen Awkward Moment im Aufzug?
[00:01:39] Ich finde Aufzüge eigentlich generell was Gutes.
[00:01:42] Ehrlich gesagt, ich bin immer froh wenn es einen gibt.
[00:01:48] Ich bin mal in Asien in einem Aufzug im Hotel gewesen und ich muss dazu sagen... ...ich bin einst neunzig also relativ groß!
[00:01:58] Und die Tür ging auf und es kam eine Basketball-Mannschaft rein.
[00:02:04] Ich glaube aus Südkorea wo man eigentlich ja nicht denkt dass die Riesen sind.
[00:02:08] Es waren alles Riesen und plötzlich stand ich da irgendwie ... mein einst neunzig und fühlte mich sehr klein.
[00:02:15] Also das war aber nicht awkward.
[00:02:19] Was ich sehr in Erinnerung habe, ist die beiden Kollegen von Frontal-Einundzwanzig.
[00:02:26] damals hieß es ja... Die Schlussartiere machen toll!
[00:02:31] Bernadolier und Andreas Wiemers zwei wunderbare Kollegen haben mich mal sehr auf den Arm genommen weil ich immer in den Abnahmen Von ihnen verlangt habe, wo ist die zweite Ebene?
[00:02:43] Macht nicht platte Scherze.
[00:02:45] Sondern ich möchte das hier eine zweite ebene, intellektuelle Ebene mit einbringt in eure Satire und hab sie damit offensichtlich so genervt dass Sie mir zum Abschied einen kleinen Film gemacht haben auf der Suche nach der zweiten Ebene Und sind es im Aufzug rauf und runter.
[00:03:01] dann haben wir zweite Ebne gesucht.
[00:03:03] Das war einfach herrlich und unvergessen.
[00:03:05] Ich musste gerade daran denken, als du gesagt hast, dass du in Asien und Aufzügen unterwegs bist.
[00:03:10] Es gibt Länder, in denen viel geht, reizende Etage weil das Unglück
[00:03:14] bringt.
[00:03:15] Genau ich weiß aber nicht ob es da so war...
[00:03:20] Du bist viel mit Kanzlern in Kontakt gewesen, mit Präsidentinnen, mit Papsten.
[00:03:25] vor welchen Begegnungen warst du persönlich am wöchselsten?
[00:03:29] Gibt's da einen Moment wo du gesagtest wow
[00:03:32] Also Papste waren nicht dabei Aber die anderen Reichlich Den Papst glaube?
[00:03:39] ich habe in meinem Leben ersetzt durch auch eine Kirchenchefin, nämlich die der anglikanischen Kirche, die Queen.
[00:03:47] Die habe ich ein paar Mal treffen dürfen und ehrlich gesagt war ich da wahrscheinlich am nervösesten weil es ja um Königin ein ganzes Set an Regularien gibt.
[00:04:01] Darf's ja nicht die Hand geben, ohne dass sie die Hand hinstreckt mit Handschuhe und so weiter... Und Queen Elizabeth hat eine wirklich Aura gehabt!
[00:04:14] Also die hatte eine ganz kleine Person, eine großartige Ausstrahlung und Kollegen haben, als sie ihr das erste Mal vorgestellt wurde.
[00:04:23] Da steht dann der Zeremodienmeister, da hat die Liste der Leute, die ihr hervorgestellt werden, dann sagt er so, dass es jetzt so und so vom deutschen Fernsehen ist.
[00:04:34] Dann begrüßt sich die Königin und auf den Fotos, die gemacht wurden konnte man offensichtlich erkennen, dass ich die Hacken zusammengeschlagen
[00:04:43] habe.".
[00:04:44] Ich bin kein Militär.
[00:04:46] Aber die war einfach so beeindruckend, dass ich dachte, ich muss mich da jetzt die Hacken zusammenschlagen.
[00:04:53] Gibt es wirklich so viele Möglichkeiten, wo man das falsch machen kann?
[00:04:59] gibt's da auch so viele Sicherheitsnetze.
[00:05:01] Unendlich,
[00:05:01] unendlich!
[00:05:02] Also ich meine Donald Trump hat ja und es gibt ja viele Berichte darüber das Leute sich dann am Arm gefasst haben oder meinten sie müssten Sie jetzt führen?
[00:05:11] Oder umarmen usw.
[00:05:14] Aber er war ja dann derjenige der sich ein bisschen teubhäufig benahm.
[00:05:17] In der Tat.
[00:05:17] Aber
[00:05:18] als Interviewer... also ich kenne es so wenn ich sagen wir mal im Politikerinnen in der oberen Ebene kenne bis zum Bahnchef die haben ja dann auch vom Protokoll, die einem genau sagen wo man stehen muss wie man das machen muss und so weiter.
[00:05:32] Ja absolut also Kürdighin gibt ja keine Interviews.
[00:05:36] aber beispielsweise im Gespräch mit ihr gibts ganz feste Regel.
[00:05:40] und wenn sie dann am Schluss hat sich in der Regel gesagt how very interesting?
[00:05:47] Und das war eigentlich das Ende des Gespräches.
[00:05:49] Das kann man aber natürlich missverstehen, dass man denkt.
[00:05:51] Die Königin sagt dir gerade das ist wahnsinnig interessant was du sagst nein sondern die sagt okay das war's!
[00:05:58] Wow da hätte man tatsächlich in die Falle tappen können.
[00:06:01] Gab es einen Moment wo du tatsächlich meine Falle getappt bist?
[00:06:04] Wo du dachtest wow am liebsten wäre ich jetzt im Erdboot versunken?
[00:06:13] Im Umgang mit den Royals gab es natürlich so Momente nicht im Erdboden versunken, aber wo ich gemerkt habe wie trainiert die sind in ihrem Sozialverhalten.
[00:06:28] Also wirklich perfekte Kommunikatoren!
[00:06:31] Ich hab mal eine kleine Runde erlebt mit dem jüngsten Sohn von der Königin Edward.
[00:06:37] Die sind ja alle im Grunde in königlichen Diensten und da gab es ein kleines Abendessen.
[00:06:45] Er ging im Grunde von einem zum anderen und redete mit jedem nur eine Minute.
[00:06:50] Man hatte nachher das Gefühl, dass war ein richtig gutes Gespräch.
[00:06:55] Und dann merkt man einfach wie trainiert es ist.
[00:06:58] Wie trainiert die sind, dich da mitzunehmen und dir gleichzeitig das Gefühl zu geben... Das war jetzt ein gutes Gesprächen, obwohl es ja in der Regel sehr oberflächlich bleibt.
[00:07:12] Dann dauern wir die Karte zurück.
[00:07:15] In deren Welt ist es ja wahrscheinlich fünfmal am Tag.
[00:07:18] Und für dieses Jahr auch sehr schwer, dann dieses eine Highlight zu finden sich zu merken und zu entdecken
[00:07:25] und zu führen.
[00:07:26] Aber das ist übrigens etwas was auch den... ich bin kein Monarchist.
[00:07:31] aber was den Wert dieser Monarchien in Großbritannien ausmacht also dass sie auf eine gewisse Art unpolitisch bleiben und trotzdem so dieses überaller politikschwebende verbindende Element haben, dann auch die Nationen Krisenzeiten zusammenzuführen.
[00:07:53] Also das ist etwas was Präsidenten bei uns nicht immer schaffen.
[00:08:02] Ja, das kann ich verstehen.
[00:08:04] Komm mit zum Anfang deines Lebens, eines Werdegangs.
[00:08:08] gab es in deinem In deinem Leben ein Wendepunkt, wo du gemerkt hast, das verändert alles.
[00:08:18] Kommt mir zu deinem Werdegang!
[00:08:20] Gab es in deinem leben den Wendelpunkt?
[00:08:23] Wo du gemerkt hast ab jetzt wird alles anders.
[00:08:27] Ja also auf einer sehr persönlichen Ebene.
[00:08:32] Den gab es dramatisch weil mein Vater verstarb als ich vierzehn war und Das hat für mich fast alles verändert.
[00:08:44] Also ich war eigentlich vorgesehen, mein Vater hat ein kleines Handwerksunternehmen und in zweiter Generation und das sollte ich eigentlich als ältester Sohn das übernehmen.
[00:09:04] deswegen habe ich auch nur die mittlere Reife erst mal gemacht.
[00:09:11] Mein Vater war dann länger krank und verstarb dann.
[00:09:14] Und das war natürlich dramatisch, den Vater zu verlieren.
[00:09:20] Und gleichzeitig war es auch für mich ein sofortiges Erwachsenwerden.
[00:09:28] Dann auch die Möglichkeit, wenn meine Mutter sagte, Junge du kannst das machen, dass dir Freude macht?
[00:09:34] Und dann habe ich Abitur gemacht und hab studiert und bin Journalist geworden.
[00:09:37] also in dieser ganzen Dramatik lag dann eben auch ein Stück selbstbestimmtes... ...selbstbestimmte Freiheit.
[00:09:48] Das heißt, du hattest vorher das Gefühl dein Karriereprat war vorgeplant?
[00:09:53] Ja also ich hätte, ich wäre sicher mit meinem Vater in eine lange Auseinandersetzung gegangen aber ich kann das jetzt nicht genau sagen wie vorgezeichnet ist wirklich dann oder Gezwungen es dann gewesen wäre.
[00:10:11] Aber so war der familiäre Gedanke, dass ich das mache und ... Ich vermute mal, dass mich auch durchgesetzt hätte, aber es wär sehr viel schwieriger gewesen.
[00:10:23] Und wie bist du auf die Idee gekommen in den Journalismus zu gehen?
[00:10:27] Das war in den Jahren ... War's auch extrem ... glaub ich.
[00:10:32] modisch also in die Medien zu gehen.
[00:10:36] War jetzt nicht so fern.
[00:10:39] Für mich war es sehr schnell, sehr früh klar.
[00:10:43] Ich wollte einerseits das Gesamtgesellschaftliche begleiten ohne selber Politik zu machen und dann waren Medien eigentlich relativ klar.
[00:10:57] Und da habe ich im Studium – ich hab politische Wissenschaft studiert und vieles andere – während des Studiums verschiedene Harten von Journalismus ausgetestet, also Nachrichtenagentur, Monatzeitschrift, Tageszeitung, Radio und Fernsehen.
[00:11:17] Und dann war am Ende für mich klar, Fernsehen ist eigentlich für mich das Perfekte weil ich alleine arbeiten kann und gleichzeitig aber mit anderen zusammen.
[00:11:28] Es gibt so diese beiden Elemente und man vereint ganz viele Talente.
[00:11:34] In Sendungen, in Berichten ist ja nicht nur dein Text oder das was du machst.
[00:11:39] Es ist eben die gute Kamerade, gute Ton der perfekte Schnitt und daraus entsteht etwas Gemeinsames und das fand ich auch immer faszinierend.
[00:11:50] Im Vorbespräch hast Du gesagt dass man ist dann in so dem Nachrichtenstrom wenn man quasi in der Gedaktion sitzt weil da einfach kausen Nachrichten am Tag auf einen Niederprasseln wie viele Zeitung liest Du am Tag?
[00:12:04] Also ich hab in den meisten Zeiten acht Zeitungen gelesen, so sechs bis acht am Tag.
[00:12:12] Wow!
[00:12:13] Oft ja online und am Vorabend.
[00:12:17] Jetzt sind es im Moment ... nach dem also zwei mindestens, Süddeutsch-und FHZ lese ich jeden Tag aber das können auch mehr sein.
[00:12:26] Aber der Nachrichtenstrom war einerseits die Zeitung für einen aktuellen Journalisten ist es viel wichtiger, dann die Agenturen zu lesen.
[00:12:39] Das sind ja auch viele hundert am Tag und gleichzeitig auch die Hintergrundgespräche zu führen.
[00:12:44] Und hier – meine letzte Stelle war ja als Studioleiter in Berlin – und da bist du natürlich in ständigen Hintergrund-Gesprächen mit Politikern, die alle dir ihre Version erzählen, ihre Perspektive.
[00:13:00] aber wenn du mit allen sprichst hast du im Grunde ein Gesamtbild Und das ist extrem wichtig, dass du aus allen Hintergründen erfährst einerseits was war los andererseits was will x oder y dir als seine Wirklichkeit verkaufen?
[00:13:20] und aus diesem Spannungsverhältnis all dieser Perspektiven entsteht auch ein großes Wissen.
[00:13:26] Das ist dann für die Grunde für die Einordnung extrem gut und wichtig.
[00:13:32] Ich habe jetzt ein Leistungskurs, nur Politikwissenschaften gehabt.
[00:13:35] Du hast Politikwissenschaften studiert und dann später arbeitest du in dem Bereich permanent quasi.
[00:13:44] Welche Illusion über Politik die du hattest?
[00:13:49] zuvor?
[00:13:49] bei im Studium oder auch in der Schule lernt man ja so ihre eigene Lehre von Politik.
[00:13:55] und wie das so ist welche Illusion musstest du aufgeben?
[00:13:59] Ich glaube nicht, dass ich Illusionen aufgeben musste weil ich mir keine Illusion über Politik gemacht habe.
[00:14:08] Politik in Deutschland ist ja immer ein sehr zähes Geschäft also in der bundesdeutschen Geschichte gewesen.
[00:14:17] Ich erinnere mich, während des Studiums für eine englische Zeitung auch gearbeitet als Assistent des Korrespondentens und Erinnere sehr gut dessen Ungeduld mit der deutschen Politik.
[00:14:29] Er sagte, bei euch ist alles so zäh und so langsam und das dauert oder kommt noch der Bundesrat usw.
[00:14:36] Unser deutsches System ist ja nach fünfundvierzig genauso komponiert worden dass wir im Grunde ein sehr langsamer Strom an Entwicklung sind, immer alles kontrolliert und so weiter damit wir auf keinen Fall wieder aus dem Ruder laufen politisch.
[00:14:53] Das macht es sehr konzentriert und auch stabil.
[00:14:58] das ist mal klammer auf jetzt im Moment ja auch etwas was uns wahnsinnig bremst in der Veränderung.
[00:15:06] Und gleichzeitig hat es bei mir eben als Student dazu beigetragen dass ich wie jetzt nicht irgendwelche überbordenden Erwartungen hatte, sondern wusste es ist Max Weber's Buren ganz dicker Bretter.
[00:15:21] Wenn man im ZDF arbeitet dann sind ja viele Sendungen die vorbereitet werden für jeden Tag und in einem Wochenend.
[00:15:30] Da gibt es sicherliche Redaktionskonferenzen wo dann abgestimmt wird.
[00:15:33] okay ihr macht das Thema wir machen das Thema gibt es eigentlich auch über die ARD also mit der ARD zusammen.
[00:15:41] Ja, es gibt auf der Supra-Ebene also bei den Chefredaktionen eine Abstimmung über Sondersendung.
[00:15:49] Weil ist ja so dass wir versuchen... Also wir ZDF bieten um neunzehn Uhr Nachrichten an.
[00:15:56] die Tagesschau kommt dann um zwanzig Uhr und dann haben wir das heute um viertel vor zehn und dann kommen tages Team.
[00:16:01] Es ist bewusst so gestaffelt wenn jemand am Abend wann immer er Zeit hat kann er dann die Abendnachrichten sehen Und wenn es Sondersendungen gibt, versuchen wir das zu koordinieren damit wir nicht parallel im Grunde uns gegenseitig Konkurrenz machen.
[00:16:21] Wir hatten gestern zum Beispiel jetzt die Situation eines März-Spezial nach der Reformentscheidung und die hatte einen Brennpunkt.
[00:16:32] also man stimmt sich da ab Aber in den Redaktionen gibt es natürlich keinerlei Abstimmung, sondern da sind wir befreundete Konkurrenzen.
[00:16:41] Schönes Wort!
[00:16:43] Ich deine immer Mitstreiterinnen.
[00:16:46] Du hast im Berufsleben viel Zeit damit verbracht politische Entwicklungen einzuordnen ohne selbst letztendlich auch als politischer Akteur aktiv zu sein?
[00:16:58] Wie schwer fällt es dir neutral zu sein.
[00:17:02] und gleichzeitig Ist Neutralität, was ja auch immer gesagt wird, Journalismus muss nicht neutral sein.
[00:17:09] Auch ein Wort, das man benutzt um bloß die Verantwortung zu übernehmen?
[00:17:15] Also ich glaube, Neutralkeit ist in der Tat nichts, was man erreichen kann.
[00:17:22] wir alle haben als Menschen Positionen.
[00:17:27] Das wäre, glaube ich eine Illusion wenn man sagt also Ich bin neutral aber was mir extrem wichtig war und ist, ist eine durchgängige Unabhängigkeit.
[00:17:39] Und meine Erfahrung ist das es wirklich... Also die Zuschauer, die Leser, die Zuhörer haben ein sehr feines Gespür dafür ob jemand sich auf eine Seite schlägt.
[00:17:56] Ich habe immer versucht diese Unabhängigkeit ... in meiner Arbeit einfließen zu lassen und zu behalten.
[00:18:06] Und am Ende ist das Beste, was du also aus meiner Sicht... ...was du erreichen kannst, ist dass dir Menschen zurecht vertrauen,... ...dass du so gut du kannst unabhängig die Dinge beurteilt und einordnest... ...und damit auch eine gewisse Glaubwürdigkeit erreichst.
[00:18:26] Ich glaube, das ist... Jetzt gerade in diesen Zeiten, in denen wir sind mit Social Media und KI.
[00:18:34] Die Wahrheit kommt gerät ins Rutschen.
[00:18:38] Und ich meine das genauso dramatisch wie ich es sage.
[00:18:41] Wir sind in einer Zeit wo wir eine mediale Zeitenwende haben und wir haben uns noch gar nicht ausreichend klar gemacht wie dramatisch das ist.
[00:18:51] Hannah Arendt hat ja darüber gearbeitet Wie gefährdet die die Wahrheit dann ist?
[00:18:57] Trump missbraucht das jetzt dramatisch.
[00:19:00] Also diese Ansage von seinem ehemaligen Mitarbeiter flat the zone is shit, also schütte alles zu mit einem Mist... Wenn du Lüge propagierst und als eine Parallel-Wahrheit, also diese chumpische Strategie da einführst dann Hast du am Ende ein unglaublicher Gefahr, dass die Wahrheit ins Rutschen gerät?
[00:19:37] Dass sie erst mal zerfasert wird und dann am Ende weiß keiner mehr so richtig was es war.
[00:19:43] Und da glaube ich ist es die Aufgabe von uns Journalisten glaubwürdig zu sein und Vertrauen zu verdienen!
[00:19:56] Wenn man sich so Interviews mit dir anschaut, also wo du interviewt wirst.
[00:19:59] Gibt's gar nicht so viele was ich interessant finde oder auch fortregend von dir sich anschaut dann redest du viel über die Wählerinnen und ZuschauerInnen usw.
[00:20:11] Und alles hat sich verändert und das stimmt ja übrigens wahrscheinlich auch.
[00:20:15] haben sich nicht auch Medien verändert und hat sich nämlich auch die Politik verändert dass sie auch Verantwortung tragen für die Veränderung an der Gesellschaft?
[00:20:24] absolut Ja, absolute richtige Analyse und Diagnose.
[00:20:28] Ich glaube wirklich dass wir sind in einer Phase der Individualisierung die ja weit fortgeschritten ist und das führt dazu dass wir einen gewissen demokratischen Diskurs den wir hatten ... in dieses berühmte Lagerfeuer der Demokratie.
[00:20:45] Alle haben gemeinsam die gleichen Nachrichten gesehen?
[00:20:48] Genau, also bis hin zu Wetten das!
[00:20:51] Also ein Psychologe hat das mal beschrieben... Das Phänomen war beschrieben Thomas Gottschalk, der war zugleich Gott und Schalke für die Nation.
[00:21:02] Aber im politischen Sinne hatten wir gemeinsame Analysen, gemeinsame Einordnungen und so weiter.
[00:21:10] Und das geht natürlich dramatisch verloren jetzt!
[00:21:13] Ich habe es noch mal nachgeschlagen.
[00:21:15] Tiktok hat über einen Komma fünf Milliarden User.
[00:21:22] Das ist die größte jemals bestehende mediale Plattform der Geschichte.
[00:21:32] Für Junge ist das natürlich die Hauptinformationsquelle Und gleichzeitig ist es so, dass über neunzig Prozent dessen was du auf deinem Tiktok-Account siehst hast du selber gar nicht abonniert.
[00:21:44] Sondern das wird dir für den Algorithmen reingeschmunt.
[00:21:47] Die sogenannte For You Page!
[00:21:49] Ja
[00:21:50] und da sind wir in einem Punkt wo du im Grunde von einem Algorithmus den wir gar nicht kontrollieren können Wir wissen nicht wie der funktioniert.
[00:21:59] Das
[00:21:59] lasst nur die Chefredaktion waren ist jetzt der Alkohol.
[00:22:03] Ja, aber das ist natürlich kontrolliert.
[00:22:06] Das ist ja kein Black Box sondern da sitzen Leute die das professionell gemacht haben, die jederzeit kontrolliert werden und so weiter.
[00:22:14] also da sind wir in einer dramatischen Veränderung.
[00:22:18] Du bist ja auch im Kuratorium der Aktienmensch.
[00:22:20] Kannst du es verstehen wenn Betroffene, also in dem Fall Menschen mit Behinderungen sagen dass Politikerinnen Wohlfahrtsverbände Und Medien, vor allem überbehilderte Menschen reden und viel zu selten mit ihnen bzw.
[00:22:38] Menschenverbinderungen auch gar nicht an Entscheidungen beteiligt sind?
[00:22:43] Ich kann das verstehen!
[00:22:44] Also aus Sicht der Aktion Mensch jetzt nicht weil da sind wir glaube ich ganz gut unterwegs.
[00:22:49] Ich bin ja also im Kuratorium.
[00:22:52] Wir entscheiden über die Fördermaßnahmen.
[00:22:55] Da ist eine ganze Reihe von Kollegen, Kolleginnen die eigene Erfahrung haben, wenn Menschen mit Behinderung sind oder Kinder haben.
[00:23:07] Also ich glaube da sind wir sehr dicht dran.
[00:23:12] In der Politik ist das Problem in Anführungsstrichen dass wir als repräsentative parlamentarische Demokratie ein Verfahren haben unsere Stimme delegiert haben.
[00:23:28] Wir haben Menschen gewählt im Parlament, die jeweils für alle entscheiden und das Verfahren ist dadurch in allen Bereichen dass die, die wir gewählt haben sich dann kundig machen um die Entscheidung zu treffen.
[00:23:46] In den Ausschüssen werden alle angehört Und dann fällen diese Vertreter für uns alle die Entscheidungen Und das gilt natürlich für alle Bereiche.
[00:23:57] Insofern muss man aufpassen, dass man dann nicht sagt also in einzelnen Bereichen sollte das rausgenommen werden, dass die Betroffenen selber entscheiden sondern wir müssen sicherstellen, dass jeweilig Betroffene und es gilt ja jetzt gerade auch in dieser Reformphase in allen Bereichen, dass sie ausreichend gehört dass die Positionen einfließen und sich dann in diesem politischen Prozess umsetzen.
[00:24:30] Aber woher glaubst du entsteht dieses Gefühl, vor allem von Menschen mit Behinderung, die sagen es wird alles eher schlechter?
[00:24:41] Die da oben machen was sie wollen.
[00:24:43] wir können noch so viele Anhörungen Beteiligung Stellungnahmen abgeben am Ende entscheidet doch ja die Wirtschaft.
[00:24:52] Ja, ich glaube das ist eines dieser Paradoxen die wir haben.
[00:24:59] Die Mehrheit der Menschen im Land sehr für Integration und Inklusion sich ausspricht und wenn es dann hart auf hart geht sind andere Sachen wichtiger und das erleben wir leider gesellschaftlich immer wieder
[00:25:20] Und da sind ja nicht nur die Wähler innen, sondern eben auch die gewählten.
[00:25:24] Genau!
[00:25:24] Die vertreten dann im Grunde diese Mehrheit, die zwar sagt – ich bin dafür aber dann….
[00:25:32] Wie könnte man das lösen?
[00:25:39] Also wir haben jetzt gerade dieses neue BGG... glaube ich ein kleiner Fortschritt, so nehme ich es jedenfalls wahr.
[00:25:49] Es ist nicht so weitgehend wie es sein sollte.
[00:25:52] Das ist wirklich nur ein kleiner Schritt aber zumindest mal jetzt das öffentliche Gebäude verpflichtet sind also dass in den öffentlichen Gebäuden barrierefrei herrschen muss und so.
[00:26:04] Ich glaube es braucht mehr Menschen als dich und zwar auch im Sinne von gesamtgesellschaftlicher Präsenz.
[00:26:17] Wir haben uns ja kennengelernt beim Maischberger.
[00:26:19] Ja!
[00:26:21] Und da fand ich es genau richtig, dass du im Grunde... Du bist da und nicht als Protagonist von Menschen mit Behinderung und zu den Themen sondern zu allem.
[00:26:32] Dass du kenntnisreich bist und gefragt wirst und einfach ein normaler Präsent bist.
[00:26:40] Und davon glaube ich braucht's viele weil das ... dann auch in anderes Bewusstseinschaft.
[00:26:48] Sind da jetzt eigentlich, also ich kann aus dem Nähgästchen plaudern... Die Meistergerkredaktion hatte mir erzählt, dass sie mich schon länger auf der Liste hatten an potenziellen Gästen,... ...dass das Studio aber nie barrierefrei war?
[00:27:02] Ja!
[00:27:03] So und es heißt, da finden ja Auslösen statt von denen ich vorher nie wusste,...
[00:27:07] ...und Sie
[00:27:07] überhaupt
[00:27:07] gibt's?!
[00:27:08] Und es gibt bestimmt noch viel, viel mehr Ausschlüsse.
[00:27:11] Ja.
[00:27:12] Wo man doch so sehr will ... Ich kenne viele Menschen mit Binderungen, die über das Thema Spelten würden und könnten.
[00:27:17] Die aber diese Chance gar nicht bekommen, diese Gläser in der Decke zu nicht brechen.
[00:27:22] Weil das Stuhl, den ich bei Gerufgeil war oder weil man nicht an sie gedacht hat.
[00:27:25] Weil Behinderte im Fernsehen nur über Behinderung gehen.
[00:27:30] Was können wir tun?
[00:27:32] Das ist ein wichtiger Punkt, das bewusstzumachen.
[00:27:35] War der Redaktion wahrscheinlich lange nicht bewusst?
[00:27:39] Bei Maibert Ilner, glaube ich ist es ein eben-erdiges Studio.
[00:27:44] Ich habe auch von dort gesendet aber das sind genau die zentralen Punkte.
[00:27:50] Gleich geht's weiter!
[00:27:51] Eine gute Aufzugfahrt ist ganz schön auffällig.
[00:27:54] mit Steady kannst du aber diesen Podcast finanziell unterstützen.
[00:27:58] selbst einen kleiner monatlicher Beitrag hilft mir und meinem Team dabei den Podcast unabhängig zu produzieren und voranzubringen.
[00:28:07] werde jetzt supporter in und erhalte exklusiven Zugang zu neuen Folgen.
[00:28:12] Und wenn du das möchtest, wirst du sogar namentlich hier im Podcast erwähnt!
[00:28:16] Alle Informationen findest du auf im-aufzug.de.
[00:28:20] Ein herzliches Dankeschön geht diese Woche an die großzügigen Unterstützerinnen und Unterstützer Linda Birgit und Claudia.
[00:28:28] Schön dass ihr da seid.
[00:28:30] Ende der Servicedurchsage viel Spaß beim zweiten Teil der Folge.
[00:28:39] Was muss anders werden, wenn du etwas verändern könntest?
[00:28:43] Was würdest du sofort
[00:28:44] tun?".
[00:28:48] Also für mich wäre das Wichtigste eine umfassende gleichberechtigte Bildungsschoß.
[00:28:59] Ich glaube wir müssen als Industrienation viel mehr in Bildung investieren weil das ist der sogenannte Rohstoff den wir selbst kreieren können und es gibt ja keine gleichberechtige oder keine Gleichheit.
[00:29:21] Wohlhabende Menschen, die selber Akademiker sind, haben einen ganz anderen Input in ihre Kinder als jemand der aus einer Bildungsferneschicht kommt – ich habe das selber erlebt!
[00:29:31] Also da ist es viel schwieriger.
[00:29:34] aber Das können wir uns nicht mehr leisten.
[00:29:38] Und das dürfen wir uns auch unter keinem Aspekt leisten, nicht nur wirtschaftlich sondern einfach auch unter der Gleichheit.
[00:29:47] und das wäre für mich etwas ganz, ganz Wesentliches dass wir versuchen da die besten Bildungschancen zu ermöglichen.
[00:30:02] nach ihrer Legislatur erst Wirkung entfalten.
[00:30:05] Und in dem Moment Ihrer Legislatur erstmal nur Geld kostet, wie kriegen wir quasi diese Langzeitigkeit und sinnvolle Entscheidungen zu treffen wieder implementiert?
[00:30:16] Du hast mich ja gerade quasi aufgefordert zu träumen.
[00:30:19] also das wäre etwas was ich vorschlagen würde wenn ich es könnte oder umsetzen könnte.
[00:30:26] Ich finde es durchaus überlegenswert, ob man eine Legislatur nicht verlängert.
[00:30:30] Dass man sagt wir sind bei fünf Jahren.
[00:30:32] ich finde das auch einen vernünftigen Gedanken die Wahlen in den Bundesländern zu synchronisieren dass wir nicht ständig getrieben sind.
[00:30:41] aber jetzt sind in XY sind doch wahlen und dann kann die Partei so und so sich nicht bewegen Und muss erstmal diese Landtagswahl abwarten.
[00:30:50] also Das würde ich, ich würde die synchronisieren zu einem bestimmten Zeitpunkt und würde gleichzeitig die Legislatur verlängern um ein Jahr.
[00:31:00] Ich glaube dann hat man... Dann hat man ein Jahr mehr Zeit denn bisher ist es ja so du brauchst erstmal Zeit bis die Koalition sich schüttelt?
[00:31:08] Hundert Tage!
[00:31:09] HundertTage wenn's gut geht Und dann hast du einen kleinen Zeithorizont, um Reformen durchzusetzen.
[00:31:17] Weil dann kommen schon wieder die Vorbereitung für den nächsten ...
[00:31:20] Unter dem Zeitfenster sind wir ja gerade, wo was
[00:31:23] passiert?
[00:31:24] Genau!
[00:31:25] Also der Zeitraum für Veränderungen ist zu kurz.
[00:31:30] Jetzt, wo du nicht mehr so tief im Newsstrom drinsteckst, gibt es etwas, worüber dir gesellschaftlich wirklich Sorgen machst, weil du mehr Zeit hattest, darüber nachzudenken?
[00:31:43] Das eben angesprochene mediale Thema finde ich ist so wichtig, dass wir das unbedingt angehen müssen.
[00:31:53] Wir sind ja längst in einer Situation wo diese Büchse der Pandora geöffnet ist.
[00:31:57] Die lässt sich auch nicht mehr schließen.
[00:31:59] Ich
[00:31:59] habe manchmal das Gefühl die Leute glauben man kann...das geht weg!
[00:32:03] Ja das ist aber ein Trugschluss.
[00:32:05] Das verändert sich ja in einem dramatischen Tempo und ich glaube ehrlich gesagt Menschen wie du und ich, wir sind eher ein Auslaufmodell weil Journalismus der klassische Journalismus dramatisch an Bedeutung verliert.
[00:32:28] Und diese das was durch die Individualisierung bei Social Media passiert ist dass der einzelne befähigt sein muss Medien zu beurteilen so gut es geht.
[00:32:41] Da müssen wir daran arbeiten.
[00:32:44] Das heißt also, der Empfänger, der jetzt ungefilterte Informationen bekommt, muss in der Lage sein die Halbwegs zu beurteilen?
[00:32:56] Das ist ein gutes Stichpunkt.
[00:32:59] Ich kann mich an einem Gespräch erinnern mit einer ARD-Hauptstadtkorrespondentin, die mir in der Pause mal gesagt hat... Immer dann, wenn Politikerinnen sagen Entlastung niedriger und mittlerer Einkommen.
[00:33:13] Das ist so eine Floskel die man sagt Steuersenkungen egal was an Reformthemen ist.
[00:33:18] Es spielt immer dieser einen Satz dass dann nie Menschen gemeint sind die sowieso schon keine Steuern bezahlen weil sie zum Beispiel SozialhilfeempfängerInnen sind oder Grundsicherungsentfänger Innen Und dadurch ist quasi nie um die notwendige Transferleistungen aber auch geht, nämlich von oben nach unten.
[00:33:38] Sondern immer nur um die Menschen, die verwertbar sind.
[00:33:43] in Anführungsstrichen und dass das so eine Art Nebelkerze ist, die gerne geworfen wird weil es klingt gut, aber eigentlich ändert es an strukturellen Problemen wenig.
[00:33:53] Welche Nebelkerzen kennst du noch aus der Politik?
[00:33:58] Also eine ist ... dieses Trickle-down Phänomen, ... ... ja sich verändert hat.
[00:34:05] Also diese alte Wirtschaftstheorie, dass wenn es irgendwie den ... ... Spitzenverdiener gut geht dann kommt das so langsam runter zu allen.
[00:34:15] Das ist, wenn man sich die Social Media ... ... multimiljadäre Billionäre oder ein Billionär jetzt anschaut... dann scheint das eher die andere Richtung zu.
[00:34:25] Also, dass es im Grunde von uns Nutzern dieser Riesensysteme hochgeht.
[00:34:32] Das ist sicherlich etwas, was sich da verändert.
[00:34:36] Als
[00:34:37] Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios kriegt man bestimmt auch eine Menge Kritik einfach von anderen politischen Seiten oder vielleicht auch überhandwerkliche Fehler.
[00:34:51] Welche Kritik hast du dir zu Herzen genommen?
[00:34:57] Alle berechtigte Kritik, also ich bin da glaube ich relativ selbstkritisch.
[00:35:03] Wenn man Fehler macht muss man sie korrigieren, muss man sich dafür entschuldigen, muss die klarstellen.
[00:35:09] Bei allem anderen ist es natürlich so dass man sehr klar aufpassen muss das man die Türe nicht öffnet für solche Versuche.
[00:35:23] Also das habe ich aber bei Frontal einundzwanzig ... bin ich da durch eine gute Schule gegangen.
[00:35:28] Weil, da haben wir natürlich vor viele Schienenbeine getreten... Da
[00:35:30] gab es sehr innere Menge Menschen, die
[00:35:32] Probleme da waren.
[00:35:33] Da waren viele von Betroffenen und waren auch nicht amüsiert durch unsere Kritik.
[00:35:40] Und dann musst du wirklich aufpassen wenn du das Gefühl vermittelst dass du die Tür rein spaltweit aufmachst dass da Leute reinkommen können, dann hast du verloren.
[00:35:53] Und das habe ich, glaube ich, einigermaßen durchgehalten.
[00:35:59] Du bist seit zwei Jahren im Ruhestand und trotzdem machst du sehr viel noch?
[00:36:05] Wie schaffst du es nicht auszubrennen?
[00:36:07] Es macht mir Spaß!
[00:36:09] Ich glaube, ich werde noch nie in der Gefahr auszubreden, sondern ... Ich bin sicher in der Gefahr zu viel zu arbeiten.
[00:36:21] Ich hab meine Familie sehr viele Wochenenden verdorben und auch sonstige Abende im Theater, da sind sehr viele Karten ... Kann
[00:36:33] grad nicht.
[00:36:33] der Kanzler ist am Telefon?
[00:36:35] So was oder ich muss noch ins Heutejournal oder so.
[00:36:38] also das erlebt man einfach als aktueller Journalist ständig.
[00:36:41] Ich fahre ja auch fünf Jahre in Paris Und das war genau die Zeit der Terroranschläge und da waren zwar so oft unerwartete Dinge in der Berichterstattung.
[00:36:55] Das ist dann ein Teil der sozialen und menschlichen Kosten, die man erzeugt – familiär!
[00:37:03] Ich war kaseitig überrascht, als ich aufruhr, dass du in den Ruhestand gehst.
[00:37:07] Weil seitlich Fernsehguckel warst du irgendwie immer im Ob-Mein-Bild schon regelmäßig zu sehen.
[00:37:13] und wenn man in diesen Newsstrom steckt dann gibt es natürlich auch Höhepunkte, Wahlkämpfe was auch immer.
[00:37:21] alles sehr stressige Zeiten könnte sein.
[00:37:24] wie hast Du dafür gesorgt, dass Du wieder Energie tanken kannst?
[00:37:29] Was gibt dir Kraft?
[00:37:31] Ich glaube, in der Frage steckt eine Erwartung die bei mir gar nicht zutrifft.
[00:37:39] Natürlich ist das anstrengend aber es ist nicht so dass mich das überanstrengende hätte sondern es hat mir Freude gemacht und macht mir Freud.
[00:37:50] Insofern braucht ich jetzt nicht irgendwie ein Hobby das mich in eine Balance bringt.
[00:37:56] also ich habe versucht unter Ist meine Frau eine sehr strenge und kluge Begleiterin, mich gesund zu ernähren?
[00:38:07] Nichts bewegen so gut es geht.
[00:38:10] Das mache ich jetzt nach dem Eintritt in die Rente mehr – also ich spiele ja sogar Tennis wieder.
[00:38:19] Aber das Problem hatte ich eigentlich
[00:38:24] nicht!
[00:38:25] Du bist im Kuratorium der Aktion Mensch, du hast Politik beobachtet.
[00:38:30] Wo siehst du den größeren Hebel für gesellschaftliche Veränderungen wenn es zum Beispiel um Inklusion geht?
[00:38:36] In der Politik oder im Verändern von Machtstrukturen oder in der Begegnung?
[00:38:41] Es sind alles kluge wichtige Punkte.
[00:38:46] Wir versuchen bei der Action Mensch wir haben ja eine Förderung von über zweihundert zwanzig Millionen im Jahr So gut wir können, kluge gute Projekte zu fördern und zu unterstützen.
[00:39:02] Gleichzeitig glaube ich dass es wichtig ist das Bewusstsein bei jedem Einzelnen zu prägen und zu verschärfen und da sind wir irgendwie alle gefordert also mit unserer Art wie wir das öffentlich machen, wie wir's thematisieren.
[00:39:21] letztendlich muss die Politik verbessern.
[00:39:26] Ich glaube ehrlich gesagt, wenn wir es schaffen als Land aus dieser Niedergangsstimmung und Situation rauszukommen.
[00:39:36] Wenn es uns wirtschaftlich wieder besser geht das dann nicht nur mehr wirtschaftlicher Spielraum ist für die Verbesserung sondern dass dann auch es leichter ist das als eine der Top Prioritäten umzusetzen.
[00:39:51] Also ich glaube in dem Problembereich als europäische Nation wie auch unsere Nachbarn, dass wir eigentlich in einer Art von Verlustsituation sind.
[00:40:06] Wir sind in der Konkurrenz-Situation international nicht mehr so konkurrenzfähig und wir sind an einem Punkt wo wir uns klarmachen müssen, wir müssen möglicherweise zum ersten Mal Verluste realisieren Verlust in Relation zu dem Wohlstand, den wir jetzt haben und der Wohlstandserwartung die wir immer hatten über all die Jahre und Jahrzehnte.
[00:40:31] Und das führt dazu dass man auch so eine emotionale Konzentration hat auf das was ist mir ganz wichtig?
[00:40:44] Die Mehrheit sagt dann eben Das ist mein Biedermeier also solange es mir gut geht bis zum Gartenzaun.
[00:40:53] Das ist eine ganz gefährliche Entwicklung in so einer Verlustsituation und in der sind wir.
[00:40:58] Und deswegen glaube ich, bin auch froh dass jetzt Reformen versucht werden das wir als Nationen und als Wirtschaftsmacht versuchen müssen wieder Wachstum zu erzeugen.
[00:41:13] So oberflächlich das klingt aber ich glaube es wird vieles entspannen und verändern.
[00:41:19] Jetzt kannst du auf vierzig Jahre Journalismus zurückblicken Und wir haben gerade über KI gesprochen, wir haben über die sozialen Medien gesprochen.
[00:41:28] Die alles verändern.
[00:41:30] Wir haben vielleicht eine Menge verloren von früher aber haben wir vielleicht auch was gewonnen?
[00:41:34] Ja!
[00:41:34] Ich meine die Erwartung an Social Media war ja positiv.
[00:41:40] Jetzt werden alle vernetzt.
[00:41:42] Autokraten können ihre Völker nicht mehr unterdrücken weil jeder kriegt die Nachrichten über Social Media.
[00:41:50] Die Wirklichkeit ist auch ein Teil der Wirklichkeit, aber viele andere negative Faktoren haben wir nicht vorher gesehen.
[00:41:56] Und ich glaube also meine größte Sorge ist dass diese Lügnerdividende, die ausbezahlt wird an Leute wie Trump und Putin
[00:42:07] usw.,
[00:42:12] durch das Setzen von Parallelschein-Wahrheiten oder Wirklichkeiten alles ins Rutschen gerät.
[00:42:21] Ich dramatisiere das etwas.
[00:42:23] Das Glas ist halb voll?
[00:42:25] Ja, mein Glas ist auch halbvoll aber ich glaube wir dürfen das nicht unterschätzen.
[00:42:35] Wenn man bei Trump erlebt dass der sagt die Inauguration als ich Präsident wurde da waren die meisten Besucher und Zuschauer Jemals in der amerikanischen Geschichte.
[00:42:48] Dann schaust du dir die Bilder an zu Obama's inauguration, da waren viel mehr so.
[00:42:53] dann denkt man sich beruhigt naja gut also wenn jemand so offensichtlich lügt und die Sprecherin von Trump sagt das war ein alternative Fakten dann denkt Man Sich Ja ist ja harmlos dass glaubt Ja Keiner So Der Entzaubert sich Erselbst.
[00:43:11] Nein Es gibt Es gibt immer noch eine Mehrheit von Republikanern und republikanischen Anhängern, die sagen beiden hat uns die Wahl gestohlen.
[00:43:23] Also das ist ein ganz gefährliches Gift!
[00:43:27] Aber ich warke trotzdem mal in den Hoffnungsräumen weg weil es gab auch meine Zeit als das Kino eingeführt wurde dass sie Leute schreiend aus dem Kinosaal raus gerannt sind weil einen Zug auf sich zufuhr.
[00:43:38] So, dann könnt ihr jetzt auch sagen okay vielleicht lernen wir als Gesellschaft kulturell mit den neuen Medien umzugehen und das auch neu und anders einzuordnen.
[00:43:49] Ja, das glaube ich auch.
[00:43:51] Das ist auch meine Hoffnung aber mir wäre es wohler wenn wir das mitsteuern.
[00:43:56] also wenn wir... Besser einer!
[00:43:58] ...ja wenn wir im Grunde sagen darüber nachdenken was braucht es eigentlich?
[00:44:02] Also brauche ich in Schulen Medienunterricht Brauche ich einen Bewusstmachen der Prozesse, die da abläuscht?
[00:44:11] Oder
[00:44:11] auch eine Regulation der sozialen Medien.
[00:44:15] Verantwortung übernehmend.
[00:44:16] Das ist also jetzt bei Facebook zum Beispiel wieder die Fact-Checker abgeschafft
[00:44:23] worden.
[00:44:25] Zum Ende noch eine Frage.
[00:44:27] Gibt es eine Organisation jenseits der Aktienmensch oder eine Person, eine Literatur, ein Film, ein Podcast, ein Buch ... Was auch immer, dass du den ZuschauerInnen und ZuhörerInnen empfehlen würdest.
[00:44:40] Also unbedingt zu dem Thema das wir gerade besprochen haben eine Organisation in einer kleine gemeinnützige Organisation in Dresden die heißt Spreuweizen da bin ich jetzt gerade im Begriff da in den Beirat zu gehen Und sie machen nämlich genau das.
[00:44:57] Die gehen in Schulen, die gehen zu Lehrlingen, die bilden Lehrer weiter in Medienfragen Also versuchen, bewusst zu machen wie was passiert in Social Media.
[00:45:09] Wie muss man damit umgehen?
[00:45:11] Wo muss man vorsichtig sein?
[00:45:12] und das finde ich eine ganz großartige Initiative.
[00:45:16] Lieber Theo wir sind am Ende.
[00:45:18] schön dass du da warst wenn dir aufzuklärts aufgeht.
[00:45:21] wo geht es für dich weiter?
[00:45:22] Ich
[00:45:22] gehe jetzt gleich in eine Schalte der Aktion Mensch Und dann muss ich mich vorbereiten Auf ein Interview die sich nächste Woche habe mit Markus Söder.
[00:45:32] Dann wünsche ich dabei ganz viel Erfolg und danke, dass du da warst.
[00:45:35] Es kam hier Ehre und Vergnüge.
[00:45:37] Gerne wieder!
[00:45:39] Danke fürs Mitfahren.
[00:45:41] Wenn ihr mögt und euch diese Folge Spaß gemacht habt, bewert diese Folge bei Apple Podcast, Spotify oder wo auch immer ihr zuhört.
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[00:46:16] Im Aufzug ist eine Produktion von Schönelein Media.
[00:46:19] Ich freue mich auf das nächste Mal hier im Aufzug.
[00:46:30] Diese Folge wurde depräsentiert von Schindler.
[00:46:33] Am Anfang der Folge haben wir uns gefragt woher der Begriff Elevator Pitch stammt.
[00:46:38] Tatsächlich geht die Geschichte auf den neunzehn-achtziger Jahre zurück.
[00:46:41] Ein Herausgeber nutzte eine kurze Aufzugfahrt, um einer viel beschäftigten Chefredakteurin seine Magazinidee vorzustellen – mit Erfolg!
[00:46:50] Seitdem steht der Elevator Pitch für die Kunst eine Idee in kürzester Zeit überzeugend auf den Punkt zu bringen.
[00:46:56] Gute Ideen brauchen übrigens nicht immer nur zwei Minuten.
[00:46:59] Bei Schindler freuen wir uns auf Menschen, die etwas bewegen wollen.
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Dieser Podcast ist eine Produktion von Schønlein Media.
Produktion: Fabian Gieske, Judith Stiegler-Trost
Schnitt und Post-Produktion: Hanne Pasdzior
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