Im Aufzug mit Shai Hoffmann

Wie bleibt man im Gespräch, wenn man eigentlich nur alles falsch machen kann?

Diese Woche spreche ich mit Shai Hoffmann, einem Mann, der sich unermüdlich dort engagiert, wo Diskurse festgefahren sind. Als Sozialunternehmer und Aktivist schafft er Räume für echte Begegnung und fordert uns heraus, Widersprüche und andere Perspektiven überhaupt erst auszuhalten. Im Gespräch mit mir ist er vor allem eines: Schonungslos ehrlich – mit sich selbst und unserer Gesellschaft.

Wir sprechen über seine familiären Wurzeln in Israel und die Zerrissenheit zwischen Alltagsrealität und dem Nahostkonflikt seit dem 7. Oktober 2023. Shai ordnet den Diskurs rund um Antisemitismus und deutsche Staatsräson ein und warnt vor einer gefährlichen Begriffsverwässerung. Er berichtet von seinen „Trialogen“ an Schulen, mit denen er Feindbilder abbaut, wo Lehrkräfte oft aus Unsicherheit schweigen. Doch wir blicken auch hinter die Kulissen des Aktivismus: Shai spricht offen über seine Schwerbehinderung nach einer Nierentransplantation, die körperlichen Grenzen des Engagements und warum Binsenweisheiten keine echten Begegnungen ersetzen. Ein Gespräch über Haltung, Scham und die Kunst, im Dialog zu bleiben.

Aufzugtür auf für Shai Hoffmann!

[00:00:04] Was passiert eigentlich, wenn du um Aufzug die Notruf drückst?
[00:00:07] Leute dann wirklich sofort eine Sirene oder passiert erst mal nichts.
[00:00:11] Die Antwort geht's am Ende dieser Folge!
[00:00:14] Jetzt viel Spaß mit Raul im Aufzug Wünscht Schindler.
[00:00:22] Diese Woche spreche ich mit Schei Hoffmann, einem Mann der sich unermüdlich dort engagiert und das Kurse festgefahren sind.
[00:00:29] als Sozialunternehmer und Aktivist schafft der Räume für echte Bedingungen und fordert uns heraus, Widersprüche an andere Perspektiven überhaupt erst auszuhalten.
[00:00:39] Im Gespräch mit mir ist er vor allem eines – schonungslos ehrlich!
[00:00:43] Mit sich selbst und auch mit unserer Gesellschaft.
[00:00:47] Wir sprechen über seine familiären Wurzeln in Israel und die zerristenheitlichen Alltagsrealität und dem Neostkonflikt seit dem siebten Oktober-Zw.
[00:00:58] Schei atmet in das Kurs rund um Antisemitismus und deutsche Staatspersonen ein, doch wir blicken auch hinter die Kulissen des Aktivismus.
[00:01:06] Schei spricht offen über seine Sperrbehinderung nach einer lieren Transplantation, der körperlichen Grenzen des Engagements – und warum Winsenweisheiten keine echten Begegnungen ersetzen!
[00:01:18] Ein Gespräch über Haltung, Scham oder Kunst im Dialog zu bleiben?
[00:01:23] Aufzugt ihr auf für Schei Hoffmann?
[00:01:29] Die Tür geht auf und wer kommt rein?
[00:01:31] Ich freue mich wirklich sehr, denn wir sind auch Freunde.
[00:01:34] so viel vorweg gesagt.
[00:01:36] Herzlich willkommen im Aufzug Schreihoffmann!
[00:01:39] Vielen Dank lieber Raul.
[00:01:40] ich freue mich sehr hier am Aufzug zu sein.
[00:01:42] Ja eine Jahre wieder.
[00:01:43] Ich finde es schön dass wir uns mal auf der Straße aber auch mal in Veranstaltungen oder jetzt im Podcast wieder begegnen.
[00:01:53] Ich fange immer die Fragen an mit der Frage Hattest du schon mal einen Akultmoment in einem Aufzug?
[00:01:59] Ui, das ist ja eine spannende Frage.
[00:02:01] Ein Akult-Moment im Aufzug... ... immer mal wieder auch im Bundestag zu Gast.
[00:02:11] Und manchmal, wenn ich da mit meinen Gästen fahre... ... sind ja auf einmal Leute mit dem Fahrstuhl die man so aus Funk und Fernsehen kennt,... ...und dann ist man und dann finde ich das immer ein bisschen strange über gewisse Dinge schon in diesem Aufzug zu reden weil ich immer so ein bisschen das Gefühl habe so oh was greift diese Person jetzt auf?
[00:02:31] Und dann fühle ich mich immer so'n bisschen zurückhaltend.
[00:02:35] Das ist ein awkward Moment, ansonsten gucke ich manchmal auf Instagram kleine Videos wie wir alle wahrscheinlich.
[00:02:42] Und da gibt es manchmal so Erschreckvideos in Fahrstühlen und ich bin ja jemand der leider ein bisschen schadenfroh ist und dann muss ich mich immer totlachen wenn sich Leute erschrecken oder das Licht ausgeht in einem Fahrstuhl und das finde ich lustig.
[00:03:02] Es gab mal einen Fernsehersteller, der hat die bürdende Aufzüge mit Bildschirmen ausgestattet.
[00:03:09] Stimmt!
[00:03:09] Ja
[00:03:10] Und das war richtig gruselig weil dann ging plötzlich der Boden auf Weil die Leute sind tierisch ausgerastet und ich weiß gar nicht ob man das da auch, weil die Leute könnten ja ein Herzkasper kriegen oder so.
[00:03:20] Ja voll Ja genau über diese Videos bin ich auch gestolpert, fand ich auch irgendwie so bisschen... darf ich jetzt sagen, dass ich das lustig fand?
[00:03:29] Ich hab gelacht Ja ich auch.
[00:03:31] Aber wo du gerade sagst, Bundestagsaufzüge.
[00:03:33] Kevin Kühner hat mich hier im Podcast erzählt das seitdem eine bestimmte Fraktion ganz rechts... ...im Spektrum auch am Bundestag ist und arbeitet man wirklich merkt wenn diese den Aufzug betreten weil einfach immer so der graue Wolke dann mit denen quasi in den aufzug steigt.
[00:03:53] Und dass er dann manchmal lieber die Treppe gegangen ist.
[00:03:55] Ach krass spannend.
[00:03:57] ja kann ich verstehen.
[00:03:58] also kann ich verstehen, wenn ich jetzt alle MDBs bzw.
[00:04:06] auch deren Mitarbeiter und Mitarbeiterin kennen würde dann hätte ich das wahrscheinlich auch gemacht dass sich da nicht in den Fahrstuhl eingestiegen wäre.
[00:04:13] aber dafür brauchst du glaube ich sehr gute Kenntnisse um zu wissen wer eigentlich alles da... Das Ökosystem der ganz rechten Fraktionen da eigentlich so unterstützt im Bundestag.
[00:04:26] Eigentlich wäre damit auch schon fast beim Thema Weil das auf der einen Seite ein toxisches Arbeitsumfeld, aber auf der anderen Seite ist das nur mal der Prozess.
[00:04:37] Und es ist nun mal jetzt so und dass man dann quasi den Dialog gehen muss bzw diese Ambivalenz irgendwie auch aushalten muss.
[00:04:49] Hast du dafür dich irgendein Trick wo du sagst okay ich lass das jetzt einfach auch mal so stehen?
[00:04:55] Also das ist ja unsere eigentlich fast tägliche Praxis.
[00:05:00] Wir arbeiten jetzt zum Thema Israel-Palestiner und dort ist der Dialog extrem wichtig, da ist auch die Beobachtung dass eben dieser Dialog oder dass der Wille zum Dialog vor allen Dingen seit dem siebten Oktober XXIII extrem zurückgegangen ist super sichtbar und allgegenwärtig.
[00:05:21] Und die große Herausforderung ist es, genau diese Dialogräume wieder herzustellen und überhaupt wieder aufzumachen und anzubieten.
[00:05:29] Es gibt Menschen, die nehmen dieses Angebot an... ...es gibt aber auch viele Menschen, der sagen nee wir wollen dieses Angebote nicht weil wir unsere Sichtweise darauf haben und nur die eine Sichtweise ist die richtige Sichtweise.
[00:05:41] ich glaube dass wir genau in diesen Themen oder zu diesen Themen die so komplex sind die so multi perspektivisch behandelt werden müssen gar keine, also dass es alternativlos ist ins Gespräch zu gehen und eben genau das jedes mal zu üben.
[00:06:05] Ambiguitäten auszuhalten mit Widersprüchen umzugehen und zu gucken was macht das eigentlich mit mir und meiner bisherigen Haltung?
[00:06:14] bin ich überzeugt von Argumenten, also deliberativ in den Diskurs zu gehen und zu gucken.
[00:06:22] Überzeugt mich die Perspektive des Gegenübers weil ich vielleicht bis dato mehr in diesem ganzen Überlegensprozess diese Perspektiv überhaupt noch gar nicht angeschaut habe.
[00:06:35] Und genau darum muss es ja in einem Dialog gehen.
[00:06:38] und erst wenn wir so weit sind dass wir uns oft das gegenüber einlassen Und damit einhergeht, eben dieses Aushalten lernen.
[00:06:48] Wie man eigentlich mit dieser Ambiguitäten widersprüchen umgeht... Das ist das Ziel von Dialog, bin ich der Meinung?
[00:06:57] Da hast du als Kind auch schon jemanden, der streitsgeschlägt hat oder warst du ja der Wilde?
[00:07:02] Gar nicht!
[00:07:04] Ich komme hier aus einem extrem unpolitischen Haushalt und da haben wir nie über unbequeme Sachen gesprochen, um ehrlich zu sein Raul also da gab es immer das Bedürfnis, harmonisch zu sein.
[00:07:20] Also Harmonie süchtig eigentlich fast!
[00:07:23] Das habe ich auch schmerzlich mir aneignen müssen um ehrlich zu sein.
[00:07:29] also ich war ein super schlechter Schüler und wirklich angefangen damit hab' ich dann zwei fünfzehn fort folgend als die sogenannte Flüchtlings... Welle in Anführungsstrichen nach Deutschland kam und ich dann nach Wegen gesucht habe, um dieser Polarisierung entgegenzutreten.
[00:07:52] Und dort hab' ich tatsächlich das erste Mal eigentlich mich mit Meinungswelten anderer auseinandergesetzt.
[00:07:59] Das hat glaube ich mein Dialogmuskel trainiert!
[00:08:05] Wir kennen uns doch aber auch schon ein bisschen länger.
[00:08:07] da gab's noch den Bus der Begegnungen wo du durch Deutschland gefahren wirst und auch schon den Dialog gesucht hast mit Menschen im ländlichen Raum beispielsweise.
[00:08:16] Den meine ich genau, der Bus der Begegnung war zwei siebzehn.
[00:08:19] Also siebzene erst?
[00:08:19] Ich hätte jetzt gedacht das wären die zweitabend viertzehn oder so gebissen.
[00:08:23] Nee, nee.
[00:08:23] Das war das ja.
[00:08:24] Zwei vierzehn war ich noch gar nicht so politisch um ehrlich zu sein.
[00:08:27] Also es begann wirklich mit zwei fünfzehn und diesen Veränderungen in der politischen Landschaft in Deutschland mit Landtagen, in die die ganz rechte Partei eingezogen ist.
[00:08:41] Und das hat mir extreme Sorgen und Angst bereitet.
[00:08:44] Um ehrlich zu sagen...
[00:08:46] Was ich bei Gesebe eindruppen finde, dass du Sozialunternehmer bist?
[00:08:50] Das bist
[00:08:50] du ja auch.
[00:08:52] Ja, aber seit ich dich kenne machst du quasi viele verschiedene Unternehmungen, was irgendwie bei, wenn ich mich richtig erinnere, eine Schuhfirma mitgegründet.
[00:09:03] Du hast Magazinen rausgebracht das Thema Magazin, was sehr viel davon mit Crowd-Source und Crowdfunding angefangen zu finanzieren.
[00:09:12] Und je länger wir uns kennen, desto mehr habe ich auch gemerkt, fängst du an zu politisch zu engagieren.
[00:09:20] Der Dialog
[00:09:21] scheint ja dann der rote Farben zu sein, dass ich durch all deine Projekte zieht.
[00:09:27] Du hast eine israelische Familiengeschichte?
[00:09:31] Wann wurde gehn denn zum ersten Mal bewusst das die Herkunft etwas Politisches ist?
[00:09:42] Also mir also bewusst ist wir heute rückwirkend natürlich, Quargeburt eigentlich schon politisch ist.
[00:09:53] Wenn du aber in Deutschland groß wirst, wenn du in Deutschland Privilegien genießt die selbstverständlich sind weil du einen deutschen Pass hast und so weiter und sofort dann machst du dir darüber nicht so viel Gedanken.
[00:10:07] das musste ich schmerzlich selbst erleben.
[00:10:09] tatsächlich indem mich beispielsweise immer wieder zur Familie nach Israel geflogen bin und mit jedem mal Besuch vor Ort mich verschiedenen Fragen gestellt habe, deren Antworten ich nicht hatte.
[00:10:30] Und ich bin irgendwann tatsächlich... hab' ich angefangen für mich auf die Antwort suche zu gehen.
[00:10:39] und das war, was beschreibe ich immer gerne als eine wahnsinnig schmerzhaften prozess.
[00:10:45] Ein wahnsinn Schmerzhaftem Prozess deshalb weil ich einerseits eine Familie habe in Israel, die ich extrem liebe, die mich liebt.
[00:10:55] wir haben ein ganz enges Band, familiäres Band sind durch viele Höhen- und Tiefen zusammengegangen.
[00:11:04] Ich habe eine Tante, die wie meine Mama ist eigentlich.
[00:11:07] Weil meine Mama relativ früh verstorben ist und... ...die mich immer beherbergt und sich ja um mich kümmert als wäre ich ihr Sohn?
[00:11:17] Und gleichzeitig mache ich diese Erfahrung wenn ich dort drüben bin und auf die Suche nach Antworten gehe was eigentlich in dieser kleinen geografischen Enklave wenn man so will alles an Parallelwelten passiert in der Westbank, in Jerusalem, in Ost-Jerusalem.
[00:11:39] Ich versuche zu ergründen wie es Menschen geht und das ist eine krasse Diskrepanzraul zu dem erst mal was ich wahrnehme und was ich lerne jedes Mal wenn ich vor Ort bin.
[00:11:54] Und... ...der Realität mit der ich konfrontiert bin, wenn ich bei meiner geliebten Familie bin die mich sehr, muss ich sagen.
[00:12:05] Diese Gespräche in den letzten Jahren befremden mich und irritieren mich zunehmend weil ich merke es gibt da eine extreme Diskrepanz zwischen Realität und Zwischen dem was meine Familie für sich als Realität beansprucht.
[00:12:24] und das ist etwas was extrem schmerzhaftes.
[00:12:28] Und dann wieder zurück zu meiner ... zu meinem Privilegien, die ich hier in Deutschland habe als... ... Deutscher.
[00:12:34] Als Jude.
[00:12:35] Als soziale Unternehmer.
[00:12:37] Als Mensch der nicht einfach notatenlos zusehen kann wie auch gesellschaftspolitisch sich Dinge verändern gerade und zwar rasant.
[00:12:49] Habe ich festgestellt das Identitätspolitik sag' ich mal extremst wichtig ist und ich nicht umsonst auch Die Arbeittour, die ich tue und vielleicht auch das Gehör finde was ich finden möchte weil ich mich als deutsche Jude ausgebe.
[00:13:08] Und damit auch eine gewisse Legitimität habe vielleicht auch zu sprechen.
[00:13:14] Wie lebt es sich dort in Israel?
[00:13:16] Also du warst jetzt wahrscheinlich immer nur zu besuchen dort.
[00:13:19] Du hast jetzt wahrscheinlich in den letzten Jahren da nicht länger gelebt.
[00:13:22] Das ist vielleicht ein paar Wochen Aber wie lebt es sich da?
[00:13:25] Das ist dann so, dass man die ganze Zeit damit konfrontiert ist mit diesem Thema auch dieser raunen Konflikt behaupteten Stimmung.
[00:13:33] oder kann man das ausblenden wie keine Ahnung wenn René Tal den Urlaub macht und vergisst, dass es Meloni-Land ist.
[00:13:43] Meloni Land finde ich gut.
[00:13:46] also ehrlicherweise... Ich war ja jetzt auch Ich bin öfter jetzt da, ich hab ja auch ein Podcast und war auf Podcastreise in Israel und Palästina.
[00:13:58] Und verblüffenderweise ist es wirklich so dass du zum Beispiel in Tel Aviv bist also auch da wo der Flughafen ist wo man üblicherweise hinfliegt.
[00:14:08] wenn man nach Israel fliegt ist das schon auch eine absolute Parallelwelt indem du weiss nicht feiern gehen kannst in Restaurants gehen kannst an Strand gehst dich sonnen kannst und schon auch ein stück, ein großes stück die realität ausbrennen kann.
[00:14:28] Und das verblüffende ist ja dass du gerade in Tel Aviv auf teilweise menschen triffst die im reservedienst sind und die dann mit dir vielleicht selbst am strand liegen oder grade beach volleyball spielen und eine woche zuvor im dienst waren im gaser streifen und dort Dinge vielleicht getan haben, die sie selbst auch erst mal verarbeiten müssen.
[00:14:53] und mindestens die einen würden sagen Israel in Sicherheit gebracht haben.
[00:15:01] Die anderen würden sagen Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit unterstützt haben.
[00:15:05] Und das hinterlässt Spuren in einer Gesellschaft.
[00:15:09] Also mentale Spuren also mentale gesundheitliche Spuren.
[00:15:13] Aber es sind eben genau diese Gleichzeitigkeiten, die du dort siehst und erfährst.
[00:15:20] Aber gleichzeitig auch wenn du willst ein hedonistisches Leben führen kannst in dem du deinem Körperkult nachgehst, Sport machst und einfach stückweit die Realität vergessen kannst.
[00:15:33] Und das ist auf jeden Fall ein ziemlich strangest Gefühl um ehrlich zu sagen weil ich stand Ich hatte einen Moment wo ich wirklich im Wasser war und sozusagen im Wasser mich umgedreht hat, wo ich auf die Skyline Tel Avivs geguckt habe.
[00:15:48] Und dann hab' ich meinen Kopf nach rechts gedreht was sozusagen der Süden ist... ...und hab mir gedacht krass ein paar Kilometer weiter südlich von hier wird gerade einfach der Gaser streifen auseinander genommen.. ..und dieser Strand war brechend voll!
[00:16:05] BRECHEND VOLL!
[00:16:06] Und ich hab' mir gedacht das sind Gleichzeitigkeiten die wirklich schwer schwer zu ertragen sind.
[00:16:14] Wie erträgt man sowas dann aber?
[00:16:15] Das
[00:16:19] ist eine gute Frage.
[00:16:21] Ich glaube, mit dem Augenblick vielleicht ein Stück weit... ...mit so einem Selbstentlastungsgedanken den ich hatte weil ich mir gedacht habe, ich bin ja nicht hier zum Baden oder zum Genießen des Lebens wie ich es früher war als ich sozusagen Urlaub meine Sommerurlaube in Israel bei der Familie verbracht habe sondern ich bin da um meine Privilegien zu teilen, nämlich mit Menschen die vor Ort extremst wichtige Arbeit machen sowie du mit deinem Podcast.
[00:16:56] versuche ich mit meinem Podcast Menschen vor Ort in Israel und in Palästina eine Plattform zu geben.
[00:17:02] Und ihnen Sprachwort zu sein, weil ich mittlerweile der festen Überzeugung bin neben vielen Experten und Expertinnen auch dass einfach dieser israelisch-palästinensische Konflikt sich nicht mehr von innen heraus lösen lässt weshalb es extrem wichtig ist das menschen wie ich bescheidenen Reichweite, unter anderem Menschen wie ich dorthin kommen und einfach anderen Leuten die Plattform geben um über ihre extrem wichtigen Initiativen zu sprechen.
[00:17:36] Und das war so ein bisschen eine Selbstentlastung glaube ich dieser Gedanke und so lässt sich es glaube ich für mich jedenfalls ertragen.
[00:17:43] Gleichzeitig ist natürlich auch wie du sagst ein ganz schönes Privileg rein- und rausreisen zu können und dann sich hier vielleicht in einem geschützten Rahmen die Informationen von allen Seiten zu besorgen und zu beschaffen und auszuwerten.
[00:18:00] Ist das dann manchmal auch so für dich, dass du in einer Art Realitätskonflikte rätst?
[00:18:08] Also du hast dir das dann vielleicht quasi in deinem Büro erarbeitet und gedacht ach Mensch so und so.
[00:18:14] das ist mein Standpunkt.
[00:18:15] und dann kommt man dort an und dann wird man entweder dafür kritisiert weil man angeblich alles so klar hat was gar nicht so einfach ist Oder aber du merkst, die Realität ist doch meine ganz andere.
[00:18:29] Ja, das ist auch eine spannende Frage.
[00:18:30] also ich glaube tatsächlich dass ich mittlerweile nichts für gesetzt halte.
[00:18:38] Also ich komme oder ich versuche.
[00:18:41] es gelingt mich vielleicht nicht immer aber ich versuch mit immer mehr Fragen als Antworten zu kommen.
[00:18:47] und ich glaube dass diese diese fragende wohlwollende Haltung auf viel, viel positive Resonanz stößt.
[00:18:56] Weil da niemand kommt und vorgibt die eine Antwort zu wissen weil er oder sie im fernen europa aus einer sehr wie du richtig sagst einer sehr komfortabel privilegierten haltung heraus denkt Die vermeintlich die vermeintlichen antworten schon zusammengesucht zu haben.
[00:19:17] ich glaube die realität und die individuellen geschichten von menschen die vor ort Erlebt werden noch mal eine ganz andere Gewichtung haben, die auf jeden Fall Gehör verdienen und eine Plattform verdient.
[00:19:31] Und insofern würde ich von mir sagen dass Ich immer sehr offen In Die Begegnungen gehe um wirklich auch zu lernen und zu gucken Matcht es eigentlich mit dem was vielleicht ein Hier in Deutschland eher eurozentristisch, heraufblickender Wissenschaftler über Israel-Palestiner gesagt hat oder was nicht.
[00:20:00] Gibt es da eine Diskrepanz?
[00:20:01] Ist das vielleicht irgendwie aufgrund der Lebensrealitäten vor Ort ganz anders?
[00:20:05] und so versuche ich fortzugehen.
[00:20:08] also... Und ich glaube genau diese Neugier, genau dieser Haltung bräuchten wir einfach in der Gesellschaft viel, viel stärker vertreten um überhaupt wieder eine gemeinsame Sprache oder eine Diskurskultur zu finden.
[00:20:25] Kannst du irgendwas erzählen?
[00:20:29] Oder das Gefühl hattest diese Dialoge diesen Diskurs, den Du initiierst haben Erfolg gezeigt?
[00:20:37] Also ich hab dein Podcast auch gehört.
[00:20:39] wie ihr das welcher an Schulen anbietet diese Dialogformate Was beeindruckt, wie fandest du mal erzählt das im Podcast mit Frank Jung?
[00:20:51] Seit Jahrzehntelundzwanzig allerdings war das schon dazu erzählt dass es zum Beispiel kaum Unterkriegsmaterial gibt zu diesem Thema und dass ihr das erstellt habt.
[00:21:03] Und jetzt quasi an Schulen geht.
[00:21:04] ich habe das Interview gehört in der Rüttlischschule wo ein Projekt vorgestellt wurde also des gefälltes das bringt was.
[00:21:18] Also, ähm... Das ist eine schwierige Position mich zu frag' auf.
[00:21:24] Also ja ich hoffe das es was bringt was ich tue.
[00:21:27] Und
[00:21:27] als zähne Geschichte wo du sagst ja da bringt er's auf jeden Fall bei sich.
[00:21:30] Ich meine jetzt nicht im Sinne von Effizienz oder so, sondern in dem Sinne von wow und dann hat dich selbst überrascht
[00:21:36] Ja, ja, ja gibt ganz ganz viel.
[00:21:38] ehrlich gesagt Raul.
[00:21:39] also wir werden immer wieder aufs Neue überraschen und ich finde es schade weil weißt Du Wir tendieren immer dazu, so eine junge Generation ganz schnell abzustempeln und zu sagen irgendwie... Ach die ganze Generation TikTok aus der wird ja sowieso nichts mehr.
[00:21:58] Aber ich finde das ist oft ein bisschen zu einfach.
[00:22:03] Einfach weil ich glaube dass gerade eine junge generationen die Zugang hat zu so vielen Informationen hoch traumatisiert werden kann.
[00:22:22] Und zum Teil mental, und das sind ja Studien die wir nachlesen können also wie groß oder was von groß ist gesellschaftliche Problem?
[00:22:32] Wir auch haben mit mentaler Gesundheit bei jungen Menschen und wie wenig die Politik da eigentlich auch gegensteuert und Abhilfe leistet, aber das ist wahrscheinlich ein anderes Thema auch für den ganzen Podcastfolge eigentlich.
[00:22:46] Aber was ich sagen möchte ist dass wir eben diese Jugendlichen so schnell abstempeln obwohl so viele Jugendliche so sensibel sind und genau darauf reagieren was da in der Welt eigentlich passiert ob Remigrationspläne geschmiedet werden Potsdam oder ob wieder irgendwie einen Friedrich Merz CDU, CSU-Politiker oder eine Politikerin sagt der Islam gehört wieder nicht zu Deutschland.
[00:23:14] Und wie man merkt dass dann doch vielleicht auch auf einer politischen Ebene jüdisches Leben schützenswerter zu sein scheint als palästinensisches Leben.
[00:23:25] also all das wird extrem sensibel empfangen von Jugendlichen und solche Beispiele haben wir extrem oft in der Schule.
[00:23:36] Ich kann mich an ein Beispiel erinnern, wo wir reinkamen und es rochförmlich nach palästinensischer Identität und auch nach Demonstration von palästenensischen Symbolen.
[00:23:50] Und da war eine Gruppe von jungen Männern die offenbar mir demonstrieren wollten.
[00:23:56] wir sind palästinensisch beziehungsweise.
[00:23:59] Wir sind auf der seite palästeiners mit so genannten fußball trikots, mit koffies also dem paläste nenser halb heiztuch mit einer palestiner flagge die sozusagen ganz plakativ ja hinein gezeigt wurde in den stuhlkreis.
[00:24:19] und interessanterweise ist dann folgendes passiert im laufe des triologs haben sich genau diese demonstrativen identitätsstiftenden symboliken immer weiter in die hintergrund verzogen.
[00:24:35] Bei jünglichen gemerkt haben ach warte mal wir müssen gar nicht eine seite plakativ hervorheben bei der sitzen zwei, Beide für beide Seiten sind und
[00:24:50] Joana und du.
[00:24:51] Genau, Joana ist auch für die jüdische Seite.
[00:24:55] da sieht den Schmerz und das Leid von Juden und Jüdinnen unter anderem am siebten Oktober aber auch schon davor Und ich der Dabin als Jude Logischerweise auch den Schmerz der Palästinenser und Palästarin seit dem siebten Oktober sieht.
[00:25:12] Und einfach diesen Zerstörungsfeldzug im Gasastreifen.
[00:25:15] Und alleine, dass wir das sehen und benennen war oft oder war offenbar Grund genug für diese Jugendlichen diese Identitäts stiftenden Symbole so ein bisschen in den Hintergrund geraten zu lassen.
[00:25:29] Und extrem spannend Raul zum Ende dieses Trelochs.
[00:25:34] Extrem wichtig sind ja die die biografischen Bezüge, die wir mitbringen in den Trennhoek und mit denen wir ganz offen und ehrlich auch umgehen.
[00:25:43] Also das sind
[00:25:44] eure eigenen Bezücke?
[00:25:45] Unsere eigenen biografische Bezügen, die wie logischerweise dann auch zeigen bzw nicht nur zeigen sondern erklären.
[00:25:54] Und zum Ende des Dialogs hob einer dieser Menschen der Gruppe die Hand und wollte mir noch unbedingt sagen dass er es extrem berührend beschieben findet, was meinen Großeltern im Holocaust passiert ist.
[00:26:10] Und das war so ein schöner und starker Moment der eigentlich genau zeigt warum diese Dialoge in Schulklassen einfach keine Alternative sind sondern eine Pflicht.
[00:26:32] Die Lösung wahrscheinlich für den...
[00:26:34] Eine der Lösungen ja, zumindest in Deutschland.
[00:26:37] In Deutschland um diesem Thema Raum zu geben.
[00:26:41] Einem Thema das teilweise proaktiv auch sozusagen vermeidet wurde von vielen Lehrern und Lehrerinnen ehrlich gesagt.
[00:26:53] Diese Verneidung kommt ja wahrscheinlich auch daher dass wir uns alle nicht sprächfähig fühlen.
[00:26:57] also wir wurden ja auch in der Schule wahrscheinlich nicht ausreichend informiert.
[00:27:04] Also ihnen besser bin ich mich an meine Schulzeit erinnern, da war das jetzt nicht so ein Kernthema.
[00:27:11] Und dann als Lehrerinnen klar kann man sich damit wahrscheinlich fortbilden.
[00:27:14] gerade wenn mein Geschichte der Politikwissenschaften unterrichtet muss man das wahrscheinlich sogar auch.
[00:27:19] aber trotzdem habe ich das Gefühl ist dieser Angst plötzlich antisemitisch abgestempelt zu werden oder sich überhaupt positionieren.
[00:27:32] Oder das zu sagen, auch wenn du da nicht mal Positionen bezogen hast so groß dass man es lieber wegschminkt.
[00:27:40] Ja und ja und das ist ein Riesenproblem und das glaube ich zumindest hier in Deutschland ein... Das ist nicht nur großes Problem sondern eine Katastrophe um ehrlich zu sein.
[00:27:58] Ja, also ich glaube schon einfach auch aufgrund des historischen Bezugspunkts mit dem Spania und Spanierinnen über Isra und Palästina sprechen können.
[00:28:10] Und zwar eben nicht den historischen Betrugspunkt in die Shoah, also in die NS-Zeit sondern ja weiß nicht... andere Bezugspunkte, wo es aber dann auch darum ging.
[00:28:26] Die sephatischen Juden sind ja auch aus Spanien sozusagen nach Israel emigriert und dort gab es natürlich einen gewissen Hass gegenüber Juden und Jüdinnen.
[00:28:39] Aber der Bezugsspunkt in Deutschland spielt beim Sprechen über Israel und Palästina ein extrem wichtigen... Grundpfeiler, wenn man so will.
[00:28:51] Also die Shoah ist das, worum es in Deutschland zumindest für Politiker und Politikerin geht und dadurch abgeleitet eben genau auch Ja, ich würde sogar sagen nicht nur die außenpolitische Verantwortung.
[00:29:15] Sondern vor allen Dingen auch die innenpolitische Verantwortung.
[00:29:18] und ich habe manchmal das Gefühl dass die Staatsrison eher ein innenpolitisches Dogma ist weil man sieht was in Folge dieser Verantwortung die man gegenüber Juden fühlt oder auch dem Staat Israel dann im Inneren alles passiert.
[00:29:35] also von jetzt Neustens jetzt erst wieder ein Gesetzentwurf, das ja auch den Bundesrat passiert hat.
[00:29:43] Dass die Migierung des Existenzrechts Israels justiziabel macht.
[00:29:48] Was, wenn man sich damit auseinandersetzt und völkerrechtlich gibt es da gar keine Begründungen.
[00:29:54] Also der Bundesverfassungsgericht wird genau hingucken und vermutlich dieses Gesetz wieder einkassieren.
[00:30:00] nicht weil ich nicht glaube das Israel-Existenzrecht hat.
[00:30:03] ja jeder Staat sollte ein Existenzricht haben.
[00:30:06] Es geht aber im Völkerrecht natürlich um souveräne Grenzen und um Selbstbestimmung.
[00:30:11] Das ist verankert in einem Völkerecht oder völkerrechtlich gibt's keinen Existenzhrecht im klassischen Sinne.
[00:30:18] Also da ist nicht geregelt, dass Deutschland Existenzrecht hat zum Beispiel.
[00:30:21] Also all diese ganzen Dinge die da gerade passieren und auch die vermeintliche Bekämpfung von Antisemitismus.
[00:30:29] Ich wurde der Selbstziel im Berliner Senat beim Aktionsfonds Antisemitism, so wie ich ja selbst Ziel von CDU-Politikerinnen, den autoritären Kampf gegen Antisematismus führen mich als zu links, zu Vogue und zu BDS-Nah bezeichnet haben.
[00:30:50] Und mich damit auch aus einer Jury ausgeschlossen haben.
[00:30:54] Also dieser Kampf ... der vermeintliche Kampf gegen Antisemitismus wird hier total ad absurdum geführt weil er zeigt es geht gar nicht um den Kampf von Antisemitism in Deutschland also zumindest nicht allen Politikern und Politikerinnen sondern es geht vor allem um Selbstentlastung des eigenen nicht aufgearbeiteten Ressentiments gegenüber Juden und Jüdinnen.
[00:31:21] Und genau das wollte ich auch sagen, dass auf der einen Seite die Staatssekretärin so eine Art Verantwortungsübernahme vielleicht am Anfang war und jetzt aber auch eine Verantwortungsabgabe wurde.
[00:31:34] So nach dem Motto wir haben uns selbst einfach für eine Seite entschieden und dabei bleiben wir oder da fragen.
[00:31:38] Das alles auch gar nicht mehr replikieren unsere eigenen Positionen dazu kaum.
[00:31:43] Ich habe schon auch das Gefühl Also das, was sogar der erzählt hat ist dass doch so viele ausgeladen wurden und da gab es auch Skandale.
[00:31:51] Und dann sind ja auch Senatoren zurückgetreten deswegen.
[00:31:56] Ich habe schon auch das Gefühl, dass diese... Das hat sowas Verlogenes!
[00:32:04] Also, man hat ja eine Position ganz klar.
[00:32:07] Angeblich ist jetzt auch die Union total queerfreundlich und so weiter und so fort oder... ...die Doppelmoral bei Gänz Spahn unter der Leihmutterschaft, wo man schon auch denkt, wenn ihr euch mal ehrlich machen würdet, dann solltet ihr jetzt einfach alle ganz leise sein?
[00:32:22] Und jetzt nicht so behaupten wir, ihr hattet die Weißöpfe mit Löffeln gefressen!
[00:32:27] Ja also ich... Ich sehe viel, viel doppelmoral auch gerade auf einer Bundesregierungsebene wenn es um die Unterstützung von Israel geht und versteht mich nicht falsch.
[00:32:39] Also ich habe ja eingangs gesagt meine Familie wohnt in Israel und natürlich möchte ich dass Israel bzw.
[00:32:44] meine Familie geschützt wird, wenn Raketen aus dem Iran kommen und so.
[00:32:49] aber wir müssen uns ehrlich machen und wir müssen wirklich die Frage stellen inwieweit möchte ein Deutschland das Und das ist interessant, dass aus der Asche des Nationalsozialismus überhaupt auch das entstanden ist was uns das Völkerrecht im Prinzip gebracht hat.
[00:33:14] Internationales Völkerrechts, humanitäres Völker Recht?
[00:33:17] inwiefern verraten wir einfach genau diese Werte gerade in Deutschland wenn eine Regierung in Israel unterstützen, die noch nie so rechtsextrem bis faschistisch war und mittlerweile nicht nur hinter vorgehaltener Hand sondern ganz offen Vernichtungsfantasien.
[00:33:39] formuliert gegenüber Passenenzen.
[00:33:41] Und wir täglich sehen, was in der Westbank passieren wird, täglich seh'n wie die Westbank eigentlich immer noch echtst unter einer extremen Hungersnot, die uns eigentlich alle beschämen sollte und wir aber trotzdem auch in Deutschland nicht klar genug uns hinter das Völkerrecht stellen können und universelle Werte quasi ja universelle werte und damit dann auch Konsequenzen gegenüber Israel einfordern oder auch walten lassen.
[00:34:17] Und das ist etwas, was mich eigentlich jeden Tag zerfrisst ehrlich gesagt Auch etwas, was ich so nicht oft besprechen habe.
[00:34:25] Zumindest auch nicht mit Familien in Israel.
[00:34:28] also weil da der die Sichtweise eine ganz andere ist und nicht universell draufgeguckt wird sondern singulär oder selektiv zumindest darauf geguckt wird und gesagt wird nein wir stehen vor der existenziellen Bedrohung Was war war?
[00:34:44] Oder was war ist mit dem siebten oktober?
[00:34:46] das war auf jeden fall etwas was die gesellschaft in israel komplett komplett durchgeschüttelt hat und auch noch mal traumatisiert oder retraumatisiert hat.
[00:34:59] Und trotzdem möchte ich nicht wahrhaben, dass genau das instrumentalisiert wird für das was in Palestina passiert aber vor allen Dingen auch hierzulande passiert.
[00:35:12] Nämlich, dass dieses Trauma sich offenbar wiederfindet auf einer politischen Ebene die im Prinzip dann Menschenrechte total selektiv anwendet und nicht erkennen kann das einfach auch Palästinenser-Palästinserinnen die Zivilbevölkerung in Palestina auch geschützt werden muss.
[00:35:32] um jeden Preis.
[00:35:35] Jetzt heißt es ja Trialoge.
[00:35:36] wir haben jetzt gerade von zwei Seiten gesprochen.
[00:35:39] Ist die dritte Seite dann die Schülerinnenschaft, die vielleicht einfach Deutsche sind oder noch keine Ahnung in der Thematik haben?
[00:35:48] Genau.
[00:35:49] Ja also es ist... Die Dritte Seite sind Schüler und Schüllerinnen und ja sie sind Deutsche, die sind aber auch das eine postmigrantische Gesellschaften, Einwanderungsgesellschaft.
[00:35:59] Die haben mit auch anderen Bezugspunkten zu tun ganz viele Ukraine- und Ukrainerinnen Aber auch Menschen, die zwei Fünfzehn nach Deutschland gekommen sind.
[00:36:11] Die auch in ihrer Schulzeit noch nie was vom Holocaust gehört haben oder gelernt haben und all diese ganzen Menschen das ist sozusagen die dritte Partei wenn man so will.
[00:36:21] also im Kollektiv ja Und der Trierlog der schafft Raum um genau auf diese individuellen Draufschaungspunkte eingehen zu können.
[00:36:33] Du hast vorhin gesagt, da würde ich gerne mal kurz reinschauen.
[00:36:36] Dass es dich auch irgendwie zerfrisst wie dieser Konflikt und das ist auch so groß ist, dass das wahrscheinlich auch gar nicht lösbar ist in unserer Generation und wahrscheinlich viele Generationen brauchen wird wenn wir von Lösungen sprechen können überhaupt.
[00:36:58] Wie hat dich das verändert?
[00:37:00] Also dich als Scheihoffmann!
[00:37:04] Bist du trauriger, nachtäglicher geworden?
[00:37:10] Einerseits sicherlich das.
[00:37:11] Dass ich traurig nachtäglich geworden bin und mich manchmal auch in so einer Gedankenspirale wiederfinden lässt die mich schlecht fühlen lässt aus der ich dann ganz schnell wie eine Flucht suche um nicht weiter mit beschäftigen zu müssen.
[00:37:32] Ich versuche immer quasi auch andere Themen zu haben, mit denen ich mich beschäftige.
[00:37:38] Und es ist extrem schwer weil das ja nicht nur ein Teil meiner meine Arbeit ist sondern einfach auch einen Teil meiner Biografie ist.
[00:37:47] also quasi kann mich dem eigentlich nicht so leicht entziehen wobei dann noch mal... Also hab da Glück weil ich hier in Deutschland lebe und ich mich hier in Deutsch dann dem Thema doch wieder ein bisschen entziehen kann.
[00:38:05] Gleichzeitig erfahren wir extrem viel Angriffe und auch persönliche Angriffs gegen mich, gegen mich als deutscher Jude der progressive Ansichten hat.
[00:38:23] Und der merkt dass gewisse Politikerinnen oder auch Menschen aus der Zivilgesellschaft gezielt gezielt Angriffe starten um unsere oder meine arbeit zu.
[00:38:41] Unterminieren oder zu diskreditieren und darauf hinzuwirken, dass wir Gelder entzogen bekommen oder das uns zumindest das Leben schwer gemacht wird mit Stellungnahmen.
[00:38:52] Mit Veränderungen von irgendwelchen Materialien die wir erstellt haben von Bildungsmaterialien von denen du gesprochen hast und Das führt ehrlicherweise dazu, dass ich eher motivierter bin, mich in diesen Boxring zu begeben und mit den Erfahrungen die ich sammle von vor Ort.
[00:39:17] Und es ist extrem wichtig ja weil ich komme als jemand der hier in Deutschland lebt und der mit jüdischen Wurzeln in Deutschland spricht aber gleichzeitig eben auch die Menschen vor Ort besucht und deren Geschichte mitbringt hierher.
[00:39:36] Und es mir eine ganz bestimmte Kredibilität gibt, über Isra und Parsina zu sprechen die ich dann wenn ich merke dass wir von allen Seiten angegriffen werden und von allen Seiten meine ich auch wirklich von allen seiten also sowohl von ganz rechts als auch von ganz links bestärkt mich das eher nochmal genau diese Plattform, dieser Mediator zu sein der eben genau das da einfließen lässt in den Misskurs.
[00:40:05] und deswegen ich einerseits ja es macht mich nachdenklicher trauriger.
[00:40:10] Oft will ich flüchten aus diesen Gedankenspiralen die ins Endlose führen weil eine Lösung dieses Konflikts nicht in greifbarer Nähe liegt.
[00:40:22] gleichzeitig will ich aber auch diesen Boxkampf und sehe es ein bisschen als Schachspiel.
[00:40:35] dass du so strechfähig bist zu diesem Thema, das du gar nicht mehr so lange rumeiern musst jetzt die richtigen Worte zu finden.
[00:41:12] Ich habe auch das Gefühl, da ist eine Stärke drin steckt, dass du genau weißt wie du das formulierst und das dann nicht wie ich das vorhin aus Versehen gemacht habe der falsche Teil zum Beispiel gejobbt wird oder so dass das ein Jahr auf vielleicht gelassener werden lässt.
[00:41:29] Also ich kann es für mich sagen, am Anfang habe ich mich nicht sprechfähig gefühlt zum Thema Behinderung und jetzt so nach fünfundzwanzig Jahren in dem Bereich ist es schon schwer jetzt Leute zu finden, denen noch so viel mehr wissen, dass sich vor Erfurcht erblasse wenn du verstehst was ich mein.
[00:41:50] Ja muss die ehrlicherweise sagen also so geht's mir nicht.
[00:41:55] Ich glaube es gibt auf jeden Fall... Dieser Konflikt, der ist und alleine schon dieses Wort konflikt wird hierbei zuhörenden vier Gefühle auslösen.
[00:42:07] Wir sprechen aber in der politischen Bildung über den in der Ostkonflikt weil er einfach sich als Begriff so etabliert hat.
[00:42:13] dann natürlich muss man über die Macht also mit Frieden logischerweise nachdenken was wir auch machen.
[00:42:18] also wir machen kritische politisch bildungen.
[00:42:21] um einen kleinen Disclaimer hier noch hinzuzufügen Guckt euch gerne auch an wie wir, wie wir über islampreis diener sprechen bei uns.
[00:42:32] Ja vielen dank Genau aber nee ich würde meine haltung als Ich würde auf gar keinen fall sagen dass Dass sich alles weiß beziehungsweise zu allem so sprechfähig bin.
[00:42:46] es gibt.
[00:42:46] So viele dimensionen und perspektiven in diesem ja tausend gewachsenen Konflikt, wenn man so will.
[00:42:57] Es gibt die Ebene vor Ort und da auch immer die Frage in der politischen Bildung – die Gretchenfrage!
[00:43:04] Wo beginnst du eigentlich, die Geschichte dieser Region zu erzählen?
[00:43:10] Also das ist sozusagen die Grettchenfrage einer politischenbildung.
[00:43:13] Gleichzeitig spreche ich aber hierzulande also in den Gefilden in Deutschland mit der Historie auch, die Deutschland hat.
[00:43:25] Erinnerungskulturellen Spezifikation nenn ich es mal und ich versuche tatsächlich in jedes Gespräch relativ unbeflegt zu gehen.
[00:43:44] Bin immer sehr froh, auch jetzt in meinem Podcast über hundert Folgen haben wir jetzt schon gemacht bei Über Israel und Palästina sprechen.
[00:43:50] Dass ich jedes mal Raul, jedes Mal neue Perspektiven kennenlerne und darüber total, total dankbar bin weil es einfach so viel zu wissen gibt!
[00:44:00] Und vielleicht einmal ganz kurz zurück zu Frank Jung mit dem ich gesprochen habe, halbe Kartoffel, zwei, einundzwanzig da war ich tatsächlich noch nicht... Da war ich noch gar nicht draußen Also draußen im Sinne von, ich hab da mich zu Isra und Palästina nicht geäußert öffentlich.
[00:44:19] Deswegen habe ich da keinen Widerstand bekommen.
[00:44:21] aber jetzt wage ich mich als Deutscher Jude mit den Beobachtungen und mit den Erfahrungen die ich gesammelt habe vor Ort endlich auch vokal zu sein und sprechfähig zu sein von allen Seiten einen Widerstand, weil ich für die einen nicht pro-palästinensisch genug bin.
[00:44:43] Für die andere Seite nicht pro israelisch genug sondern versuche, die Multiperspektivität sichtbar zu machen und dann wird mir eine Normalisation vorgeworfen usw.
[00:44:55] Also man kann in dieser Thematik gerade zur Israel-Palästinerkammern hier in Deutschland eigentlich nichts richtig machen und alles falsch machen.
[00:45:08] Wenn du diesen Podcast unterstützen möchtest, dann kannst du das mit einem kleinen monatlichen Beitrag tun.
[00:45:13] Im Gegenzug kannst du alle Folgen vorab hören und wirst wenn Du das möchtet hier im Podcast namentlich genannt.
[00:45:20] Alle Infos findest du auf im-aufzug.de.
[00:45:24] Diese Woche geht der Dank an Katharina, Florian & Marco.
[00:45:29] Ende der Servicedurchsage.
[00:45:31] viel Spaß beim zweiten Teil der Folge!
[00:45:37] Wie entscheidest du denn für dich, wann du in den Dialog gehst und wann das sich nicht mehr lohnt?
[00:45:43] Also ich gehe prinzipiell immer im Dialog oder versuche ihn immer zu suchen.
[00:45:50] Ich merke aber irgendwann wenn die Argumente, die wir austauschen, nicht mehr aufgenommen werden für die eigenen Argumentationsfindungen des Gegenübers sondern dass Sender und Empfängermodell in der Kommunikation nur noch zu einem Sender oder Senderin Modell wird.
[00:46:13] Dann irgendwann versuche ich höflich das Gespräch zu beenden, dann gibt es tatsächlich den sogenannten Wissenschaftler mit dem Begriff jetzt bekannt geworden ist.
[00:46:34] Dr.
[00:46:34] Peter Ulrich Dozent mittlerweile, ein Junior-Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht war lange Zeit am Zentrum für Antisemitismusforschung in der TU.
[00:46:44] Und er hat den Begriff des autoritären Anti-Antisemitismos sich überlegt.
[00:46:53] Der autoritäre Anti-antisemitismo sagt im Prinzip dass die Regierung oder Menschen in machtvollen Positionen, ihre Macht ausspielen zugunsten eines vermeintlichen Antisemitismus.
[00:47:11] Kampfes der mit autoritären Mitteln geführt wird also von Diskreditierung bis hin zu Fördergeldentzug bis hin zur BDS-Resolution und anderen Resolutions die durch den Bundestag gehen.
[00:47:32] das vorhin genannte Gesetz, dass durch den Bundesrat gegangen ist.
[00:47:36] Dass die Negation des Existenzrecht Israels justitiabel macht.
[00:47:40] Also all dieser ganze Kampf der darauf hinführt, Diskursräume zu verengen, den nennt diese Person Dr.
[00:47:52] Peter Ulrich eben autoritärer Antisemitismus und... Und den erfahren wir, den erfahre ich am eigenen Leib auch wie schon gesagt habe mit der Ausladung aus dieser Jury unter dem Vorwand.
[00:48:07] Ich sei zu links zu was das auch immer bedeutet.
[00:48:09] ja also sorry Raul aber wenn wir als zu links und zu Vogue gesehen werden Wenn wir Menschenrechte universell lesen also menschenrechtsbasiert arbeiten Dann take ich das, dann nehme ich es als Kompliment mit Kusshand wenn ich zu links oder zu Vogue bezeichnet werde.
[00:48:29] Oder beschimpft werden Anfangstrichen.
[00:48:31] Ich finde das total interessant also weil diese autoritäre Anti-Anti ja auch in anderen Bereichen vorzufinden ist ne?
[00:48:43] Also wenn einmal eine Kritik geäußert wird ist sie sehr schwer mit Fakten zu widerlegen, weil ja viel von Gefühlen dann auch gesprochen wird.
[00:48:54] Und ich glaube gerade der Vorwurf des Antisemitismus ist nicht mehr einzufangen wenn er einmal ausgesprochen wurde.
[00:49:04] das
[00:49:04] heißt die Person, die ihn ausspricht hat ja auch Macht und Verantwortung.
[00:49:10] So ist es.
[00:49:10] Ja und weißt du was wovor ich richtig Angst habe Raul?
[00:49:13] Dass wir irgendwann den Begriff des Antisemitismus und diesen Antisemitism Vorwurf so ad absurdum in die Inflation geführt haben, dass wir gar nicht mehr erkennen als Gesellschaft was wirklich Antisemitismus oder antisemitisch ist.
[00:49:32] Und was nicht antisemitische ist das da ist die große Gefahr also dass wir das eine angrasierende Antisematismus der den wir eigentlich auch tagtäglich in der Schule merken logischerweise wer infiltriert ist.
[00:49:46] durch social media aber auch weiß ich sozialisierungs bedingt oder vielleicht auch im peer group sind vereinen und so weiter gibt es einen.
[00:49:56] vor allen Dingen durch Social Media katalysierten Hass gegenüber Juden und Israel.
[00:50:01] Und einer Vermengung dessen auch gar nicht mehr so auseinander gedacht, dass auch Juden zum Teil gar nichts mit Israel zu tun haben könnten.
[00:50:13] Auch dieser Begriff oder diese Red Flagbegriffe wie apartheid, Zionismus, Zionazis und all diese ganzen Dinge die da sind werden so Ja, verkannt teilweise in ihrer Bedeutung und in ihrer Gewalt.
[00:50:36] In Ihrer Gewalt kann man schon fast sagen dass wir ein großes großes Problem haben wenn wir Antisemitismus bekämpfen aber eben diesen Antisemtismusbegriff verwässern, indem wir Diskursräume, intellektuelle Diskursläume sei es in Universitäten oder in Büchern, in Artikeln, in Phrytons ja dann dazu bringen am Ende auch mit diesem vermeintlichen Kampf dass sich Menschen einfach zurückziehen und das merken wir.
[00:51:14] Wir machen ja Trialoge mittlerweile nicht mehr nur noch an Schulen Raul sondern wir sind überall.
[00:51:20] also überall gibt es einen Bedarf über Israel und Palästina zu sprechen, das wirst du gar nicht glauben.
[00:51:24] Also von Medienhäusern, über Kulturinstitutionen alle sind extrem verunsichert weil sie eben auch zum Beispiel Wolfram ... Gott wie heißt noch mal der?
[00:51:37] Jetzt müssen wir raus.
[00:51:38] Weimar!
[00:51:40] Wolfram ne?
[00:51:41] Ja, ich glaube ja, Wolfram.
[00:51:43] Genau übrigens auch vom Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der irgendwelche Buch Buchladenpreise irgendwie absagt unter einem Vorwand, der Irre klingt.
[00:52:01] Also es sind autoritäre Prozesse die mir extrem große Angst machen und das ist tatsächlich die Gefahr, dass wir genau diesen Antisemitismus irgendwann verkennen und sich institutionalisiert im Sinne einer vielleicht bei der nächsten Bundestags.
[00:52:21] Wir müssen auch noch gar nicht so weit gucken, sondern jetzt im September sind Wahlen in Sachsen-Anhalt.
[00:52:26] Wenn die AfD gewählt wird, müssen wir Tachnitz reden?
[00:52:29] Dann kommt die AfD vielleicht in ein Kultusministerium in Sachsens Anhalt.
[00:52:35] und wie die AfD Geschichte erzählen wird ist der Beginn des Endes eines aufrichtigen Kampfes gegen Menschen ist der aufrichtige Kampf gegen gruppenbezogen Menschenverhältlichkeit.
[00:52:55] Es ist ein Ende sozusagen dieses Kampfes.
[00:52:58] Was ich so schockieren finde, ist ja dass wir das ja an ganz Gems vielen Fronten gerade erleben.
[00:53:07] also das ist ja nicht nur der israel-palestiner Konflikt, es ist auch keine Ahnung Mann Frau Ressismus Themen Abelismus-Themen.
[00:53:20] Überall scheinen wir uns gesellschaftlich gerade voneinander wegzuentwickeln, außer dann zu entwickeln quasi, zu polarisieren dass die Trialoge ja wahrscheinlich für fast alle Themenbereiche wichtig wären.
[00:53:36] Ja theoretisch schon.
[00:53:39] Könnte man das adaptieren auch auf andere Themenbereichen?
[00:53:44] Lass uns das vielleicht mal durchspielen spielen Menschen mit Behinderung, erblästische Themen.
[00:53:51] Wie wäre es denn wenn man eine Person mit Behnderungen und eine ohne Behinderungen zusammenbringt die vielleicht im Laufe ihres Lebens gelernt haben für einander Empathie zu entwickeln?
[00:54:04] Und sie damit auch sehr offen umgehen könnten.
[00:54:09] was könnte man sozusagen als Quintessenz durch die Vermittlung biografischer Bezüge zum einen und Lebenserfahrung zum anderen, aber vor allen Dingen jugendlich mitgeben.
[00:54:22] Also ich meine könnte man das vielleicht auch mit einem Ukrainer, einer Ukraine-Rin und einer Russin einen Russen machen beispielsweise.
[00:54:30] Das könntest
[00:54:30] du davon überzeugt?
[00:54:32] Ja, könnte man es mit dem Türken oder der Türken und einer Kurden und einem Kurden machen?
[00:54:37] also all diese ganzen Fragen kann man sich stellen und sicherlich hätte das was Unter dem unter der Voraussetzung glaube ich tatsächlich, dass beide zum einen sich gut kennen.
[00:54:55] Also ein Raul müsste sich mit einer Person zusammentunen die er oder sie schon sehr sehr gut kennt und eine Vertrauensbasis da ist.
[00:55:05] Wie Johann du?
[00:55:07] Genau wie Johann Ich.
[00:55:08] wir kennen uns ja schon lange vor dem... Oktober, dreiundzwanzig ehrlicherweise.
[00:55:13] Aber genau das müsste geprüft werden.
[00:55:16] aber ich glaube ja diese universellen Werte die wir vermitteln in diesem Dialograum gehen weit über Israel und Palästina hinaus sondern sie werben eigentlich für eine neue Diskurskultur ein neues zuhören für ein neues sich miteinander auseinandersetzen auf die Perspektiven des anderen Eingehen mit Schmerzen und Reibungen, die auch das Gesagte bei einem selbst erzeugen umgehen zu lernen.
[00:55:49] Also all das sind universelle Werte, die wir eigentlich vermitteln ja und das dürfte eigentlich adaptiert werden können auf viele andere Themen.
[00:55:58] Ist das der Grund warum deine Organisation geselbt im Wandel heißt?
[00:56:02] Und nicht Israel-Palestiner in Wandel?
[00:56:06] Ja, ich glaube das ist einer der Gründe.
[00:56:11] Warum?
[00:56:11] Ich glaube dass es wenn wir über wandel sprechen wir über die gesellschaft beziehungsweise vor allen Dingen auch über den individuellen wandeln sprechen.
[00:56:21] also jeder von uns Sollte einmal reflektieren was weiß sich eigentlich über menschen mit behinderung?
[00:56:27] was weiß ich über Menschen Die sich der synthese und romnia anschließen.
[00:56:37] Was weiß ich über Juden?
[00:56:39] Was weiß die über Passenenser erinnern, was weiß sich über als Deutscher vielleicht also als christlich-deutsch-sozialisierter...was weiß ich eigentlich über die Vergangenheit meiner Familie bevor ich mich überhaupt ein mische in die Thematik Israel-Palästine.
[00:56:54] Also all das spielt eine extrem wichtige Rolle und ich glaube da kommen wir in der immer komplexer werdenden Welt.
[00:57:01] beziehungsweise nee muss ich vielleicht auch korrigieren.
[00:57:06] Die Welt ist immer schon komplex, aber die Art und Weise wie die Komplexität uns erreicht über welche Medien sie uns heute erreicht da werden wir nicht drum herumkommen um auch jeden und jeder von uns Mittel- und Werkzeuge an den Hand zu geben, wie er oder sie wirkungsvoll werden kann im Rahmen seiner oder ihrer Möglichkeiten.
[00:57:30] Und dafür steht die gesellschaftlichen Wandel.
[00:57:36] Ich würde mal sagen, ich weiß gar nicht ob du dich selber als Aktivist sehen würdest.
[00:57:44] Aber Biaktivistinnen – ich nehme die jetzt mal kurz mit – Biaktiwistinnen haben ja irgendwie auch immer so das Gefühl vor allem wenn wir aus eigenem Betroffenen halt daraus arbeiten dass wir die ganze Zeit Verständnis zeigen müssen für die andere Seite und was wir aufklären usw.
[00:58:03] Und ich mich schon auch manchmal frage, wer zeigt eigentlich Verständnis für Aktivistinnen?
[00:58:14] Also weil wir bauen Brücken.
[00:58:19] Aber wer baut eigentlich Brücken zu uns?
[00:58:21] und das würde es mal sagen PolitikerInnen beispielsweise verantworten die mit dem Geld, die mit den Entscheidungshebeln.
[00:58:32] Da fehlt man sich doch auch manchmal relativ einsam, außer dass man mit anderen Aktivisten dann auch unterwegs ist.
[00:58:38] Aber das gleiche Problem haben?
[00:58:42] Ja also ich glaube tatsächlich, dass die Politikerinnen und Politikerin die nicht selbst entweder wirklich selbst oder in ihrer Familie zum Beispiel Menschen mit Behinderung haben, dass sie tatsächlich eher diese Brücken bauen würden zu einer Ich sag das jetzt mal sehr zugespitzt und vielleicht auch provokant, quasi die Brücken nur bauen wenn es ihnen selbst was nützt in ihrer politischen Agenda.
[00:59:16] In ihrer politische Arbeit, wenn sie eine Wählergruppe damit erreichen etc.
[00:59:22] Es gibt aber – und das merke ich – immer mehr Politikerinnen und Politikerin sich zumindest in dem Themenfeld Israel und Palästina Immer mehr auch damit auseinandersetzen, wie sich Deutschland die Bundesregierung eigentlich auch verhält.
[00:59:40] Und das sind noch lange nicht die allermeisten Mitglieder des Bundestages aber immer mehr Mitglieder dieses Bundestages dann doch die Frage stellen Wie wollen wir später einmal auf die Zeit zwei dreiundzwanzig fortfolgend?
[01:00:00] Und ich glaube, dass es da durchaus Menschen gibt die bereit sind auch Brücken zu bauen.
[01:00:07] Ich finde den Begriff Aktivist oder Aktivisten prinzipiell gut weil er zeigt das Menschen aktiv werden und ins Machen kommen und etwas verändern wollen proaktiv.
[01:00:19] aber auch dieser Begriff wird leider sozusagen ja auch von gewissen Gruppen als diskreditierender Begriff benutzt um irgendwie uns vielleicht nicht auf die gleiche Ebene wie Wissenschaftler oder wie auch immer eine Sprechaposition zu stellen, die vielleicht mehr Legitimität hätten zum sprechen.
[01:00:43] Deswegen bin ich da vorsichtig.
[01:00:45] aber ich würde mich auch als Aktivist bezeichnen... Oder
[01:00:48] Experte?
[01:00:49] Mindestens Experte!
[01:00:50] Genau.
[01:00:52] Aber ich merke tatsächlich Raul dass sich da was ändert.
[01:00:58] Wahrscheinlich wird das bei eblistischen Themen anders sein als bei Israel-Palästine oder anderen Themen wiederum.
[01:01:07] Aber ich glaube, dass die Zeit uns da so ein bisschen in die Karten spielt und ich jetzt zunehmend merke auch mit der Petition, die ich gestartet habe Sicherheit braucht recht auf Change.org, dass da auch zunehmt mehr Politikerinnen und Politikern drauf anspringen und tatsächlich die Brücken auch bauen wollen.
[01:01:25] zu mir.
[01:01:25] Wie gesagt, ich kann nicht für deine Thematik sprechen da bist du Experte aber zumindest sehe ich da auf jeden Fall eine Veränderung ne positive Veränderungen.
[01:01:35] was sie dann wirklich bewirkt letzten Endes weil
[01:01:38] es
[01:01:39] ist eine andere Frage genau
[01:01:41] Ich bin in meinem Engagement in den letzten Jahren zur stärkeren Erkenntnis gekommen dass sehr schnell auch so Floskeln gesagt werden um bloß jetzt nichts tun zu müssen.
[01:01:53] Das ist eine Floske, wie.
[01:01:55] wir müssen aufklären oder die Barriere in den Köpfen senken.
[01:01:59] Wir müssen Verurteile abbauen und wenn man dann, keine Ahnung, Markus Söder fragt, der solche Sätze sagt, was sollen wir denn jetzt tun?
[01:02:07] Wenn wir den Raum verlassen, dann ist Schwalgen im
[01:02:10] Walde.".
[01:02:11] Und die haben ja oft keine Antwort.
[01:02:14] Und das, was denen dann oft einwählt, ist wie man klebt Plakate oder macht Broschüren oder Werbespots und so immer.
[01:02:23] Und die Kommunikationseigezeugnisse dieser Plakate im Bereich Behinderung steht dann auf dem Plakat, Kinder mit Behinderungen haben ein Recht auf Spielplätze.
[01:02:35] Ja!
[01:02:35] Das ist doch eine Binse da brauche ich doch keinen Plakat für.
[01:02:38] und das ist auch kein Vorurteil weil die Bürgerinnen, die das Plakat liest ja auch nichts ändern kann an der Situation dass es nicht genug Spielplätze gibt, die barrierefrei sind und so weiter und sofort.
[01:02:50] Das heißt wir auch aus kommunikativer Sicht – und wir haben das ja beide auch studiert – aus kommunikativer Sicht, dass ja auch Streuverluste sind.
[01:03:03] Also wir kommunizieren eine Binzenweisheit an Menschen, die nie das Mandat hatten oder wahrscheinlich auch nie haben werden diese Situation zu ändern.
[01:03:12] Ja.
[01:03:13] Das heisst, es geht gar nicht darum... da Regen im Kopf abzubauen oder Vorurteile abzubauern, sondern es geht doch darum Begegnungen zu ermöglichen.
[01:03:24] Um dann einander kennenzulernen und dann... ...zumerken.
[01:03:28] ach er oder sie spielt auch gerne im Sandkasten oder er oder Sie ist vielleicht andere anderen Glaubens oder andere Überzeugung aber trotzdem hat er oder sich einen Lieblings-Eis.
[01:03:40] also versteht's was ich meine.
[01:03:42] Ja voll,
[01:03:42] ja.
[01:03:42] So banal zu machen uns fehlen einfach diese Begeglungsorte
[01:03:48] Absolut.
[01:03:50] Also erstmal plädiere ich dann dafür diese Plakate in das Büro von Markus Süder zu hängen und alle Wände in seinem Büro mit diesen Plakaten zu bekleben, weil obviously sollte der Adressat dieser Nachricht eigentlich genau er sein, der am Prinzip dann am Hebel sitzt.
[01:04:15] Aber ja du sagst etwas was enorm wichtig ist.
[01:04:18] Ich glaube hier an die Kraft von Begegnungen, wir haben ja auch schon in deinem Podcast drüber gesprochen.
[01:04:25] bei Frank habe ich darüber gesprochen was Begegenung einfach Kraft haben oder Begegendungen für Kraft haben Dinge Bei Menschen zu verändern.
[01:04:36] Das ist ja auch eine der Gründe warum es die Trelo gibt.
[01:04:38] ehrlich gesagt gerade also weil ich glaube oder erst mal die Beobachtung vorweggeschoben.
[01:04:45] Es gibt ganz viele Jugendliche, die in ihrem Leben noch nie einem Juden- oder einer Palästinenser begegnet sind.
[01:04:54] Exakt!
[01:04:55] Viele kennen vielleicht Palästenenser oder einen Juden von Erzählungen oder haben darüber bei irgendeinem Besuch einer KZ-Gedenkstätte gesehen, also die Toten Juden und Jüdinnen.
[01:05:07] Wie kennt man aber lebende Juden im Deutschland?
[01:05:12] Wie oft wurde ich gefragt ob ich Steuervergünstigung bekomme als Jude in Deutschland.
[01:05:18] Wie oft würde ich für das was die israelische Regierung da macht in Sippenhaft genommen.
[01:05:26] Also es sind wirklich sehr verschobene Perspektiven auf Juden und Jüdinnenhäuse.
[01:05:34] Und alleine Raul, dass eine Palästinenser in einem Klassenraum sitzen ist ein absoluter Brain-Explosion bei super vielen Schülerinnen und Schülern weil sie eigentlich gezeigt bekommen die beiden müssen sich hassen Weißt du?
[01:05:56] Und dann sitzen die beiden da und können miteinander sprechen.
[01:05:58] Sie sind nicht überall, in allen Themen einer Meinung aber machen das respektvoll miteinander.
[01:06:04] Das was stimmt, die Basis des Fundamenten ist dass Menschenrechte universell sind also dass sowohl Juden- und Jüdinnen ein Recht haben zu leben als auch Palästinenser und Passenenserin ein recht haben zu nehmen.
[01:06:18] Diese Basis stimmt und alles andere ist Demokratie.
[01:06:24] Deliberativer Diskurs ist miteinander ins Gespräch kommen und auch mal sich einzugestehen, dass man in gewissen Themen nicht einer Meinung ist.
[01:06:34] Und das alleine dieser Cocktail an.
[01:06:38] da sitzen zwei die doch sich eigentlich bekriegen müssten aber sich auf einer Basis von Menschenrechten, von universellen Menschenrechen verstehen Aber trotzdem nicht überall eine Meinung sind wenn es zum Beispiel um die um die Lösung vor Ort geht.
[01:06:53] Das ist eigentlich auch einer der Kerne des Trialogs.
[01:06:59] Um ehrlich zu sein, Begegnung!
[01:07:02] Also bei Bämme öffnet sich gerade eine Tür tatsächlich.
[01:07:06] Ich bin grade sehr dankbar für das, was du gesagt hast weil ich selber auch als jemanden, der sich mit dem Thema Inklusion schon Jahre beschäftigt oft auch das Gefühl hatte wenn wir jetzt von UN behinderten Rechtskonvention sprechen und von Grundgesetz und wie sind alle gleich?
[01:07:23] usw.. dass das für mich oft so eine Art Teebeutelspruch dann war oder Kalenderspruch.
[01:07:28] Man sagt es halt so, aber es wurde nicht mit Leben gefüllt und ihr fühlt es halt mit Leben.
[01:07:35] Zwei Menschen die das mitleben fühlen was das eigentlich erstmal bedeutet.
[01:07:41] Ja es wird greifbar auf einmal?
[01:07:42] Ja genau!
[01:07:43] Also ganz an uns, an uns Menschen wird das greifba... Versuche in anderthalb Stunden so viel Vertrauen aufzubauen, dass da auch Dinge gesagt werden die auch die Orten schlackern lassen.
[01:07:55] Also die hoch erblästisch werden oder antisemitisch sind, rassistisch sind anti-muslimisch rasistisch Aber das muss doch ausgesprochen werden.
[01:08:05] Also wo, wenn nicht in einer Schule, muss das ausgesprochen werden können?
[01:08:09] Damit wir es dekonstruieren können, damit wir sagen können bei allem Wohlwollen das aufgreifen können und sagen Wir würden es an der Stelle anders sehen und vielleicht ein Perspektivwechsel anregen und sage guckt mal Aus dieser Perspektive sieht es so aus Aber eine andere Perspektive würde vielleicht so darauf blicken.
[01:08:30] Das lässt sich auch nicht auflösen und alleine das ist extrem viel wert.
[01:08:38] Ein Thema, das mich in den letzten Monaten begleitet, weil ich glaube dass da extrem viel Musik drin ist, ist das Thema Scham.
[01:08:50] Ich hatte in diesem Podcast mal Katja Müller zu Gast, die ganze vielleicht, Aktivist-Strategie in der Klimabewegung vor allem Und der ist auf jeden Fall ein krasses Brain.
[01:09:05] Der hat mal gesagt, dass Scham tatsächlich etwas ist, das wir noch gar nicht ausreichend erforscht haben.
[01:09:12] Zum Beispiel als Olaf Scholz Kanzler wurde, dann nannte er sich der Klimakanzler und Daniel Müller meinte zu mir, irgendjemand muss jetzt Olaf Scholze sagen, dass er es nicht ist... Und die Frage ist, wie sagt man ihm das?
[01:09:29] Ohne dass er wütend zurückkauft.
[01:09:34] Das erleben wir gerade, wenn man Kritik äußert, man sofort in eine Ecke gestellt wird als Antisemit oder was auch immer.
[01:09:43] und diese Begleitung bei der Scham nicht klimakanzler zu sein ist quasi die Aufgabe, die wir wahrscheinlich gesellschaftlich haben, Menschen dabei zu begleiten.
[01:09:58] Also sich einzigestehen, dass sie nicht genug wissen über die Materie wie bei der anderen Seite ohne das das quasi eskaliert.
[01:10:07] und beim Thema Behinderung gibt's es tatsächlich auch ja?
[01:10:10] Es wird dann sehr schnell die Behindertenbewegungen zitiert mit dem Satz Wir sind nicht behindert, wir werden behindert wo?
[01:10:17] ich denke so Ja Aber wir sind auch behindert.
[01:10:20] Also da blickt mir nicht so gerne hin, dieses Schmerzen des Leids, die jetzt eingestehen... Man kann Dinge nicht mehr wie früher und man will ja nicht der Angry Cripple sein oder der frustierte Behinderte, der ja auch als Klischee existiert.
[01:10:39] Und diese Ambivalenz ist glaube ich ein ganz starkes Scharnthema.
[01:10:45] Ja voll!
[01:10:47] Ja, also ich merke das auch bei mir.
[01:10:49] Raul, da spricht du auch was total spannendes an?
[01:10:54] Also erst mal ... Ich hab ja eingangs erwähnt, dass ich aus einem ... Ich bin Arbeiterkind, der erste in meiner Familie studiert hat und wie oft fühle ich einen harten Imposter... Das hat ja auch ein bisschen etwas damit zu tun, ne?
[01:11:10] Dass man in manchen ... In manchen Umgebungen, in manchen Begegnungen fragt man sich oder fühlt man sich so ein bisschen Fehler am Platz.
[01:11:21] Also es ist sowieso auch eine Art von Charme hier nicht herzugehören, sich zu fragen, ist man überhaupt sprechfähig?
[01:11:31] und so weiter und sofort?
[01:11:32] Und dann natürlich die konstante Frage, die ich mir stelle, bin ich noch in der Lage überhaupt Alles zu sehen.
[01:11:44] Also bin ich noch in der Lage, alle Seiten und alle Perspektiven irgendwie... ...in meiner Haltungsfindung die eigentlich täglich passiert zu sehen?
[01:11:57] Und sich einzugestehen dass ich manchmal an der ein oder anderen Stelle weiße Flecken habe ist enorm enorm schmerzhaft und mit Charme behaftet weil ich dann ... in der Konsequenz, mir auch denke soll ich mich jetzt zu diesem Thema auf Social Media äußern oder eher nicht.
[01:12:19] Dann schiebe ich mich vielleicht dass ich gewisse Dinge irgendwie unter beleuchte... ...oder vielleicht unter komplex Darsteller.
[01:12:26] also das spielt die ganze Zeit läuft das wie so ein... Wie so einen Untertitel eigentlich mit?
[01:12:37] ehrlich gesagt
[01:12:41] Du hast in einigen Interviews auch offen über die Grenzen deiner Arbeit gesprochen, also Burnout-Erschöpfung.
[01:12:50] Das ist erstaunlich.
[01:12:51] wenig Menschen machen Wie merkst du für dich?
[01:12:57] Ich muss jetzt Pause machen Die Welt dreht sich trotzdem weiter.
[01:13:01] ich leiste sie nicht im Stich.
[01:13:05] Wie passt auf dich auf?
[01:13:08] Vielleicht erstmal vorweg.
[01:13:09] ich bin seventy Prozent schwerbehindert Was viele nicht wissen, weil es mir auch nicht auf der Stirn steht.
[01:13:17] Übrigens Behinderung, Schwerbehinderungen kommt oft auch als chronische Krankheit daher und ist in ganz vielen Fällen.
[01:13:25] Millionen von Bürgern sind behindert oder schwer behindert und man sieht's nicht auf den ersten Blick so.
[01:13:34] Vielleicht kennst du da andere Zahlen oder kannst das mit Zahlen untermauern?
[01:13:37] Ich kenne sie nicht.
[01:13:38] Aber genau, das ist auch eine Realität und manchmal... Zehn
[01:13:41] Prozent der Gesellschaft haben Erbähnungen!
[01:13:44] Zehn percent der Gesellschaft.
[01:13:45] vielen Dank!
[01:13:45] Und sieben-
[01:13:46] neunzig Prozent sind im Laufe des Lebens erworben.
[01:13:49] Ach krass also von den zehn Prozent.
[01:13:51] Genau.
[01:13:52] Ah ja, interessant.
[01:13:55] So einer bin ich denn mit fünfundzwanzig habe ich eine neue Niere bekommen Und ich bin jetzt fast zwanzig Jahre, also jetzt siebenundzwanzig, bin ich zwanzzig Jahre nie enttransplantiert.
[01:14:11] Das geht einher mit extremer harter Medikation von Immunsuppressionen und das schon zwanzich Jahre.
[01:14:17] und natürlich – und das will ich mir oft nicht eingestehen ehrlich gesagt – habe ich Nebenwirkungen wie Unkonzentriertheit Müdigkeit, Hautgeschichten irgendwie so hier was auch mit Schamen behaftet ist auf einer körperlichen Ebene.
[01:14:41] Ich nehme Cortison das hat mich auch über die letzten Jahrzehnte oder über den letzten Jahre auch körperlich verändern lassen.
[01:14:51] also es ist so etwas was ja wo ich versuche oft auch aus zu blenden und Wenn ich dann aber wieder ein Reality-Check mache Raul und mir vergegenwärtige, was sich da eigentlich täglich leiste als siebzig Prozent schwerbehinderte.
[01:15:13] Ist das oft schwer zu begreifen für mich?
[01:15:18] Weil ich das auch nicht will weil ich ein Stück weit auch nicht als der Schwerbehinderter gesehen werden möchte oder mich selbst auch so nicht begreifen möchte.
[01:15:27] mit der Arbeitslast die Ich habe mit den vielen, vielen Stunden die ich arbeite.
[01:15:32] Mit den körperlichen Einschränkungen, die ich habe.
[01:15:36] Untermauere ich oft auch meinen gesundheitlichen Zustand und manchmal gibt es so Momente wo ich eine extreme Form der Müdigkeit habe und das ausgesaugt fühlen meines Gehirns dass sich dann einfach mich was nicht ins Bett legen muss um sieben Uhr abends und schlafen muss oder auch mir eingestiegen muss, so irgendwann werde ich wahrscheinlich umklappen.
[01:16:03] Weil ich einfach nicht gesund bin und ich will es aber nicht wahrhaben.
[01:16:07] also immer dieser ja auch interessant weil ich da oft nicht drüber rede und viele das auch nicht wissen was mich irgendwo drauf weiß wer nicht irgendwo steht.
[01:16:21] im insta profil steht nicht sehr siebzig prozent schwer behindern.
[01:16:25] Sondern ich habe ein Unternehmen, bin Geschäftsführer.
[01:16:28] Ich bin aber auch jemand der in der Öffentlichkeit steht und eine Petition startet und da versucht irgendwie auch Dinge voranzubringen.
[01:16:35] Es ist eine extreme Mehrfachbelastung.
[01:16:39] In den Nacht haben wir Bücher geschrieben oder ein Buch geschrieben, Joanna und ich ... Und das ist manchmal auch für gesunde Menschen schon, ich meine es wird dir nicht anders gegen Raul.
[01:16:50] Also gesunde menschen würden unter unserer Arbeitslast wahrscheinlich schon zusammenbrechen aber wir funktionieren irgendwie weil unser Motivator oder Antreiber die Antreiberin ein anderer ist nämlich nicht geld unbedingt sondern vielleicht etwas bewegen zu wollen in der Gesellschaft und das hält uns sozusagen am leben und am machen und am tun.
[01:17:11] Aber irgendwann da bin ich mir sicher Und das ist eigentlich auch eine Frage der Zeit.
[01:17:16] Wäre ich vermutlich zusammenklappen?
[01:17:19] Das klingt hart, erzählen tatsächlich relativ viele Menschen mir die aktivistisch tätig sind und ich meine herauszuhören dass Menschen die im Bereich ihrer eigenen Betroffenheit unterwegs sind als Aktivistinnen eher darunter leiden als jemand der sagen wir mal zur freiwilligen Feuerwehr geht oder jemanden der das Klima schützt Auch wenn das natürlich für uns alle wichtig ist.
[01:17:46] Aber du kannst halt beim Klimaschutz um acht Uhr noch Feierabend machen und dein Leben leben, dass kein behindertes Menschen nicht so ohne Weiteres.
[01:17:57] Wenn der Aufzug trotzdem kaputt ist oder was auch immer?
[01:18:00] Voll!
[01:18:01] Ja.
[01:18:02] Gibt es etwas, was du bewusst nicht mehr tust obwohl es der Sache vielleicht gehen würde?
[01:18:14] Das ist eine gute Frage... Ich würde tatsächlich viel öfter gerne vor Ort sein, weil ich glaube diese Übersetzung.
[01:18:28] Diese Sprachrohr für die Menschen vor Ort nehme mich als extrem wertvoll und extrem wichtig war.
[01:18:40] Das kann ich aber aus diversen Gründen nicht so oft machen wie es gerne wollen würde, familiäre Gründe, aber auch andere Ja, aber auch andere Verpflichtungen sozusagen im Rahmen der Gesellschaft zum Wandel und anderer Dinge.
[01:18:59] Aber es gibt wenige Sachen, die ich eigentlich noch machen müsste obendrauf ohne tatsächlich dann irgendwann Gefahr zu laufen in den Burnout zu kommen.
[01:19:12] Und Gott sei Dank hatte ich bisher noch keinen Burnout.
[01:19:14] Ich habe da lange auch aufgrund meiner gesundheitlichen Geschichte, glaube ich daran gearbeitet an Angstzuständen und so.
[01:19:26] Und hab da jahrzehnte ehrlicherweise eine Psychotherapie gemacht die mir einen ganz wichtigen Werkzeughofer mitgegeben hat für die Zeit heute, die ich oft auch immer noch durchstehen muss.
[01:19:43] Gibt es Themen über die du heutzutage schweigst zu denen du aber gerne was sagen würdest?
[01:19:51] immer so ein Konflikt, ein innerer Konflik.
[01:19:56] Ich würde am liebsten zu so vielen Dingen sagen was sagen und ich sehe und beobachte die gesellschaftspolitische Entwicklung und auch anderenorts sehr bewusst bin mir aber auch bewusst dass viele andere Menschen sehr viele Meinungen und Dinge sagen auch auch zu diesen Dingen die vielleicht nicht in deutschland passieren sondern im sudan oder anderswo wo eben auch menschen tagtäglich getötet werden oder hungern zum beispiel.
[01:20:31] also ich würde ich würde viel lieber Ja, viel mehr themen ansprechen aber dann ist das tatsächlich eine abwägung einfach der kraft der emotionalen stärke Die ich habe und aufbringen kann Und da konzentriere ich mich auf eine, quasi ein Monothema und das ist Israel und Palestina.
[01:20:57] Aber natürlich ist mir bewusst traurig!
[01:20:59] Ich müsste viel vokaler sein gerade auch mit meinen Netzwerken die ich habe also Bescheiden habe.
[01:21:05] ja ich bin reich jetzt nicht Millionen von Menschen aber ein paar Zehntausend müsste ich viel mehr zu Behindertenrechten machen.
[01:21:13] ich müsste vielmehr zu Frauenrechten Diskriminierung gegen die Stintisse Romnias machen, die übrigens die meist diskriminierteste Ethnier in Deutschland sind.
[01:21:26] Im Übrigen wissen viele nicht.
[01:21:29] Ich könnte so vieles machen muss aber auch tatsächlich meine Kräfte und meine Krächte, die ich auch im Rahmen meiner gesundheitlichen Einschränkung habe ein bisschen portionieren.
[01:21:39] Und besonders von Canceling also dass du dich gerne trauen würdest zu etwas Konstituenten beziehen Aber du das Gefühl hast, du wirst oder wurdest gecancelt?
[01:21:49] Oder getowned policed.
[01:21:54] Ich glaube mittlerweile mit Blick auf Israel und vor allen Dingen auf Palästina Westbank Gaza Und den auch geopolitischen tektronischen Verschiebungen in Libanon Syrien Iran Irak Jordanien, Ägypten und so weiter.
[01:22:12] Und sofort ja.
[01:22:13] USA, China Russland, USA, all damit.
[01:22:17] Absolut!
[01:22:19] Ich glaube da gibt es eigentlich nicht mehr viel gerade zu Israel-Palästina.
[01:22:22] also ich merke ja ich versuche auch mit meiner Petition jetzt eine große breite Masse der drei bis vier Deutschen anzusprechen die sich der aus Politik wünschen, also der Bundesregierung gegenüber der israelischen Regierung.
[01:22:46] Und mittlerweile habe ich jegliche Akzeptanz verloren gegenüber Politikerinnen und Politiker, die sich... dermaßen einseitig und zum teil rassistisch auf die eine seite schlagen dass ich mir sage.
[01:23:20] Die menschen dort haben alles verloren.
[01:23:24] was kann ich hier in deutschland eigentlich verlieren?
[01:23:28] also fördergelder ok schlimm aber kann ich meine wohnung verlieren?
[01:23:33] kann nicht meine familie verlieren?
[01:23:35] und so weiter.
[01:23:35] sofort und diese abwägung.
[01:23:37] die fühlen eigentlich unweigerlich dazu das ich sage.
[01:23:41] auf die Befindlichkeiten, deutscher Politiker und Politikerinnen kann ich nicht mehr eingehen wenn ich vor Ort regelmäßig mit Menschen im Austausch bin.
[01:23:54] Und erlebe am eigenen Leib wie die vor der Zerstörung ihrer Existenz riecht.
[01:24:02] Und dann mittlerweile denke ich mir... Da gibt's nichts mehr, was ich eigentlich noch sagen könnte.
[01:24:09] Ich werde sowieso schon gecancelt aus Syries rausgestrichen oder von anderen Listen gestrichen weil ich einfach zu progressiv bin und auch die andere Seite und das Leite der anderen Seite sehe dass mir das mittlerweile Schnurzpips egal ist.
[01:24:27] Das war auch eine starke die daraus erwächst ne?
[01:24:29] Eine Resilienz ne?
[01:24:30] Absolut!
[01:24:32] Genau...eine Viermens auch
[01:24:36] Ich hab beim Radio damals gelernt, ja bei Radio Fritz gearbeitet und ganz anderes Thema aber das fällt mir dazu gerade ein.
[01:24:45] Das Thema beim Radio ist immer jungen Radio dass die höhere Inlandschaft Jünger ist als die Belegschaft Und wie er jetzt zu Augenhöhe.
[01:24:55] und dann wird lange gearbeitet an dem Thema und sind zu der Erkenntnis gekommen Wir begegnen Menschen über dreißig Schabant aber respektlos.
[01:25:05] Also nur weil jemand älter ist, heißt das nicht dass er oder sie recht hat.
[01:25:08] Nur weil jemand Politikerin ist... ...oder nicht behindert ist oder was auch immer heißt es nicht automatisch dass er... oder sie Recht hat.
[01:25:14] Aber wir bleiben höflich in der Sache.
[01:25:17] Voll!
[01:25:18] Ich habe auch bei dir das Gefühl, das hast du auch in dem Podcast gesagt,... ...dass man extrem weit kommt wenn man lange höflig bleibt.
[01:25:27] Oder überhaupt höfig bleibt.
[01:25:30] Ja.
[01:25:32] Das ist so ein... Ich glaube tatsächlich, dass wir respektvoll miteinander umgehen.
[01:25:38] Das ist zum Beispiel auch einer der Wünsche die wir in so ein Raum reintragen wenn wir so einen Trierlook eröffnen.
[01:25:43] also wir wünschen Wir kommen sozusagen mit Wünschen für einen mutigeren Raum den wir eröffneten und Einer der wünsche ist Respekt voll miteinander umzugehen und Miteinander sich hinzusetzen einander zuzuhören und das ist etwas, was in der Gesellschaft verloren gegangen ist.
[01:26:03] Und das zählt aber auch Politikerinnen und Politikerin mit ein.
[01:26:07] Also wenn ich nenne das jetzt mal ein konservativer CDU-Politiker, der Israel aus einem Schuldempfinden heraus unterstützt und wenn er an Juden und Jüdinnen denkt besonders Tote Juden und Jüdinnen denkt aufgrund der Shoah, dann versuche ich immer noch möglichst höflich auf diesen Politiker zuzugehen.
[01:26:37] Da gab es ein Gespräch das sich hatte im Deutschlandfunk zusammen mit einem CSU-Politiker aus Bayern und Daniel Marwetski, einem Wissenschaftler oder Professor aus China tatsächlich auch Bücher schreibt, wir haben zu dritt miteinander gesprochen und wir sind extrem höflich geblieben.
[01:26:54] Und wollten auch verstehen weil dazu gehört ein Stück weit einander verstehen zu wollen wohlwollend und fragend neugierig aufeinander einzugehen und zu fragen Raul.
[01:27:07] wie meinst du das eigentlich wenn du gewisse Dinge sagst?
[01:27:13] Nicht per se Raul als Rassist oder Antisemit abzustempeln, weil du gewisse Dinge sagst vielleicht auch aus einer... Aus einem Unwissen heraus.
[01:27:22] Einer Unsicherheit heraus, einer... Ja, genau, Unsicherheitsheraus sondern wirklich höflich die Motivation dahinter zu erfahren.
[01:27:38] Und wenn man dann aber merkt irgendwann, und dann kommt auch ein Dialog irgendwann an einen Ende.
[01:27:43] Wenn man dann merkt diese Person hört nicht auf die Argumente, die ich hervorbringe und sage weil einer der Argumete dieses Gesprächs, dieses Radiointerviews auf Deutschlandfunk war eben dass eine Anerkennung eines palästinensischen Staates am Ende eines Verhandlungsprozesses stehen sollte.
[01:28:09] Und dann habe ich das Argument aufgedraht, aber mit wem soll denn eine vermeintliche Terrororganisation einer Organisation die den israelischen Staat nicht anerkannt und eben am siebten Oktober das verrichtet hat was ihr verrichtelt habt?
[01:28:23] Mit wem soll diese Partei auf der anderen Seite wiederum auch mit einer Partei rechtsextremistisch und faschistisch ist, die sich auch keinen Palästinenserstaat neben sich vorstellen kann.
[01:28:39] Wie soll denn da ein Verhandlungsprozess stattfinden?
[01:28:41] Da gibt es kein Verhandlungsprozess!
[01:28:43] Und auf dieses Argument ist diese Person gar nicht eingegangen beispielsweise.
[01:28:46] Also da gibt's wie eine Art abgespugelte Textebene... fernab jeglicher Realität vor Ort ist, die aber übertüncht ist mit einem Schuldgefühl.
[01:29:03] Mit einem Schultkomplex der ja im Prinzip dazu verhilft eine Realitätsverweigerung an den Tag zu legen, die wirklich beeindruckend ist weil das auch ne Form von Resilienz ist.
[01:29:19] für die andere Seite vielleicht.
[01:29:20] Aber ich glaube genau an dieser Stelle setzt die Scham ein weil er vielleicht
[01:29:27] guter Mann war.
[01:29:28] Weil er vielleicht merkt, oh verdammt ich bin gar nicht Sprechfeld in dem Bereich und wiederhole mich, und wieder hole mich, ich wiederhole mir, weil der Schau einen Punkt hat.
[01:29:41] Im besten Fall Raul wäre das genau das was wir bräuchten in unserer Demokratie und auch im Sinne einer neuen Diskurskultur die wir finden müssen.
[01:29:53] dass so ein Politiker sagt live im radio ja sie haben einen punkt sie überzeugen mich soweit habe ich nicht gedacht.
[01:30:04] Bis wir dahin kommen und dass sich das aber auch fortführt in zum beispiel talk shows von mein brit ilna bis an der will gibt es ja nicht mehr aber markus lands und so weiter das menschen dort sitzen.
[01:30:16] Und tatsächlich mit ihrer agenda diese agenda runter rattern sondern wirklich versuchen zu verstehen dass da andere perspektiven sitzt mit anderen talking points mit anderen befindlichkeiten und diese befindlichkeit vielleicht auch im widerspruch stehen zu einem selbst und man Vielleicht auch merkt ja und sich auch eingesteht genau diese Scham überwindet.
[01:30:40] Und sagt Ja, schweren Herzens muss ich ihnen mitteilen dieser Punkt ist zwar und ich muss den mitnehmen und vielleicht muss ich da meine Haltung revidieren und das sehen wir aber nicht.
[01:30:53] genau diesen wie überkommen wir eben genau diesen diesen diesen Schritt diesen Tipping Point wenn wir es schaffen genau diesen Tipping point zu überkommen dass Der CSU-Politiker in diesem Radiointerview sagt, ja sie haben einen Punkt.
[01:31:07] Stimmt!
[01:31:08] Auf beiden Seiten gibt es gerade Parteien auch auf der Seite die ich sozusagen aus einer historischen Pflicht heraus unterstütze, gibt es sehr problematische Politiker und Politikern mit denen man sich nicht an einen Tisch steht weil Faschismus ist Faschwismus egal woher er kommt ob er aus Italien kommt oder Ungarn oder Israel das müssen wir benennen ...
[01:31:36] bin ich gerade ziemlich stark, dass wir das so rausarbeiten konnten.
[01:31:43] Es gibt ja... Ich hab das vor vielen, vielen Jahren meinem Radio gehört, ich habe es leider nie wiedergefunden.
[01:31:49] Bleib kannst du mir helfen?
[01:31:50] Es gibt Projekte wo versucht wird, Dialog aufrecht zu halten, ähnlich wie hier mit den Trialogen aber quasi vor Ort.
[01:32:02] Quasi auch an der Front.
[01:32:05] Kilo-Projekte, Filmprojekte.
[01:32:07] Theaterprojekte und so weiter.
[01:32:09] Und ich hab im Radio von einem Projekt gehört wo es gesagt wurde man versucht familientherapeutische Ansätze also wo zwei Paar Parteien eines Partes sich soweit auseinander entwickelt haben das sie nur noch streiten.
[01:32:28] da sucht man gemeinsame Themen zu finden wie zum Beispiel die Erziehung des gemeinsamen Kindes Auf dem man sich konzentriert und das zu übertragen auf internationale Ebene.
[01:32:40] Also zu sagen, in einem Kabelbeitrag ging es um die Frage der Kernfusionsreaktor oder die ISS oder die Klimafrage.
[01:32:49] Das könnten so Themen sein wo wir uns alle gleichermaßen drunter versammeln können und ein gemeinsames Thema haben dass wir versuchen und dabei vielleicht uns neu aneinander annähern können.
[01:33:07] Du kannst mir nicht so deutlich sagen, wirst du ein Projekt das gelitten machen?
[01:33:12] Nee leider nicht!
[01:33:14] Aber ich habe ganz ähnliches Gespräch geführt mit Professor José Brunner aus Israel, der sich eben genau die beiden Konfliktparteien in Anführungsstrichen-Konflikt-Parteien aus einer psychoanalytischen Sicht anschaut und sich dieses Trauma anschaut auf beiden Seiten und sagt welche Ableitungen folgt daraus auch in der Reaktion der israelischen Regierung aber auch der Hamas.
[01:33:44] was das eigentlich im Kollektiv bedeutet, wenn die Ehre verletzt ist und der siebte Oktober überhaupt hessieren konnte.
[01:33:50] Und wie Israel darauf reagiert hat.
[01:33:52] und so ist super super spannend aus einer psychoanalytischen kollektiven Ebene auch mit Vorsicht zu genießen natürlich sowas zu kollektivieren.
[01:34:00] aber ich glaube da ist ganz ganz viel viel drin wenn man überlegt dass in so vielen gesellschaftlichen Schichten und Themen vor allen Dingen Betroffene sitzen, die hoch traumatisiert sind.
[01:34:17] Und die alle in irgendeiner Weise einen Raum brauchen um vielleicht im Form einer Supervision oder Mediation einfach sprechen zu können.
[01:34:30] Wie man das auf eine gesellschaftliche Ebene hebt und diese auch kollektive Trauma.
[01:34:37] was da passiert ist am siebten Oktober mit dem Zerstörungsfeldzug der israelischen Armee auf die anderen Seite im Gaza-Streifen hat das ja auch nicht minder zu traumatischen Erlebnissen geführt, wie man dem eigentlich her oder Frau werden kann.
[01:34:53] Und das ist eine extrem spannende Frage und ich glaube einer der Fragen für die Zukunft Wie können wir die vielen Verletzungen und Brüche der Menschen, die sie in eine post-migrantische Gesellschaft mitbringen auf einer Ebene behandeln.
[01:35:14] Die uns am Ende als Gesellschaft gut tun und zwar so gut tun dass sie uns als Heterogene und diverse Gesellschaft zusammen bringen und in Frieden und Akzeptanz miteinander leben lassen?
[01:35:30] Wenn das meine ich ein fast perfektes Schlusswort ist, lieber ich weiß.
[01:35:37] Wir sind schon über eineinhalb Stunden im Aufzug drin und vielleicht mal Zeit, dass wir langsam nüften.
[01:35:44] Ich
[01:35:45] habe extra geduscht heute Morgen.
[01:35:47] Sehr gut!
[01:35:47] Vielen Dank.
[01:35:49] Aber bevor das Gespräch bei Ihnen und der Aufzug ankommt, tatsächlich noch eine Frage gibt es Literatur-, Filme-, Menschen-, Personen-, Projekte-Vereine, was auch immer die... über dein oder meinen Teamfeld hinaus.
[01:36:05] Du empfehlen würdest, jemand sich noch mal anschauen kann, die dich beeindruckt?
[01:36:12] Ja also sicherlich für mein Teamfeld.
[01:36:16] bin jetzt wieder bei meinem Teamfeld.
[01:36:19] Vereine und Menschen in Israel und Palästina.
[01:36:22] Da könnt ihr gerne in die Show notes gucken.
[01:36:24] vielleicht schicke ich sie dir dann Raul Und du bindest sie ein.
[01:36:30] Das sind Graswurzelbewegungen das sind einzelne Menschen.
[01:36:35] Und darüber hinaus, ich meine es gibt so die Initiative auf eine Gesellschaft, die ich spannend finde.
[01:36:43] Die viele spannende Projekte macht um einfach an dieser offenen Gesellschaftsidee festzuhalten.
[01:36:51] Es gibt soziale Helden Es gibt so viele tolle Initiativen Ähm, die Beachtung geschenkt werden müsste.
[01:37:07] Die wir hier in einer endlose Shownote-Liste einfügen könnten aber... Das
[01:37:11] Internet!
[01:37:13] Ja das Internet.
[01:37:16] Ich würde jetzt vielleicht unseren gemeinsamen Freund äh doch Herr Ben Fanbo mit seinem Projekt Heune Haus oder Gemeinwohlbau unbedingt auch schwamm da antworten ob ich frage
[01:37:29] voll
[01:37:31] der Mieten zu finden?
[01:37:33] Ja, danke dass du das zu wann wir erwähnt genau.
[01:37:35] Gemeinwohlbau machen gerade die vergeben gerade Genussrechte und sind haben es tatsächlich die vierhunderttausend Euro Marke überschritten was großartig ist.
[01:37:44] sie brauchen fünf hundertausend euro um Das Grundstück ihrer Wahl kaufen zu können und dort dann ein Bauprojekt zu starten alles in Form von sozusagen tiny Apartments, Einheiten die bezahlbares Wohnen in der Stadt und das ist wichtig.
[01:38:02] In der Stadt wieder ermöglichen und überhaupt diese Debatte anstoßen, die in Zukunft glaube ich eine der sozialen Fragen wie wir auch sehen im in der bevorstehenden Abgeordnetenhaus waren in Berlin nicht in Deutschland.
[01:38:18] Im Berlin ist es natürlich auch ein Riesenthema bezahlbare Bezahlbarer Mieten.
[01:38:22] Berlin ist Einer der teuersten Städte geworden mit verrückt hohen Mieten mittlerweile und wann man mit der Gemeinwohlbau versucht, da andere Antworten zu finden.
[01:38:35] Die experimentell sind die frisch sind, die innovativ sind und da lohnt sich auf jeden Fall den Blick in die Gemeinwohlbau vielleicht auch mit Geld.
[01:38:44] Auf welche Frage hast du keine Lust mehr antworten zu müssen?
[01:38:52] gibt es glaube ich keine Antwort.
[01:38:57] Keine Antwort gibt's auch, weil es gibt keine Frage die ich nicht beantworte.
[01:39:03] Ich bin jemand der Menschen liebt und ich gehe prinzipiell in alle Fragen erstmal offen rein und versuche Antworten zu finden.
[01:39:12] Auch wenn ich vielleicht nicht die richtige oder die eine Antwort dafür habe.
[01:39:17] aber ich glaube das sollte immer eine Öffnung sein für ein weiteres Gespräch.
[01:39:23] jede Frage
[01:39:26] Auch wegen die Frage, aber wo stehst du jetzt wirklich?
[01:39:29] Auf welcher Seite?
[01:39:30] Nee.
[01:39:31] Weil selbst diese Frage kann ich wieder in eine Antwort Münzen, die dazu anregt zu überlegen, brauchst eigentlich dieses Seitendenken?
[01:39:40] also muss ich diesen Positionierungsdruck auf einer Person überhaupt ausüben?
[01:39:47] oder wollen wir gemeinsam überlegen?
[01:39:50] Muss es die eine oder die andere Seite sein oder kann das nicht vielleicht auch beide Seiten sein?
[01:39:55] Dann hat man die Frage wahrscheinlich ständig gestellt bekommen, dass man einfach müde wird.
[01:40:01] Nee da wäre ich nicht müde, sondern da bin ich eher angespornt genau in diesen Austausch zu gehen.
[01:40:07] Dafür mache ich das auch was Ich mache.
[01:40:10] Du fragst dann zurück warum wollen sie das wissen?
[01:40:12] Zum Beispiel oder auf welche Seite stehen Sie denn?
[01:40:17] Das ist auch eine Behandlung einsteigen.
[01:40:19] Auf welcher Seite stehen sie denn?
[01:40:20] Warum willst du das
[01:40:21] wissen?!
[01:40:24] Sehr gut!
[01:40:25] Gleich mal demonstriert, wie man das richtig macht.
[01:40:28] Ich habe viel gelernt, lieber Schei.
[01:40:31] Tatsächlich auch über diese Anweberlinz und wie wir sie ausheigen... Und dass es auch immer scheinlich leichter wird.
[01:40:41] Dass ist aber etwas ist an dem man wächst, an dem er stärker wird.
[01:40:47] Ja
[01:40:48] Wenn die Aufzugtee jetzt aufgeht, wo geht's wirklich weiter?
[01:40:53] Also jetzt ganz konkret in den Alltag eines Geschäftsführers, der Gesellschaft im Wandel mit Meetings und Teammitgliedern.
[01:41:04] Jetzt ist aber wir sprechen ja jetzt Ende Juli miteinander.
[01:41:07] das heißt wir haben jetzt ein bisschen Ferienzeit bei uns.
[01:41:10] Das heißt es ist generell ein bisschen leiser und bald geht es in den Urlaub.
[01:41:16] die Aufzug bringt mich in die ganz obere Etage, wo dann hoffentlich die Sonne scheint und vielleicht ein See in der Nähe ist.
[01:41:26] Und ich ein bisschen mich erholen kann.
[01:41:28] Dann wünsche ich dir eine fantastische Aurolohn!
[01:41:31] Ich freue mich auf einen Wiedersehen im Real Life.
[01:41:34] Danke lieber Raul.
[01:41:35] Danke für das Gespräch und danke für die tollen Fragen.
[01:41:37] Dir gerne schön dass du da warst.
[01:41:39] Danke.
[01:41:44] Danke fürs Mitfahren Wenn ihr mögt und euch diese Folge Spaß gemacht hat, bewertet diese Folge bei Apple Podcast, Spotify oder wo auch immer ihr zuhört.
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[01:42:02] Schaut da gerne mal rein!
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[01:42:38] Am Anfang der Folge haben wir uns gefragt was passiert wenn man den Notrufknopf drückt?
[01:42:43] Die Antwort keine Panik Du wirst direkt mit einer notrufzentrale verbunden.
[01:42:48] Wichtig halte den Knopf mindestens drei Sekunden gedrückt Dann kommt ein Techniker oder eine Technikerin um dich zu befreien.
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Das Bild zeigt ein Porträt von Shai Hoffmann für den Podcast „IM AUFZUG“ (Folge 112). Der Mann hat lockiges, dunkles Haar, einen Dreitagebart und blickt direkt in die Kamera, während er die Hände vor der Brust verschränkt. Er trägt einen dunklen Pullover über einem Hemd vor einem unscharfen Innenraum-Hintergrund. Über dem Bild liegt ein weißes Zitat: „»„[...] man kann in dieser Thematik, gerade zu Israel und Palästina, [...] hier in Deutschland eigentlich nichts richtig machen und alles falsch machen.“«“ Darunter stehen die Angabe „Shai Hoffmann - Folge 112“ sowie der Bildnachweis „Foto: Steve Herud“. Oben links befindet sich das Podcast-Logo „IM AUFZUG“, unten rechts der Hinweis „Finanziert durch Steady Mitglieder“.

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Dieser Podcast ist eine Produktion von Schønlein Media.
Produktion: Fabian Gieske, Judith Stiegler-Trost
Schnitt und Post-Produktion: Hanne Pasdzior

Coverart: Amadeus Fronk

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