Wie lernen junge Menschen echte Selbstwirksamkeit, statt nur Verbotspolitik zu erleben?
Diese Woche spreche ich mit Marina Weisband, einer der profiliertesten politischen Stimmen unseres Landes. Sie ist Psychologin, Autorin und Aktivistin, aber vor allem eines: eine Person, die unerschrocken für eine lebendige, digitale und gerechte Demokratie kämpft.
Wir sprechen über ihren Weg: von ihrer Herkunft und der prägenden Erfahrung, als Kind aus der Ukraine nach Deutschland zu kommen, bis hin zu ihrem plötzlichen Aufstieg in der Piratenpartei. Marina teilt mit mir ganz persönliche Einblicke in ihr Leben mit ADHS und der chronischen Erkrankung ME/CFS.
Wir tauchen tief ein in die großen Fragen unserer Zeit: Passen Glaube und Psychologie zusammen? Wie begreifen wir, dass alle Menschen Menschen der Geschichte sind, und welche Verantwortung ist daran geknüpft? Und warum sehnen wir uns alle nach Gemeinschaft? Marina erklärt, wie wir junge Menschen beim Umgang mit Social Media begleiten können, stellt ihr Herzensprojekt Aula vor, das Schülern echte demokratische Mitbestimmung ermöglicht, und zeigt auf, was konstruktiven Aktivismus ausmacht. Gemeinsam blicken wir auf die Zukunft der Demokratie, diskutieren das Konzept von „Change by Catastrophe“ und den Begriff der Macht.
Marina hinterfragt das System nicht nur, sondern gestaltet es aktiv mit.
Aufzugtür auf für Marina Weisband!
[00:00:04] Gibt es eigentlich berühmte Songs über Aufzüge?
[00:00:06] Tatsächlich gibt es einige und einer der bekanntesten erzählt von der Liebe im Fahrstuhl.
[00:00:12] Welcher das ist erfährster am Ende dieser Folge.
[00:00:15] Jetzt viel Spaß mit Raulem Aufzug wünscht Schindler!
[00:00:22] Diese Woche spreche ich mit Marina Weisband, eine der profiliertesten politischen Stimmen unseres Landes.
[00:00:29] Sie ist Psychologin Autorin und Aktivistin aber vor allem eines eine Person, die unerschrocken für eine lebendige digitale und gerechte Demokratie kämpft.
[00:00:40] Wir sprechen über ihren Weg von ihrer herkunft- und prägen Erfahrung als Kind aus der Ukraine nach Deutschland zu kommen bis hin zu ihrem politischen Aufstieg in den Piratenpartei.
[00:00:50] Mahida treibt mit mir ganz persönliche Einblicke in ihr Leben – mit ADHS und der chronischen Erkrankung MECFS!
[00:01:04] Gemeinsam blicken wir auf die Zukunft der Demokratie, diskutieren über das Konzept von Change by Catastrophe und den Begriff der Macht.
[00:01:13] Marina hinterfragt das System nicht nur sondern sie gestaltet es aktiv mit.
[00:01:19] also Aufzugtier auf für Marina Weißband Die Tür geht auf und wer kommt rein?
[00:01:26] Ich freue mich wirklich sehr.
[00:01:28] jedes Mal zu Gast ist Marina Weissband heißt ich willkommen an Podcast.
[00:01:32] Hi!
[00:01:33] Danke dass ich hier sein darf.
[00:01:36] Ich bin, muss ich ehrlich gesagt zugeben ein großer Fan deiner Arbeit und deiner Person.
[00:01:41] Sehr gleichfalls!
[00:01:42] Ich glaube, ich kenne dich seit der Piratenpartei.
[00:01:47] da warst du bis zur Öffentlichkeit zumindest wie in Erscheinung getreten Und seitdem findest immer wieder faszinierend auch so wie weit vorausschauend Du denkst argumentierst und Projekte machst Und weiter honig, um den Mund zu schmieren.
[00:02:09] Ich finde es fantastisch völlig überraschend, dich immer wieder in Deutschland funkzuhören.
[00:02:15] Wieder irgendetwas Einordnis, weil das wirklich für mich so ein ... Ja, du hast einfach in meiner Meinung immer gerecht.
[00:02:24] Oh,
[00:02:24] danke schön!
[00:02:26] Bevor ich jetzt aber weiter mache, mit dem Honig um den Mund schmieren, habe ich mal eine Frage an dich.
[00:02:32] Hast du schonmal einen awkward Moment in einem Aufzug gehabt?
[00:02:38] Meistens nicht!
[00:02:40] Ich bin mit Aufzügen aufgewachsen und in Hochhäusern aufgewachsen.
[00:02:44] Das heißt, ich bin schon in Aufzügen stecken geblieben... Aber ich bin einer sehr ... Menschen liebende Person, das heißt ich sehe awkwardness immer als Begegnungsmoment.
[00:03:01] Also wenn etwas awkward ist dann benenne ich das und sage oh dass es gerade awkward nicht war und fange ich ein Gespräch an.
[00:03:08] Du hast keine Angst vor Smalltalk?
[00:03:13] Ich bin nicht gut in small talk, ich gehe immer sofort viel zu tief.
[00:03:16] also entweder ich fange dann an in Philosophie zu gehen, wie denken Sie über den Tod?
[00:03:21] Oder ich fange an, Fakten über Koalas zu erzählen.
[00:03:26] Aufzugt!
[00:03:26] Wie denken sie über den Tot?
[00:03:27] Weiß ich schon immer von Ihnen wissen wollte.
[00:03:31] Das genau hab' ich noch nie so gefragt aber das nächste Mal werde ich das
[00:03:34] tun.
[00:03:35] Okay, du hast Fakte über Koala's.
[00:03:38] So viele.
[00:03:39] Erzähl'.
[00:03:40] Okay, Koalass explodieren bei Waldbränden weil sie so viel Eukalyptusöl in ihrem Magen haben.
[00:03:46] Koalas essen nur Eukalyptus und davon auch nur eine Sorte.
[00:03:51] Und die ist nicht nur überhaupt nicht näherstoffreich, sondern auch giftig für sie!
[00:03:57] Das müssen Sie ausgleichen wenn Sie ihre Babys füttern weil die Babys können den noch nicht essen ohne daran zu sterben.
[00:04:02] also essen sie erst mal so ein kacke ähnliches Sekret von ihrer Mama.
[00:04:07] Koalass haben das glatteste Gehirn aller Beuteltierer...
[00:04:13] Was heißt was?
[00:04:14] Sie sind extrem dumm.
[00:04:15] Also wenn man ein Blatt vom Ekalyptusbaum, den sie fressen pflückt und auf einen Teller legt wissen Koalas damit nichts mehr anzufangen.
[00:04:26] Okay!
[00:04:27] D.h.,
[00:04:27] Koala, ich dachte mir, das EkalYptus macht sich heil?
[00:04:31] Nee, der ist einfach nur wirklich nicht verdaubar.
[00:04:38] d.h.
[00:04:38] sie müssen achtzehn Stunden am Tag schlafen Und sie haben auch keine... Möglichkeit ihre Zähne zu regenerieren.
[00:04:44] Bei manchen Grasfressern wachsen die Zähnen kontinuierlich weiter, bei anderen wandern sie immer nach hinten und fallen aus.
[00:04:51] Bei Koalas passiert einfach gar nichts.
[00:04:54] Wenn deren Zähn abgetragen sind dann sterben Sie einfach.
[00:04:58] Und Sie könnten heiß sein einfach weil Sie so dumm sind oder wegen der Klamydien?
[00:05:03] Aber wir sind doch so niedlich.
[00:05:06] Technisch gesehen ja!
[00:05:07] Die sind niedlich!
[00:05:10] Häm nie gesagt dass sie nicht niedlich sind
[00:05:12] Aber wo hast du die ganzen Funfacts her?
[00:05:15] Ich habe sehr viel ADHS und das heißt, ich vertiefe mich immer in irgendwas.
[00:05:20] Und manchmal lerne ich über alle oder die Geografie von Borneo oder die Nationalhymne von Vanuatu auswendig... ...oder mich interessiert die Welt!
[00:05:33] Und ich mag es über den Weltraum zu lesen.
[00:05:35] Ich mag es, mich in allen möglichen Rabbit Holds zu vertiefen.
[00:05:39] Das ist ja perfekt für jedes Aufzug gespritzt
[00:05:41] Ja.
[00:05:43] Fantastisch!
[00:05:46] Du hast gerade gesagt, dass du in Hochhäusern aufgewachsen bist?
[00:05:51] War das schon in Deutschland oder also noch in der Ukraine wasst?
[00:05:56] Beides – ich war in der OKAE in einem Hochhaus dessen Nachbarhaus übrigens nicht mehr existiert weil es zu Sowjetzeiten eine Fabrik gewesen war und jetzt von Raketen getroffen wurde.
[00:06:10] Genau, da war ich schon in einem Hochhaus.
[00:06:11] Und in Deutschland halt auch weil wir sind ja als Flüchtlinge hierher gekommen und man wird ja angesiedelt.
[00:06:19] also man kriegt eine Stadt gesagt und man hat dann auch nur ne begrenzte Auswahl an Wohnungen die halt das Sozialamt dann zulässt und das sind ja meistens Hochhäuser.
[00:06:31] Und wo wart ihr denn?
[00:06:33] Wir waren in Deutschland zuerst in der Notwohnung in Dortmund und dann wurden wir nach Wuppertal gesiedelt.
[00:06:40] Okay wenn ich mir so deine Biografie anschaue, dann bist du ja eine Person tatsächlich der Geschichte.
[00:06:49] Also nicht nur was alles passiert ist sondern auch ... Du hast so viele Anknöpfungspunkte zu Dingen die in der Gegenwart gerade passieren dass sich das wirklich beeindruckend finde.
[00:07:01] also wir reden jetzt keine Ahnung über die Ukraine, du kommst aus der Ukraine.
[00:07:06] Wir reden wahrscheinlich nachher über die Corona-Pandemie Vielleicht auch später über Aktivismus.
[00:07:15] Wir reden über Digitalisierung und alles Dinge, wo du nicht nur dabei warst, sondern auch Expertin bist.
[00:07:24] Solche Menschen gibt es selten?
[00:07:26] Das glaube ich nicht!
[00:07:27] Ich glaube tatsächlich dass jeder von uns ein Mensch der Geschichte ist weil wir...ich meine wir machen die Geschichte aus.
[00:07:34] Die Geschichte ist ja die Geschichte von uns und sie besteht aus uns.
[00:07:38] Und zum Beispiel, dass ich mich mit Digitalisierung beschäftige.
[00:07:41] Damit wurde ja nicht geboren, sondern ich habe ja gesehen, oh das ist ein relevantes politisches Feld also möchte ich es beackern Ich möchte mich darin auskennen und dann wurde ich zur Expertin über viele Jahre der Arbeit in diesem Feld.
[00:07:56] aber das ist...ich glaube egal worüber wir reden Wir alle haben Anschlusspunkte daran.
[00:08:03] Ich glaube, der Unterschied ist nur wie sehr wir uns dessen bewusst sind und wie sehr wird das als Verantwortung begreifen?
[00:08:11] Oder auch wie sehr andere das Bewusstsein bei jemandem sehen?
[00:08:15] Das ist auch aber das hängt meistens damit zusammen Wie sehr wir es selbst als unsere Verantwortung begrafen weil dass das trägt natürlich die Art wie wir kommunizieren und wo wir uns einmischen Und ich glaube wir sind alle Menschen der Geschichte.
[00:08:28] Ja natürlich Ich habe den Eindruck, dass du jemand bist, die diese ganze Verantwortung auch annimmt.
[00:08:37] Das ist eine Charakterschwäche von mir.
[00:08:39] ja!
[00:08:40] Fühlst du der große Last in deinen Sicht?
[00:08:44] Ich hab mich inzwischen daran gewöhnt.
[00:08:45] es gibt einfach Menschen und so war ich schon immer wenn jemand schreit hey könnte irgendjemand dann fühle ich mich angesprochen.
[00:08:54] Dann gucke ich, okay kann nicht helfen.
[00:08:56] Ich gehe tatsächlich jedes Mal wenn man im Zug nach einem Arzt fragt im Kopf durch ob ich Arzt bin.
[00:09:01] Also es ist nicht so dass irgendwas passiert wo ich mich einfach nicht angesprochen fühle und ich glaube da damit hängt das zusammen dass ich mir diese Dinge dann auch annehme.
[00:09:12] Und das führt aber natürlich dazu dass ich auch ein riesiges schlechtes Gewissen aufbaue weil Ich bin wie alle Psychologen.
[00:09:20] Ich kann mich in ein Taxi setzen und sagen, fahren Sie mich irgendwo hin?
[00:09:23] Ich werde überall gebraucht!
[00:09:24] Aber ich habe halt auch nur Begrenzzeit und Energie.
[00:09:27] Und besonders seit meiner Krankheit hab' ich wirklich, wirklich wenig Energie.
[00:09:32] Etwas das mich ständig begleitet ist dieser innere Druck und dieses schlechte Gewissen nicht alles zu machen was ich machen könnte.
[00:09:41] Das quält mich.
[00:09:43] unter manchen Tagen komme ich damit besser zurecht oder anderen schlechter.
[00:09:49] Das ist tatsächlich einer der Sätze, die seitdem wir persönlich Kontakt haben.
[00:09:54] Ich habe sehr oft von dir erzählt, dass ich von dir gelernt habe das wenn man wenig kapazitiert hat also energie levelmäßig, löffelmäßig beim sich dann die Frage stellen kann lernt man was dazu oder macht es einem Spaß?
[00:10:12] und nur dann sollte man es tun Und das finde ich tatsächlich eine sehr gute Frage um einfach auch zu selektieren, zu sagen wofür fühlt man sich aktuell in der Lage auch Verantwortung zu übernehmen.
[00:10:25] Ja ja ich muss tatsächlich sagen also diese Frage hat mich so ein bisschen gerettet.
[00:10:31] Ich fasse das für mich so.
[00:10:33] ist das wichtig für mich?
[00:10:34] Also ist es etwas mit meinen Werten dass für meine Werte wichtig ist oder macht es mir einfach Freude?
[00:10:40] dann darf ich es machen.
[00:10:42] alles andere darf ich sehr kategorisch nicht mehr machen habe ich mir verboten.
[00:10:47] aber Das führt natürlich dazu, dass ich ein Leben habe in dem ich nur noch Dinge mache die mir entweder wertvoll sind oder Spaß machen und das ist ja eigentlich die Definition eines glücklichen Lebens.
[00:10:59] Würdest du sagen, du fühlst dein glückliches Leben?
[00:11:03] Ja!
[00:11:03] Ich führe ein sehr glücklicheres Leben.
[00:11:06] Und das finde ich halt so interessant, dass es nichts damit zu tun hat ob man eine Behinderung oder eine chronische Krankheit hat, ob man glücklich oder unglücklich is'.
[00:11:18] Das ist aber uns sehr oft nachgesagt mit, wir müssten ja eigentlich unglücklich sein.
[00:11:22] Ja oder beziehungsweise dann gibt es auch so ein Falschverstandenes.
[00:11:30] So einen Inspirationporn und die Krankheit ist das Beste was mir passieren konnte weil jetzt habe ich mein ganzes Leben neu... Und das möchte ich auch so nicht sagen!
[00:11:38] Weil die Krankkeit ist schon definitiv ein Arschloch und das ist etwas Schlechtes für mich.
[00:11:43] Aber Es hat mir geholfen, etwas zu tun.
[00:11:49] Dass jeder Ton kann auch ohne Behinderung und zwar die Prioritäten in meinem Leben radikal neu bewerten und setzen.
[00:11:58] Das ist nur so dass Menschen mit erworbener Behinderungen häufig dazu gezwungen werden aber man muss nicht unbedingt eine Behinderungsbewerbung diesen Punkt zu kommen Aber es hilft.
[00:12:14] Ich finde auch, dass es eine gewisse Gemeinschaft gibt mit Menschen die eine Behinderung haben oder eine chronische Krankheit haben.
[00:12:21] Weil anders als Menschen des gleichen Geschlechts ich zumindest das Gefühl habe man kann eine Situation erklären in einer Tiefe, die sofort verstanden wird also irgendein Diskriminierungsumstand das muss noch nicht mehr derselbe sein.
[00:12:43] Man kriegt super schnell Verständnis.
[00:12:46] Von Leuten sagen, ja das kenne ich auch wenn es ein ganz anderer Bereich war.
[00:12:50] Das ist unter Männern kann ich dir sagen in der Tatsache einen Mann zu sein, dass man nicht so.
[00:12:56] Wobei ich sage muss selbst als Frau.
[00:12:59] Ich habe einfach nie auf der Welt... Ich bin ja in wirklich vielen Communities unterwegs!
[00:13:03] Ich bin in Phantoms, ich lerne gerne, ich habe viele viele Interessen.
[00:13:09] In keiner Community habe ich so viel Verständnis und Wärme und bedingungslose Liebe erlebt, wie in der Behinderten-Community.
[00:13:20] Also wo Aktivistinnen sind?
[00:13:24] Wir haben große Selbsthilfegruppen für MEcFS.
[00:13:30] Es ist einfach dieses radikale Verständnis für.
[00:13:36] wir sind alle Menschen und wir haben alle unterschiedliche Bedürfnisse.
[00:13:40] anstatt lauter Schubladen aufzumachen fragen wir das gegenüber einfach was in deine Bedürfnisse.
[00:13:46] Und dass es so warm und welcoming, ich glaube man hat das in mehreren marginalisierten Communities aber ich habe es gerade so in dem was ich an Aktivismus in diesem Bereich gesehen habe sehr stark gefühlt.
[00:14:09] Wir kommen da sicherlich auch gleich noch mal wenn wir über Corona sprechen darauf zurück.
[00:14:17] Als die Corona-Panemie anfing und wir ja alle in so einer Unsicherheit waren, hab ich meine Mutter gefragt, gibt es irgendeine vergleichbare Situationen in deinem Leben?
[00:14:30] Und sie ist Ärztin ... Also die sich an die Coronazeit erinnert.
[00:14:39] Da meinte sie zu mir wie aus der Pistole geschossen.
[00:14:55] Ich bin aus der Region weggezogen.
[00:15:12] Ich bin eineinhalb Jahre, also ich bin siebenundachtzig geboren und ich bin mit sechs weggezogen.
[00:15:18] Aber tatsächlich aus gesundheitlichen Gründen.
[00:15:23] Hatst du dich an irgendetwas erinnern oder deine Eltern etwas erzählen die von damals?
[00:15:26] Also
[00:15:28] was meine Mutter mir erzählt hat ist zu der Zeit als ich ein Baby war, war sie immer mit mir spazieren indem sie über meinen Kinderwagen ein feuchtes Tuch gehängt hat.
[00:15:39] Damals wurden die Straßen noch mit so Spezialschrauben gewaschen in Käf.
[00:15:43] Und meine Mutter hat täglich feuchten Hausputz gemacht, also überall Staubgewischt und so, weil Staub war halt der Gegner.
[00:15:51] Ich hab damals auch noch Kohletabletten zu essen bekommen was totaler Quatsch war.
[00:15:56] das hilft halt in den ersten achtundvierzig Stunden nach Bestrahlung.
[00:16:01] Das Problem ist dass die Katastrophe sich sehr ... viel stärker auf die Kinder, der er ausgewirkt hat.
[00:16:10] Die damals in der Gegend gelebt haben.
[00:16:12] Kehf hätte eigentlich evakuiert werden müssen.
[00:16:15] Es war einfach nur zu groß und wurde nicht.
[00:16:18] Und man hat ja auch nicht kommuniziert!
[00:16:22] Aber es war etwas das Leben meiner Mutter sehr geprägt hat aber dass in seinen gesundheitlichen Auswirkungen vor allem so mich und meine Kusinen, die nach mir geboren wurden, stärker geprägte als unsere Eltern.
[00:16:37] Ich hab irgendwie das Gefühl darüber mit Graben gesprochen.
[00:16:39] Ist das nur bei uns so oder ist es auch in Osteuropa so?
[00:16:44] Das ist tatsächlich auch ein Osteeuropan Stück weit so, also es wurde extrem wenig aufgearbeitet.
[00:16:49] ich habe zum Beispiel aus meiner Kindheit überhaupt keine Diagnose.
[00:16:52] Ich habe von einem Arzt diese typische Aussage ja was wollen sie denn junge Frau... Es ist halt ein Chernobyl-Kind.
[00:16:59] Das heißt einen Maß an kaputt sein war einfach erwartet.
[00:17:04] Ich glaube, das hängt so ein bisschen damit zusammen.
[00:17:07] Es wird natürlich gesprochen... es gab auch eine kleine Aufarbeitung aber nie nicht so dass ich das groß mitbekommen hätte.
[00:17:17] und das liegt glaube ich daran, dass es so viele Menschen sind und so viele Schicksale.
[00:17:24] was sollte man davon ableiten?
[00:17:27] Also können die irgendwie kompensiert werden?
[00:17:32] Es ist einfach zu groß.
[00:17:35] Und bist du dann da noch mal tief nach eingegangen in Studien, im Zahlengeschichte?
[00:17:42] Tatsächlich nicht so sehr.
[00:17:44] Ich bin auch in der Atomdebatte gar nicht am Start witzigerweise, und zwar weil ich mich in dem Thema einfach nicht für objektiv halte.
[00:17:55] Es ist einfach too close to home... Ich habe das Gefühl, ich bin nicht diejenige, die sich da jetzt total reinhängen sollte.
[00:18:03] Weil es für mich sehr emotional
[00:18:05] ist.".
[00:18:07] Und dass quasi dann klar eine Biografie sehr stark prägt?
[00:18:13] Aber wie machst du denn da den Unterschied?
[00:18:16] Du hast deine Gedenkreide im Bundestag gehalten und mit den Worten eingeleitet in der Ukraine hieß sie Unufrienko.
[00:18:25] Meine Familie hat damals mit Absicht den jüdischen Namen Weißband nicht tragen wollen.
[00:18:30] Und erst bei eurer Auswanderung nach Deutschland konntet ihr euren echten Namen wieder annehmen.
[00:18:35] Dein Großvater hat in Holocaust überlebt und danach Zeit deines Lebens angespannt, Zeitung gelesen immer auf der Suche nach Judenhass.
[00:18:47] Das heißt es gibt ja schon sehr starke persönliche Bezüge in dir wenn du dich
[00:18:55] mit der Tatsache,
[00:18:57] Jüdin zu sein oder jüdische Abstimmung zu sein recherchiert.
[00:19:02] Wenn du verstehst was ich meine.
[00:19:02] also das ist ja Unterschied.
[00:19:04] Ich glaube der Unterschied ist dass ich in meiner frühen Jugend nicht wusste, dass ich Jüdinn bin!
[00:19:11] Ich
[00:19:11] habe das ja erst relativ spät erfahren weil meine Familie typische Sowjetjuden waren Also sehr städtisch.
[00:19:22] es wurde einfach nicht darüber gesprochen bei uns und als Ich in die Gemeinde mit meinen Eltern ging so in Wuppertal, hielt ich das für das russische Kulturzentrum.
[00:19:33] Weil das war halt wo wir hingegangen sind um die Theaterstücke auf Russisch zu schauen und... ...ich habe das ewig in meinem Gehirn nicht zusammenbekommen und meine Mutter war dann ganz überrascht als ich aus der Schule kam und irgendwas vom Judentum erzählte Und sie war ganz überrrascht dass ich das nicht wusste.
[00:19:49] aber mit mir hat niemand explizit darüber gesprochen.
[00:19:53] Das heißt, dass alles kam auf mich in einem Alter, wo ich das einfach schon sehr viel besser verarbeiten konnte.
[00:20:00] Wie alt warst du denn?
[00:20:00] Was glaubst du hin?
[00:20:02] Da war ich so um die... Also ich glaube das erste Mal habe ich darüber gehört mit sieben oder so aber da konnte ich es noch nicht so richtig einordnen und dann so ein Zehen um den Dreh.
[00:20:16] Aber ja!
[00:20:17] Ich hab das einfach nicht gewusst was übrigens erstaunlich vielen Migrantenkindern so geht dass sie einfach nicht über ihre eigene Religion Bescheid wissen, wenn die zu Hause eine nachgelagerte Rolle spielt oder über Details ihrer Herkunft.
[00:20:36] Das ist ganz witzig!
[00:20:38] Aber natürlich hat sich Chernobyl euch mich ganz anders ausgewirkt weil ich halt mit zwei... also ich war extrem krank.
[00:20:47] Ich sollte eigentlich keine vier werden Ich sollte erst keine zwei Jahre alt werden, dann sollte ich keine vier werden.
[00:20:55] Ich hatte ganz viele quälende Prozeduren und war mit vier dann eine wirklich lange Zeit, ich glaube ein halbes Jahr im Krankenhaus ohne dass meine Mutter mich besuchen durfte weil solche Hygienevorschriften.
[00:21:08] Und das sind natürlich Sachen die neben einem im Kindheitserleben viel stärker mit.
[00:21:13] Ja klar!
[00:21:14] Das ist ein großer Teil der Zeit die man als Kind überhaupt gelebt hat.
[00:21:20] geprägt.
[00:21:21] Also dann abwohnerst du, dass deine Familie jüdischen Glaubens ist?
[00:21:25] Bist du selber jüdischem Glauben?
[00:21:27] Ja ich habe auch tatsächlich nochmal hier in der Gemeinde Münster eine Statusanerkennung gemacht was ich brauchte weil uns einfach Dokumente fehlen und ich habe so lange nach Glaubengesucht katholischen Unterricht.
[00:21:47] In der Grundschule war ich im katholischen Religionsunterricht, in der weiterführende Schule war ich evangelischem Religions-Unterricht und Ich kenne mich deswegen sehr gut mit Theologie aus also nicht wegen des Unterrichts.
[00:21:59] aber ich habe da reingeschnuppert und dann hab' ich ganz viel selber gelesen Und ich habe immer gesucht nach Glauben und ich habe dazu erst gefunden als ich so achtzehn war und Da habe ich angefangen die Gemeinde zu gehen.
[00:22:12] das war etwas dass ich halt gar nicht aus der Familie hatte.
[00:22:14] Das war etwas was mir selber erarbeitet habe.
[00:22:19] Und dann hast du Psychologie studiert?
[00:22:23] Geht das zusammen, Glaube und Psychologie?
[00:22:25] Absolut!
[00:22:26] Also erstens Glaube- und Wissenschafts sind überhaupt kein Widerspruch.
[00:22:30] Man darf oft so interpretiert...
[00:22:32] Ja, das ist aber unzureichende Kenntnis von Wissenschaft und unzurreichende Kennte von Theologie.
[00:22:39] Ein Beispiel sagt man im Judentum dass es vier Lesarten der Torah gibt.
[00:22:46] Es gibt sozusagen die Geschichte, dann gibt es die Moral hinter der Geschichte.
[00:22:50] Also was will uns die Geschichte sagen?
[00:22:53] Und es gibt eine Anweisungsebene und ich glaube dass die meisten wirklich gläubigen Juden nicht glauben das die Erde sechstausend Jahre alt ist.
[00:23:10] Dass die Geschichte zum Beispiel des Auszugs aus dem Garten Eden Eine Allegorie ist an das Erwachsenen werden des Menschen.
[00:23:19] Wir verlieren unsere Unschuld, wir verlieren unsre Unkenntnis, wir gewinnen Scham, wir verlieren dieses Versorgtwerden und wir gewinnern Unabhängigkeit und Freiheit.
[00:23:31] Und ich glaube es ist ein ganz ganz großes Missverständnis zu sagen dass Glaube und Wissenschaft sich ausschließen.
[00:23:39] Ich glaube eher ich kann Wissenschaft machen, Wissenschaft ist ja eigentlich nur die Kunst Fragen an das Universum zu stellen und zu prüfen, ob die Antworten, die man bekommt halbwegs gut
[00:23:51] sind.
[00:23:52] Genau.
[00:23:53] Und
[00:23:54] ich glaube... Das Wiederholbar machen?
[00:23:55] Ja genau!
[00:23:56] Es ist eine der Möglichkeiten wie wir prüffen, ob unsere Fragen gut sind, wenn sie wiederholbar sind.
[00:24:02] Wir lassen sie angreifen damit wir gucken können, oh wenn Sie angegriffen werden und trotzdem standhalten dann scheinen wir dabei halt ein bisschen näherzukommen.
[00:24:10] Das ist Wissen schon.
[00:24:12] Und Glaube ist etwas, das mich aber daran reizt Fragen ins Universum zu stellen.
[00:24:21] Es gibt ja anscheinend auch eine große Übereinstimmung zwischen Wissenschaftlerinnen die wirklich so Cutting Edge Forschung machen sowas wie Quantenphysik oder so, die an so große Fragen kommen, die sie nicht mehr erarbeiten und beantworten können dass viele von denen gläubig sind
[00:24:42] Absolut und ich glaube, das widerspricht sich auch überhaupt nicht.
[00:24:46] Ich kenne viele Wissenschaftlerinnen die gläubig sind weil wir auch wissen dass es diese riesigen riesigen Lücken gibt, die wir nicht kennen Und wir fühlen sie... Weil wir Menschen sind mit Geschichten.
[00:24:59] Wir füllen alle Lücken mit Geschichten Und der Unterschied zwischen einer klugen Person und einer nicht so reflektierten Person ist wie sehr wir uns bewusst sind dass es Geschichten sind, dass es etwas ist das uns helfen soll.
[00:25:16] Etwas einzuordnen?
[00:25:17] Aber... Es nicht buchstäblich!
[00:25:21] Ich glaube nicht, dass in den Wolken ein riesiger Mann mit Bart sitzt.
[00:25:26] Es könnte auch eine Frau sein.
[00:25:28] Ich glaube auch nicht, daß es ne Frau isst.
[00:25:30] Auf die Gefahr hin mich ja alle Feministinnen zum Feind zu machen.
[00:25:34] Ich glaub'e auch nich', daß's ne Frau iest.
[00:25:37] Wir haben uns Gott in unserem Ebenbild geschaffen.
[00:25:42] Aber ich glaube, dass die Kulturtechnik des Glaubens eine ganz wichtige Kulturtechnik für Menschen ist.
[00:25:50] Für ganz viele Dinge und ich glaube das sie uns ganz oft fehlt und wir versuchen sie zu kompensieren mit Mitteln, denen nicht so geeignet sind.
[00:26:00] Was war der Grund warum du Psychologie studiert hast?
[00:26:03] Ich liebe
[00:26:03] Menschen!
[00:26:04] Ich möchte Menschen verstehen.
[00:26:05] also ich könnte verschiedene Antworten geben und ich wüsste selber am Ende nicht welche wahr ist.
[00:26:09] vielleicht weil ich ein Familienmitglied habe, dass eine wirklich schwere Geschichte hat und dem niemand helfen konnte in meiner ganzen Laufbahn.
[00:26:23] Und vielleicht wollte ich diesem Familienmitlid helfen?
[00:26:27] Vielleicht wollte ich wissen wie man Schulbildung besser machen kann weil das etwas ist was mich schon immer beschäftigt hat Warum ist eigentlich Schule so incompatibel mit tatsächlichem Lernen und wie können wir das besser machen?
[00:26:41] Und ich habe gedacht, vielleicht fehlen uns einfach noch Forschungsergebnisse.
[00:26:46] Vielleicht kann ich dazu beitragen.
[00:26:48] Aber am Ende ist glaube ich die Antwort.
[00:26:49] Ich liebe Menschen!
[00:26:50] Ich finde Menschen absolut faszinierend und zu verstehen, wie wir funktionieren und vorher sagen zu können was wir tun werden ist so ein spannendes Feld für mich.
[00:27:01] Ich bin es so glücklich, dass ich Psychologie studiert habe.
[00:27:07] War das in Puppertal oder in Dortmund?
[00:27:10] Das
[00:27:10] war tatsächlich in Münster.
[00:27:11] So bin ich ja in Münstern gelandet.
[00:27:14] Alle Leute tun mich immer nach Berlin.
[00:27:15] Ich wohne tatsächlich im Münster und hab noch nie in Berlin gewohnt.
[00:27:18] Und ich wohne im Münstar seit ich mit siebzehn hierher gezogen bin zum Studium.
[00:27:24] Mit siebzen schon!
[00:27:25] Ja, ich war tatsächlich die einzige deren Immatrikulation von ihren Eltern unterschrieben werden musste.
[00:27:31] Weil ich das noch gar nicht selber durfte.
[00:27:33] Wow!
[00:27:35] Das heißt wann warst du mit der Schule fertig?
[00:27:36] Mit sechzehn?
[00:27:37] Ähm... Ich war mit siebzehn auch in der Schule fertig und habe eine Klasse übersprungen damit ich schneller aus Wuppertal losziehen konnte.
[00:27:44] Das war ja gut oder?
[00:27:49] Das rückt.
[00:27:50] Ähm ... also Ich versuche jetzt das Wort Inspiration zu verweiten und ihn inspirieren.
[00:27:57] Es ist schon beeindruckend, wenn du erzählst dass du als Kind schon irgendwie man dir nicht eine lange Lebenserwartung zugestanden hast was so historische Ereignisse eintraten die dich zwangt deine Familie zwangen das Land zu verlassen.
[00:28:16] da warst du dann sechs.
[00:28:18] sieben kommt nach Deutschland lernst erst mal die Sprache kennen was ja auch nicht so einfach ist, wenn man dann in der Schule ist und erst mal die Sprache nicht versteht.
[00:28:28] Und dann studierst du Psychologie?
[00:28:30] Mit Mitte zwanzig wirst du Geschäftsführerin der Piratenpartei.
[00:28:36] Das sind schon sehr viele große Projekte, die nicht jeder auch ohne Krankheit oder Bildung macht!
[00:28:49] Was hatte ich getrieben?
[00:28:50] Hatte du das Gefühl, du musst irgendwas beweisen oder flog dir das alles zu.
[00:28:54] Viel dir das
[00:28:55] leicht?".
[00:28:57] Ich meine jetzt wo du Krankheit sagst habe ich plötzlich andere Fragen an mich.
[00:29:01] Das erste was mich getrieben hat war eine Art Dank.
[00:29:04] also warum ich überhaupt in die Politik gegangen bin War eine sehr tiefe Dankbarkeit Deutschland gegenüber und so ne... Ich hatte ja einen Panikanfall am Tag meiner ersten Wahl.
[00:29:13] Ich wollte ja nicht wählen gehen weil ich bin ein absolut politischer Typ gewesen.
[00:29:17] Und dann hat unsere Regisseurin, ich war hier am Alleinteater und er hat uns früher freigegeben damit wir wählen.
[00:29:25] Und da hab' ich gedacht ja gut fein!
[00:29:26] Ich habe irgendwie ein Werbespot der Piraten gesehen.
[00:29:29] das sind Nerds, ich bin ein Nerd, das passt ja dann wähle ich die.
[00:29:32] Dann war ich total geflasht.
[00:29:34] Ich hatte aus irgendeinem Grund erwartet dass sich zu einem offiziellen Regierungsgebäude muss... ...und da wäre ein roter Teppich und da wären irgendwie Security-Leute.
[00:29:43] Ich weiß es nicht aber es war halt eine Schule Und da waren Wahlhelfer und es war alles super, nett und low-key.
[00:29:49] Und niedrigschwellig?
[00:29:51] Dann hab ich einen Kreuz gemacht ... Ich hab gedacht, krass die Deutschen lassen gerade einfach zu, dass ich hierher komme.
[00:29:57] Geben mir auch noch Geld zum Überleben, zum Wohnen.
[00:30:00] Und
[00:30:02] dann darf ich jetzt die Zusammensetzung von ihrem Parlament mitbestimmen.
[00:30:06] Aber was ist wenn die Partei, die ich gewählt habe, scheiße baut in meinem
[00:30:10] Namen!
[00:30:12] Und dann bin ich am selben Tag eingetreten.
[00:30:16] Weil keinerlei Impulskontrolle.
[00:30:17] Es war ein Stück weit diese Dankbarkeit und dieses Schuldgefühl.
[00:30:22] Ich muss dem Land was zurückgeben, das Vertrauen, dass Deutschland auch in mich hat... Hier kriegst du eine kostenlose Bildung, hier kriegste du ne kostenlosen Wohnung, hier kriegst Du Klamotten.
[00:30:34] Mach was damit!
[00:30:35] Und hier kriegeste auch noch das Wahlrecht?
[00:30:38] Ich hab gedacht diesem Vertrauen muss ich mich ja irgendwie als würdiger weisen, sonst wäre das ja enttäuscht.
[00:30:45] Und jetzt wo du aber Krankheit sagst, denke ich auch.
[00:30:47] Natürlich habe ich mein Leben lang was Getriebenes weil ich so viel verpasst habe und auch so viel Verpasse.
[00:30:54] Ich war kaum im Kindergarten, weil ich einfach wettlegrig war.
[00:30:59] Ich hab mir als Kind mit vier selber Lesen beigebracht aus purer Verzweiflung, weil sich sonst nichts zu tun hatte... ...und ich liege ja immer noch soviel nur im Bett?
[00:31:11] Und ich habe das Gefühl, ich muss doch aber den Talenten, den Erfahrungen die mir geschenkt sind.
[00:31:19] Den Beziehungen, die ich inzwischen aufgebaut... Ich muss dem allem doch gerecht werden!
[00:31:26] So viel zu meiner Psychoanalyse.
[00:31:28] Aber dann ist ja sagen wir mal ein Geschätzurerinnen der Piratenpartei einer Partei, die gerade erst im Entstehen war jetzt auch nicht gerade einfach Aufgabe gewesen oder?
[00:31:41] Das war wahnsinnig schwer.
[00:31:42] Also ich muss erst mal sagen, an dem Sonntag als ich gewählt wurde, war mein Plan eigentlich meinen Kater auskurieren zu McDonalds gehen und dann nach Hause fahren.
[00:31:52] das war mein plan.
[00:31:54] Und dann gab es viele spontan Kandidatoren und dann hat jemand mich vorgeschlagen und Ich verpass ja nie einen moment wo ich auf einer bühne stehen kann.
[00:32:02] also habe ich gedacht Jetzt einfach meine Rede sagst was dir wichtig ist.
[00:32:06] Aber ich hab ja auch meine Rede gehalten mit Leuten.
[00:32:08] Ich habe eigentlich gar keine Zeit für diesen Job, ich könnte hier höchstens dreißig Stunden investieren im Monat oder so ... Und dann haben die mich aber gewählt und ich hab danach so krass geholt, ich hab meine Mutter angerufen, die dachte, ich wäre vergewaltigt worden oder sonst was weil ich auch erst mal gar nicht sprechen konnte über das Weinen.
[00:32:25] Und da hab' ich gesagt sie haben mich gewählt!
[00:32:29] Dann hatte ich in den nächsten drei Wochen einen einzigen kontinuierlichen Panikanfall über diese Verantwortung Und das war damals eine eins Komma acht Prozent Partei.
[00:32:40] In dem Jahr, in dem ich politische Geschäftsführerin war, haben wir uns auf drei zehn Prozent in den Umfragen hochgearbeitet.
[00:32:49] Dann war da die Berlin-Wahl.
[00:32:51] Wir sind ins Abgeordnetenhaus eingezogen.
[00:32:53] Es waren großes Primborium und ich hatte immer wieder Panik.
[00:32:57] Das war wirklich sehr herausfordernd.
[00:33:01] Du warst ein Jahr Geschätzlerin oder?
[00:33:03] Ein Jahr.
[00:33:04] Ich habe direkt für ein Jahr kandidiert und ich hab nie vorgehabt, danach weiterzukandidieren.
[00:33:12] Jetzt ist es ja so... Also wir hatten ja großartige revolutionäre Einsätze.
[00:33:17] Liquid Democracy kann ich mich erinnern.
[00:33:20] Open Source vielleicht entdeckend einzuführen.
[00:33:22] Und würdest du sagen, das ist ein bisschen mein Bauchgefühl im Moment Die waren einfach zu früh.
[00:33:28] Wie waren ihre Zeit voraus?
[00:33:30] Ein Stück weit ja, aber andererseits waren sie genau in der richtigen Zeit weil damals war das alles noch greifbar.
[00:33:35] Heute wurde das Internet besetzt von diesen fünf großen Unternehmen die einfach schon Tatsachen geschaffen haben.
[00:33:43] und jetzt mit KI werden wieder Tatsache geschaffen.
[00:33:46] Und sind da nur noch drei Konzerne, ja genau.
[00:33:48] Ja genau, Entschuldigung.
[00:33:51] Also werdet ihr mal weniger!
[00:33:52] Ja, es werden immer weniger und irgendwann wird's halt nur noch einer sein.
[00:33:54] Und dann kannst du mal gucken was passiert?
[00:33:57] Ich glaub wir waren mit den Piraten eigentlich zum richtigen Zeitpunkt was diese Entwicklung betrifft weil da waren die Commons halt noch kommen.
[00:34:08] also die waren halt größtenteils noch da und offene Protokolle und sowas das konnte alles gesetzlich niedergeschrieben werden Weil es nicht zu Enteignungen von Größunternehmen geführt hätte.
[00:34:23] Und das Problem war, wir waren zu früh für den gesellschaftlichen Diskurs darüber.
[00:34:29] Und dass der gesellschaftliche Diskurs so weit hinter den First Movers war, war ja genau der Punkt an dem wir das freie Internet auch verloren haben ein Stück weit.
[00:34:43] Ich habe letztes Jahr zum Weihnachten in der ARD-Mediathek die Dokumentation über den Chaos Computer Club gesehen.
[00:34:53] Alles ist eins außer die Null, ich weiß nicht ob du die kennst.
[00:34:57] Ich hab's nie gesehen dann!
[00:34:58] Aber wirklich gut, weil... also ich war echt irgendwie berührt, weil mir wurden auch einmal so ganz viele Dinge klar was alles so zeitgleich passiert ist.
[00:35:07] Meinte dass der Chaos Computer Club und die TATS sich im selten Jahr gegründet haben.
[00:35:12] Fizig?
[00:35:13] Und das erklärte für mich auf einmal warum es da auch so der Nähe gibt oder warum die Tats die erste Tageszeitung ist die komplett auf digital umgestellt hat.
[00:35:24] Also der großen Zeitung, die komplett off-digital umgestellt hat weil sie aber kein Papier mehr drucken wollen für die Tageszeitung und auch teurer ist.
[00:35:33] Da sich einfach dachte wir unterschätzen vielleicht auch tatsächlich diese... Die wir immer noch als Merz bezeichnen Als die Freaks die nicht was kompatibel argumentieren und so.
[00:35:47] Aber das sieht total viele Dinge bis heute massiv prägen und auch visionär richtig lagen.
[00:35:56] Mein gefühl ist, dass inzwischen die nerds nicht mehr unterschätzt werden seit sie halt auch inzwischen zu der politisch mächtigsten klasse geworden sind.
[00:36:07] oder zumindest auch leute mit diesem image kokettieren multimiliadere die mit dem image des nerds kokettiren.
[00:36:12] das sagt ja auch etwas über die wertigkeit des begriffes.
[00:36:15] aber also Ich hab das Gefühl, dass die ganze Welt sehr schmerzhaft gelernt hat.
[00:36:21] Wie viel genau diese Bewegungen geprägt haben zum Guten wie zum Schlechten?
[00:36:28] Das Problem ist, dass wir jetzt so viel Macht im Spiel haben.
[00:36:33] Die einfach zu der Piratenzeit nicht da war.
[00:36:35] also viele Leute fragen was es geworden aus dem guten Internet.
[00:36:38] irgendwie ... Damals noch irgendwie Twitter, das war doch nett und schön!
[00:36:46] Ich denke ja, aber das lag auch daran dass ein großer Teil der Macht der Welt einfach noch nicht da war.
[00:36:52] Es war unbedeutend genug um schön sein zu können.
[00:36:57] Aber wenn du dich an dieser Kante bewegst wo um Macht und Geld um Vorherrschaft gekämpft wird dann ist es nie schön.
[00:37:04] im Prinzip hat das Internet nie das Potenzial gehabt so zu bleiben wie es damals war Wenn die Gesellschaft dort einzieht.
[00:37:13] War das schon früh klar?
[00:37:15] Nein, ich glaube mir war das also so.
[00:37:17] So zwei tausend neun zweitausend zehn war mir das nicht klar.
[00:37:20] Ich habe mir einfach nur gewünscht dass die gesellschaft ins internet zieht damit Die gesellschaft zu wird wie das internet.
[00:37:26] aber dann ist das internet halt so geworden wie die gesellschaft.
[00:37:30] Was ich interessant bin eben ich war jetzt dieses jahr wieder auf der republik hat Literität zum des x wache größer geworden als zum anfangen Aber es hatte immer noch so ein klassentreffen gefühl.
[00:37:44] Man trifft halt Leute, wo es ziemlich sicher ist das Teil der Nazis dabei ist und man trifft Leute wo es sehr sicher ist dass es egal ist
[00:37:54] welches
[00:37:54] Konomen du trägst.
[00:37:55] Nun musste ich nicht erklären, dass das irgendwie ja so ein kurzes Moment Hoffnung gab.
[00:38:02] wenn wir einfach mehr werden wäre vielleicht auch wirken können in die Gesellschaft rein
[00:38:11] Mehrwerden?
[00:38:12] Ja Aber ich werde jetzt etwas ganz hässlich oder was sagen, was ganz häßlich klingt.
[00:38:17] Wir brauchen auch eine Machtstrategie.
[00:38:22] Denn wir legen uns ja mit Menschen an und wir legen es wirklich mit ihnen an.
[00:38:27] also wir stehen in einem Zielkonflikt.
[00:38:29] Ich möchte ein freies Internet und die Leute wollen im Internet das komplett ihrer Firma gehört nach ihrem guten Dünken funktionieren.
[00:38:37] wenn wir uns mit diesen Menschen anlegen die sich sehr gut in Machtkämpfen auskennen Dann können wir uns dem nicht verreigern.
[00:38:45] Wir brauchen aber Machtinstrumente, die mit unseren Werten kompatibel sind und das macht definiere ich vielleicht sogar dann anders weil ich bin ja im Herzen eigentlich Anarchistin.
[00:38:57] Ich möchte eine machtfreie Gesellschaft.
[00:39:02] Aber es gibt zum Beispiel die Macht von Autorität, die Machtüberzeugung, also so Mächte, die nicht einem Menschen gehören.
[00:39:14] Und ich glaube, wir könnten zum Beispiel darauf setzen überzeugend zu sein.
[00:39:18] Wir könnten darauf setzen auch an Gefühle zu appellieren anstatt immer nur an den Verstand.
[00:39:24] und das ist etwas woran ganz viel Klimapolitik krankt.
[00:39:28] Das ist etwas voran.
[00:39:29] ganz viele Sozialpolitik krankt und auch Demokratieverteidigung weil wir sehr ins verwalten gekommen sind.
[00:39:42] der demokratische status quo ist so.
[00:39:44] ja also wir tun wir machen ja auch schon ganz viel und hier sind die zahlen und die zahl.
[00:39:49] Während rechte aber auch groß unternehmen an emotionen appellieren sie sagen so du bist ein opfer du bist zurückgelassen.
[00:40:01] die da oben machen dein leben schlecht und ich werde dir helfen das erst mal.
[00:40:06] Echte Emotionen, an die sie sich da wenden und deshalb klingen die Aussagen auch wahrhaftig, obwohl sie es nicht sind.
[00:40:12] Ich glaube wir müssen lernen mit Emotion zu kommunizieren aber dann die Wahrheit zu sagen.
[00:40:19] das ist halt der Trick.
[00:40:21] Siehst du da Ansätze wo Leute das versuchen?
[00:40:24] Weil Du hast ja jetzt eine politische Karriere im klassischen Sinne erstmal am Nagel gehangen bei den Piraten zumindest.
[00:40:33] Was beteiligt jetzt quasi dein heutigen Weg als Gestalterin der Gesellschaft im Vergleich zu einer typischen Politikerin.
[00:40:43] Ich habe gelernt, dass ich mehr Wirkung habe wenn ich nicht in klassischem Politikbetrieb bin und nicht im parlamentarischen Betrieb bin sondern wenn ich in der Praxis Dinge tue an die ich glaube damit diese Dinge die Möglichkeit haben sich zu beweisen und weiterzuwachsen auch schon seit über zehn Jahren mit erstaunlicher Beständigkeit mein Aula-Projekt.
[00:41:09] Ich mache Schülerbeteiligung ganz konkret, gehen an eine Schule.
[00:41:14] die Schule führt ein verbindliche Beteiligungsstruktur ein wo alle Schülerinnen ihre Schule gestalten und dadurch gewinnen sie Gewohnheiten und Selbstwirksamkeitserwartung davon, dass sie verantwortlich sind für sich und andere.
[00:41:37] Und für die Gesellschaft um sie herum.
[00:41:39] Dann werden Sie erwachsen... ...und leben das auch so!
[00:41:43] Das hat eine
[00:41:45] ganz
[00:41:46] praktische sichtbare, greifbare Wirkung.
[00:41:49] Und das ist im Moment etwas, das mir echt hilft beim Glauben zu bleiben.
[00:41:55] Also das was du meinst, wir brauchen eine Machtstrategie?
[00:41:58] Ja, ich glaube das ist wie gesagt.
[00:42:00] Ich finde es ein super hässliches Wort aber letzten Endes ja Es ist halt eine Strategie wie ich Tatsachen schaffe Menschen die Beteiligung erwarten Die beteiligten gewöhnt sind und die sie auch können
[00:42:18] Was sich ja immer bei so Projekten von denen es ja viele gibt Keines ist sowieso lernt.
[00:42:24] natürlich da kommen wir gleich zu sprechen.
[00:42:28] Da sehe ich immer ein bisschen problematisch an diesen Aussagen, ja wir wissen mehr Demokratie ermöglichen in der Schule was auch immer im Umfeld der Nachbarschaft.
[00:42:38] Dass das schnell wie so einen Teebeutel-Spruch wird.
[00:42:42] und bei allen Nicken sind sie auch nicht falsch.
[00:42:44] aber niemand macht es richtig In dem Sinne von dass die Entscheidung die dann getroffen wird danach umgesetzt wird.
[00:42:51] weil ganz oft gibt's ja so Bürgerbeteiligungsräte, Bürgergarte die am Ende im Prinzip wie beim Design-Thinking eine PowerPoint generieren oder ein PDF-Dokument, das dann in der Schublade landet und sehr wenige Ideen dann auch tatsächlich materialisiert sind.
[00:43:11] Das ist warum ich gerade so komisch betont habe dass es ein verbindliches Beteiligungsstruktur ist weil wir bei Aula sehr daran arbeiten gerade keine Pseudopartizipation zu schaffen.
[00:43:24] Diese Art von Pseudopartizipation, die du beschrieben hast ist tatsächlich schlimmer als gar keine Partizipations.
[00:43:30] Das ist Gift für die Demokratie!
[00:43:31] Das ist absolutes Gift weil du musst dir vorstellen ganz viele Schüler sind in erster Linie gar nicht motiviert mitzumachen.
[00:43:37] also die rollen so ein bisschen mit den Augen.
[00:43:39] so was soll denn das?
[00:43:41] und die Lehrer machen doch eh was sie wollen... Ja das
[00:43:45] gleiche will die da oben machen?
[00:43:47] Ja
[00:43:47] genau die da oben machen doch ihr etwas sie wollen die haben erlernte Hilflosigkeit.
[00:43:52] Dagegen hilft Selbstwirksamkeitserfahrung, also ich mache etwas und dadurch verändert sich etwas in der Welt.
[00:43:59] Aber wenn Menschen die Erfahrung machen, oh!
[00:44:00] Ich habe hier was gemacht, ich hab diese Powerpoint erstellt, mit anderen zusammengearbeitet, ich habe Mehrheiten gefunden Und die Verwaltung sagt Ja das ist ja schön, das gucken wir uns dann irgendwann übernächstes Jahr an.
[00:44:10] Dann mache ich welche Erfahrungen?
[00:44:12] Ich mache etwas, es hat sich trotzdem nichts verändert.
[00:44:14] Ich habe meine Energie hier also verschwendet und das erzeugt mehr erlernte Hilflosigkeit.
[00:44:20] Das heißt Fatal!
[00:44:22] Deswegen machen wir mit jeder Schule, also wir nicht.
[00:44:26] Die Schule macht selbst einen Vertrag... Ein Beteiligungsvertrag?
[00:44:31] Ein Betteiligungvertrag, dass die Schulkonferenz, das mächtigste Organ verpflichtet sich freiwillig alle Ideen mitzutragen, die die SchülerInnen beschließen per Ola.
[00:44:43] Das heißt wenn etwas per Oler beschlossen wird dann hat es die Macht der Schulkonferenz hinter sich.
[00:44:49] Das hat natürlich Rahmen, die stehen auch im Vertrag drin.
[00:44:52] Also sie dürfen keine Lehrerfeuern meistens, die dürfen keine Gesetze brechen.
[00:44:55] Die dürfen kein Geld ausgeben das nicht da ist.
[00:44:58] aber sie dürfen zum Beispiel die Hausordnung ändern oder dass Essen bestimmen oder Veranstaltungen planen oder mit dem Verkehrsgesellschaften Zeiten abmachen.
[00:45:09] Das ist auch etwas das die Schulkonferenz normalerweise darf und diese Freiheiten sind jetzt also für alle transparent Und die Schülis und auch die Lehrerinnen dürfen eigene Ideen einstellen, diskutieren, debattieren, ausarbeiten.
[00:45:25] Dann Mehrheiten dafür suchen – wenn es auf Aula eine Mehrheit findet, dann dürfen sie sich selbst umsetzen!
[00:45:34] Das macht den Unterschied, dass es diese Verbindlichkeit hat, das ich von Anfang an einen transparenten Prozess habe in dem nicht irgendwo eine Willkürentscheidung von oben kommen kann und sagen kann, ja nö machen wir aber nicht….
[00:45:47] Aber und bräuchte man nicht solche Beteiligungsprojekte, vor allem für ältere Menschen?
[00:45:55] Weil also ich verstehe mich nicht falsch.
[00:45:57] Natürlich müssen junge Menschen auch lernen Selbstwirksamkeit zu spüren und zu erleben.
[00:46:05] Aladin Elmar Falani sagt aber eben auch junge Menschen sind so wenige inzwischen dass sie eine Minderheiten Schutz bräuchen damit nicht noch weiter auf ihnen ihn rumgespart oder er herum entschieden wird gegen ihren, gegen ihre Beteiligung auch noch.
[00:46:23] Dass wir wirklich den Hebel der Gettung der Demokratie aktivieren wollen, wie sowas für alte Menschen brauchen?
[00:46:32] Also erstens Wir brauchen es für alle Menschen.
[00:46:35] Zweitens Es macht mit Jugendlichen aus zwei Gründen besonders viel Sinn weshalb ich mich da auch konzentriere.
[00:46:41] einerseits unsere soziale Rolle wird geprägt, wenn wir das Familienhaus zum ersten Mal verlassen und wir kommen in die Kita oder in die Schule.
[00:46:49] Lernen wir wer bin ich?
[00:46:50] In der Gesellschaft?
[00:46:51] was will die Gesellschaft von mir?
[00:46:53] Und wenn wir da die ganze Zeit eingetrichtern bekommen du bist hier damit tom acht Uhr morgens schon hier sitzt und das Material durchgehst dass wir dir sagen und dann musst du es auswendig lernen und wiedergeben ist jetzt sehr stark verkürzt.
[00:47:03] Ich weiß dass viele Schulen sehr anders agieren aber letzten wenn das so ist Dann lerne ich natürlich eine ganz passive Rolle.
[00:47:11] Das heißt, ich präge sozusagen die... in der Sozialisation ist es einfach am effektivsten weil ich noch ein unfertiges Weltbild
[00:47:19] prägue.
[00:47:20] Man prägt die jungen Alten.
[00:47:22] Die kommen den alten?
[00:47:23] Genau man präagt die kommenden Alten.
[00:47:25] das ist mein Ansatz.
[00:47:26] also ich will gar nicht dass nur junge Leute irgendwie fit sind.
[00:47:28] Ich möchte dass alte leute fit sind aber das sind ja die alten Leute von morgen.
[00:47:32] Das zweite isst Dass ich da natürlich an alle komme wären Versuch mal, an ältere Leute zu kommen.
[00:47:40] Die sich nicht beteiligt fühlen und die das Gefühl haben, dass hat hier alles nichts mit ihnen zu tun.
[00:47:45] in die Schule müssen halt alle.
[00:47:48] Und das dritte ist es ja auch ein Minderheitenschutz ist für Jugendliche wenn ich ihnen Selbstwirksamkeit gebe weil sie damit politisch aktiver mache und auch resilienter durchsetzungsfähiger.
[00:48:00] Das heißt Ich gebe Ihnen im Prinzip auch die Fähigkeit die eigenen Bedürfnisse zu verteidigen.
[00:48:05] dessen umbenommen ist es natürlich wichtig, dass alle diese Selbstwirksamkeitserfahrungen machen.
[00:48:11] Deswegen bin ich ja so für Bürgerhaushalte, für kommunale Beteiligung aber verbindliche kommunale Beteiligung das sehe ich tatsächlich selten.
[00:48:20] deswegen setze ich mich ein für Bürgerinnenforen, für mehr direkte Demokratie.
[00:48:29] Das sind ganz viele Baustellen die ich auch gar nicht alleine beackern kann Aber es gibt zum glück andere Menschen.
[00:48:33] Die Schule ist sozusagen nur meine.
[00:48:40] Das heißt, auch das ist Teil dieser Machtstrategie die wir brauchen.
[00:48:46] Es gibt ja bei einer wie mehr Demokratie-EV, die sehr stark sich in dem Bereich engagieren.
[00:48:54] Gleich geht es weiter.
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[00:49:08] Alle Infos findest du auf im-aufzug.de.
[00:49:12] Diese Woche geht der Dank an Yvonne, Maite und Jan.
[00:49:17] Ende der Serbisturchsage.
[00:49:18] viel Spaß beim zweiten Teil der Folge!
[00:49:25] Ist das der Ausweg aus der Krise in der wir uns befinden?
[00:49:31] Wo wird das Gefühl haben A die machen eh was sie wollen Und aber eben auch B dass so absolute Pauschalaussagen inzwischen von oben kommen.
[00:49:42] Das können wir uns nicht mehr leisten oder das ist alternativlos, wo wir ja auch quasi darum aufgefeuert werden die Klappe zu
[00:49:52] halten.".
[00:49:53] Ja lass uns das vielleicht benennen.
[00:49:55] ich glaube die Krise in der wir sind über die wir jetzt gerade reden es eine Vertrauenskrise in Institutionen.
[00:50:03] also wir haben eine Bevölkerung die sich sehr entfremdet hat gebliebenen Institutionen bzw.
[00:50:10] Institution, die sich sehr entfremdet haben von ihrem Souverän und die einfach nicht mehr kommunizieren, die Vertrauen verspielt
[00:50:20] haben.
[00:50:22] aber das wird auch noch gezielt topediert.
[00:50:24] also dürfen wir auch nicht unterschlagen Wir tun immer so als sein dass deutsche Probleme da sind ganz, ganz filerussische amerikanische Akteure die ganz gezielt dieses Vertrauen topedieren um es durch was anderes zu ersetzen.
[00:50:39] Wir brauchen ein anderes politisches System, das anders kommuniziert.
[00:50:44] Wir brauchen Institutionen die anders funktionieren und auf der Schwelle sind wir jetzt gerade.
[00:50:50] Und es kann jetzt in zwei Richtungen gehen.
[00:50:51] deswegen ist es eine Krise.
[00:50:53] Es kann sein dass sich das autoritäre Lager durchsetzt und wie er in einen Neofolder-Lismus kommen.
[00:51:00] Denn seien wir ehrlich Die AfD ist ja auch keine Partei die aus sich heraus macht aufbaut.
[00:51:07] Ich glaube, da scheitert der Vergleich mit der NSDAP am meisten, denn die AfD ist letztlich vor allem auch aus dem Ausland gefördert – ja?
[00:51:16] Die ist über Russland geföhrt und die ist über amerikanische Multimilliardäre gefördert.
[00:51:24] Das heißt diese sind diejenigen, die sich durchsetzen.
[00:51:30] Und wir landen in einem Nioh-Feudalismus wo wir im Prinzip keine Ahnung.
[00:51:33] einen Elon Musk haben oder wen.
[00:51:36] auch Peter Thiel bietet sich an, der einfach auf der ganzen Welt bestimmt was läuft.
[00:51:43] Weil alle Infrastruktur ihm gehört – die wir zum Leben und zum Wirtschaften brauchen oder... Aber
[00:51:50] es ist eine Garantie dass dann Liquid Democracy oder Bürgerbeteiligungsprojekte da wirklich gegen gewappelt sind?
[00:52:01] Und Gott das will nicht!
[00:52:02] Nein wenn es so weit kommt sind wir also dann.
[00:52:05] Dazu kann ich gleich was sagen, um vielleicht über dieses Szenario auch ein bisschen zu trösten.
[00:52:08] Denn selbst dann ist nicht alles vorbei aber es kann dazu kommen.
[00:52:11] das ist das Negativ-Szenario.
[00:52:13] Das Positiv-Scenario Ist Dass Leute früh aufwachen und sehen was gerade in den USA passiert Was grade insgesamt in der Welt passiert uns sich zurück besinnen auf oh shit wer wollen wir eigentlich sein?
[00:52:28] Und Dann Haben Wir all die leute.
[00:52:31] davon ist Deutschland und Europa.
[00:52:33] Und eigentlich alle Länder sehr, sehr reich!
[00:52:36] Wir haben so viele geile Nachbarschaftsprojekte, neue Wohnkonzepte die ganz viele Wohnprobleme lösen.
[00:52:43] wir haben neue Pflegekonzepten wie ganz viele Pflegeprobleme Lösen.
[00:52:46] Wir haben kommunale Gemeinschaften, wir haben Verbände, wir Haben Gewerkschaften.
[00:52:54] Wir Haben Zeug wo wirklich sinnvolle Dinge passieren die schon die Strukturen von morgen schaffen.
[00:53:02] Und wir können da reingehen und sagen, oh!
[00:53:04] Wir haben eine Klimakrise, lasst uns wieder Essenswälder machen statt Monokulturen.
[00:53:10] Lasst uns Städte so aufbauen dass sie hitzegeschützt sind.
[00:53:14] Lasste uns Böden entsiegeln.
[00:53:16] Lascht uns mehr Generationenhäuser machen.
[00:53:19] Das löst so viele Probleme, weil das sind ja alles Lösungen.
[00:53:23] Die lösen dann Alterseinsamkeit und Pflege- und Kinderbetreuung.
[00:53:28] Und weißt du also da sind so vieles was wir bisher in diesen Kleinfamilien verpackt haben und ansonsten an den Staat als Aufgabe ausgelagert haben was der Staat nicht mehr trägt?
[00:53:41] Aber wir können es tragen!
[00:53:44] Es gibt diese Konzepte bereits.
[00:53:48] Dieser Moment, dass wir alle gemeinsam aufwachen und zu dieser Erkündung kommen.
[00:53:53] Also hast du historisch einen Weichwillen, wo so was mal geklappt hat?
[00:53:58] Musst der Pogoschima erst passieren damit wir zum zweiten Mal aus der Hattromenergie aussteigen?
[00:54:05] Das ist ja die Crux.
[00:54:08] Es gibt zwei Arten von Veränderungen es gibt Change by Design Und es gibt change by Katastrophe.
[00:54:18] Und historisch hat sich gezeigt, dass Menschen meistens Changeback Catastrophe machen.
[00:54:25] Weil klar in Katastrophen ist es leichter sind unsere Kräfte mobilisiert da sind wir solidarisch.
[00:54:29] man kennt das wenn eine Katastrophe passiert ein Hochwasser oder so denn helfen plötzlich Nachbarn-Nachbarn und dann gibt's keine Klagen gegeneinander sondern dann packt man mit an.
[00:54:40] Das führt mich wieder zurück zu schreckendes Szenario A. was ist eigentlich wenn die Demokratie verliert?
[00:54:47] Das wäre eine Katastrophe.
[00:54:52] Und wir müssten sehr darauf achten, diese Zeit zu überleben und den Schwächsten in der Gesellschaft zu helfen zu überlegen.
[00:55:03] Weil natürlich trifft es die zuerst.
[00:55:08] Aber man kann eine Zeit überleben... ...und dann kommt ja etwas danach!
[00:55:13] Denn so ein faschistisches System ist ja nicht stabil.
[00:55:16] Faschismus frisst sich immer selbst.
[00:55:19] Das passiert immer weil Er braucht immer Feinde von außen.
[00:55:26] Faschismus ist eine Versagerideologie, die immer irgendwann zusammenbricht.
[00:55:32] Die Frage ist was passiert danach?
[00:55:35] und das ist vielleicht wofür ich im Moment am meisten arbeite?
[00:55:39] Das ist für den Fall dass wir nicht aufwachen, für den fall dass wir Nicht Change by Design machen Für den Fall, dass eine Katastrophe kommt.
[00:55:48] Wir haben uns vorhin über Koalas unterhalten.
[00:55:50] Es gibt ja in Australien sehr viele Pflanzen.
[00:55:53] die brauchen Feuer zum Keimen.
[00:55:57] Irgendwas wird danach sein und es wird besser sein als die Katastrofe.
[00:56:01] aber wir brauchen die Konzepte schon heute damit sie dann bereit sind und das ist woran ich arbeite.
[00:56:08] Ich arbeite vielleicht nicht für morgen, ich arbeide vielleicht für übermorgen.
[00:56:14] mein Meine größte Inspiration ist, dass die Väter und Mütter des Grundgesetzes im Kaiserreich aufgewachsen sind.
[00:56:22] Wahrscheinlich alle von ihren Eltern geschlagen wurden in einer zutiefst sexistischen, rassistischen ebilistischen Gesellschaft groß geworden sind.
[00:56:30] Und sie haben trotzdem ein Dokument geschrieben nach einer absoluten Katastrophe – das so progressiv ist heute noch!
[00:56:40] Überleg mal was unsere Kinder schreiben könnten….
[00:56:46] Also ich verstehe, worauf du hinauswählst.
[00:56:50] Ich mache mir gerade große Sorgen um die Menschen, die auf der Strecke bleiben und auf dem Weg dahin.
[00:56:55] Scholl' ich zu Recht!
[00:56:56] Aladin Mahfalani hat mal in einer Veranstaltung gesagt, dass wir uns an den Gedanken werden gewöhnen müssen, dass Demokratien die Winderheit sind auf der Welt.
[00:57:11] Und das wir uns am G-Sieben-Gipfel usw.
[00:57:14] werden gewohnen müssen wo wir mit Diktaturen und Autokraten zu tun haben.
[00:57:22] Und dann die Demokratie eine von verschiedenen Formen ist in den Staaten reagiert werden, und dass es auch Menschen gibt, die in China oder in Russland ein gutes Leben führen.
[00:57:37] Und das sind nicht nur die Superreichen, sondern auch Mensch wie du und ich, die einfach nicht anecken.
[00:57:42] Absolut!
[00:57:44] Das ist sogar ein optimistisches Szenario, weil das ja voraussetzt, dass die autoritären Länder Demokratien neben sich dulden.
[00:57:52] Jetzt komme ich aus der Ukraine, die gerade einen Krieg führt speziell, weil ein autoritäres Land neben ihr sie als Demokratie nicht neben sich dulden kann.
[00:58:01] Weil sie zu sehr Vorbild ist für Russen.
[00:58:04] Die sagen hey guck mal was die Ukrainer da auf dem Maidan gemacht haben!
[00:58:06] Das war cool.
[00:58:08] und um das zu verhindern hat Putin in erster Szene diesen Krieg angefangen.
[00:58:15] Und wenn ich mir auch angucke, wie damals kapitalistische Länder, kommunistische Länder in Schutt und Asche gebompt haben einfach nur damit sie keine Chance haben sich als System zu beweisen.
[00:58:26] Ohne dass ich selbst Kommunistin bin aber das war schon auffällig.
[00:58:33] Ich bin skeptisch ob das so funktioniert, dass Demokratien als Minderheit langfristig überleben können weil wir Abhängig sind wir, sehen das ja jetzt schon von einer globalisierten Finanzmarkt.
[00:58:46] Von einem globalisierte Digitalisierung.
[00:58:50] und die Frage ist schaffen wir es dann wirklich demokratisch zu sein wenn zum Beispiel unsere öffentlichen Foren in denen wir Politik diskutieren soziale Plattformen sind die Billionären gehören die Demokratie ablehnen Und die prägen dort den Algorithmus, also kann das überhaupt funktionieren in einem Land, in dem es freie Wahlen gibt?
[00:59:14] Das wage ich zu bezweifeln.
[00:59:16] Ich glaube der größte Punkt ist einerseits alles daran zu setzen und zu verhindern dass es kippt und gleichzeitig und das ist vielleicht für viele Leute schwer und gleichzeitig sich darauf vorzubereiten dass es soweit sein könnte Strukturen aufzubauen, wie wir uns gegenseitig schützen.
[00:59:37] Das geht aber zum Glück Hand in Hand.
[00:59:39] also wir wissen zb auf wen wir uns meistens nicht verlassen können wenn wir uns gegen Autoritalismus verteidigen.
[00:59:46] die Parteien haben da bisher historisch nicht so eine große Rolle gespielt Die Medien auch nicht.
[00:59:54] Gewerkschaften waren historisch recht zuverlässig.
[00:59:59] regionale Organisationen Nachbarschaftsnetze das sind resiliente Strukturen.
[01:00:05] Das sind aber auch die Struktoren, die wir stärken müssen um tatsächlich gar nicht erst in diese Fahrwasser zu geraten weil wir Menschen Autoritarismus resilient machen wenn wir sie miteinander in Kontakt bringen und selbstwirksam machen.
[01:00:25] es ist beides dasselbe sowohl die Prävention als auch der Schutz für den Fall.
[01:00:31] Beides die lokale Vernetzung des Miteinander.
[01:00:35] Tatja Müller hat in diesem Partkreis gesagt, ich weiß nicht, ob du ihn kennst?
[01:00:41] Er ist eine der Strategien von Endegelände, Extinction Rebellion und so.
[01:00:46] Und er hat gesagt, dass er jetzt gerade dabei ist, die Strukturen zu bauen, sogenannte Collapse-Strukturen aus der Zivilgesellschaft heraus.
[01:00:59] Weil sonst tun's den Nazis!
[01:01:02] Und das fand ich sehr eindrücklich, wie er das geschildert hat.
[01:01:05] Es ist eigentlich der Art Prepping aber eben für alle und nicht nur für allen selbst wo es dann eben darum geht.
[01:01:13] okay... Das fand ich dann auch wieder hoffnungsvoll weil so wie du gesagt hast es gibt ja diese Nachbarschaftsstrukturen oder auch Gewerkschaften gab es in dem Jahr auch die bekommen Kultur wie so ein schlafender Riese plötzlich auftauchte, völlig überraschten Menschen an Bahnhöfen und Flughäfen und so weiter geholfen haben.
[01:01:41] Dass das ja auch eine riesige Ressource und Kapazität ist, die man nur tatsächlich dann auch ausstatten müsste und auch pflegen müsste – die Kontakte auch pflegen müsste, Strukturen pflegen müsste….
[01:01:52] Und
[01:01:53] bilden und vorbereiten?
[01:01:55] Genau!
[01:01:56] Das ist jetzt unsere Arbeit.
[01:01:58] also jeder der im Prinzip sich jetzt Sorgen macht um die Gesellschaft sollte das als.
[01:02:03] Aktionsaufruf begreifen.
[01:02:06] vor allem wir können ja so viele verschiedene Dinge tun.
[01:02:08] es gibt Leute, die sind besser in Planen die können dann Pläne erstellen.
[01:02:11] es gibt leute diesen Besser im sozialen die Können die Leute zusammenbringen die können Foren schaffen.
[01:02:17] Es gibt Leute die sind irgendwie Optimisten und die können diese Vision einer besseren Zukunft erzählen.
[01:02:24] Und es gibt Leute, die sind Pessimisten und sie könnten gucken was sind denn hier die Gefahren?
[01:02:28] Das heißt wir können stärkenbasiert genau das was wir können in unsere Gesellschaft heute einbringen ohne darauf zu warten dass Parteien jetzt doch mal irgendwas gegen den rechtsruck tun.
[01:02:39] alles werden Sie nicht das können Sie nicht.
[01:02:43] Das müssen wir sein und das muss bottom abkommen und dafür sind wir auch eine demokratie dass das möglich ist.
[01:02:49] also Der Staat Deutschland erlaubt halt schon wirklich sehr viel.
[01:02:54] Und ich denke, das sollten wir jetzt ausnutzen solange es halt so ist.
[01:02:59] und vor allem guckt halt auf die Transmenschen um euch herum, guckt auf die Menschen mit Behinderungen, gucked auf die menschen, die irgendwie in irgendeiner Weise abgehängt marginalisiert sind weil sie werden es am schwersten haben in der Zeit, die da kommt.
[01:03:17] aber gleichzeitig schaffen wir ja auch das morgen bereits in den Strukturen, die wir anlegen.
[01:03:23] Also wir sehen uns ja auch glaube ich alle nach Gemeinschaft.
[01:03:28] Wir sehnen uns alle danach gebraucht zu werden.
[01:03:33] Lass nochmal zurückgehen zum zu jungen Menschen und deinem Projekt Aula.
[01:03:38] Du hast das irgendwie sehr schön geschildert dass dass es irgendwie gerade so wichtig ist, dass junge Menschen diese Selbstwirksamkeit-Erfahrung machen.
[01:03:49] Und ich hab auch persönlich den Eindruck, das das Thema Selbstwirksamkeit in meiner Bubble und auch zunehmend in meinem Freundeskreis umso ein Thema wird.
[01:04:00] Mhm.
[01:04:02] Das Wort Selbstwirksomkeit, die erst langsam die Runde macht, wo nicht nur Wirksamkeit sondern die Selbstwirksamkeit, das glaub' ich noch mal ein großer Unterschied ist, einer Volkserlebnis, dass du teilen kannst aus der Schule zum Beispiel?
[01:04:19] So viele.
[01:04:19] Ich habe gerade Probleme mich für eins zu entscheiden aber die Schülis haben zum Beispiel in eine Schule eingeführt das sie in die Klausuren Handzettel mitnehmen durften was die Art von Klausure geprägt hat haben und das heißt sie haben selbst eingeführt dass die weniger bulimilernen machen also dass sie weniger auswendig lernen müssen.
[01:04:41] Und dann einfach nur wiedergeben müssen.
[01:04:43] sondern wenn man handzettel dabei haben darf, dann müssen natürlich die fragen an das gestellt sein und damit haben Sie zu bessere bildung beigetragen.
[01:04:50] oder auch das schüli sich selbst smartphone verbote in bestimmten bereichen gemacht haben.
[01:04:57] ja dass sie gesagt haben wir wollen Die haben Ausnahmefälle, aber im Normalfall wollen wir das Smartphone in der Schule nicht nutzen.
[01:05:05] Weil ... Wir finden selber scheiße dass die ganzen Leute auf dem Schulhof da rein starren und wir uns gar nicht mehr unterhalten.
[01:05:11] Und das ist das Witzige, ne?
[01:05:13] Wir diskutieren jetzt gerade ... Smartphoneverbote sind jetzt grade im Kommen.
[01:05:18] Das wird immer über die Jugendlichen hinweg entschieden und die ärgern sich dann darüber und schleichen natürlich mit dem Telefon überall hin.
[01:05:24] Dann kommen sie in so einen Widerstand und die da oben ... Aber wenn man sie selber fragt, dann kommen Sie meistens nach Diskussion zu dem gleichen Schluss.
[01:05:33] Aber dann ist es ganz anders als wenn man ihnen diese Regel von oben aufoktoiert hätte.
[01:05:38] Dann ist das ihre Regel und dann verfolgen sie sich auch ganz anders und fühlen sich halt auch ganz anderes dabei.
[01:05:43] Und ich glaube dass ist wo wir hinkommen müssen.
[01:05:48] Das ist ein super Einstieg.
[01:05:50] Also Smartphoneverbot, Social Media-Verbot, ehrlich gesagt da geht's so'n bisschen mit dem Etikard die ja jetzt auch aktuell gesagt haben, also das ist jetzt auch zu einfach.
[01:06:03] Weil es gibt ja auch irgendwie ... keine Ahnung, Dinge, die nicht so schimmeliger sind zum Beispiel KI oder so und dass es ein viel wirtsamerer Hebel wäre wenn wir regulieren würden anstatt Pauschalen zu verbieten weil irgendwann hat jemand mit Sechzehn sein Smartphone in der Hand.
[01:06:22] Also sagen wir so Es ist ein komplexes Problem Das macht es wirklich schwierig, darüber zu reden.
[01:06:28] Weil Leute wollen immer nur hören auf welcher Seite man irgendwie steht.
[01:06:32] Es ist absolut nachgewiesen dass Social Media oder KI fordert mehr tatsächlich Dinge mit unserem Gehirnmacht besonders wenn das jung ist Wenn wir noch nicht die Fähigkeit haben die fähigkeit entwickelt haben kritisch zu denken.
[01:06:46] bei Erwachsenen atrophiert sie schon wenn Wir Zuvieles Kräulen aber auch wenn wir uns auf Chatbots verlassen.
[01:06:52] das ist inzwischen Nachgewiesen.
[01:06:55] Aber bei jungen Leuten, die das noch gar nicht entwickelt haben ist die Auswirkung natürlich katastrophal.
[01:07:01] Das heißt Social Media so wie es jetzt ist... ...ist nicht gut für junge Menschen.
[01:07:08] Sehen auch die jungen Menschen!
[01:07:09] Wir haben ja selber eine Umfrage gemacht unter tausend jungen Leute und wir haben gefragt was ist gut an Social Media?
[01:07:16] Was ist schlecht an Social media?
[01:07:17] Möchtest du ein Mindestalter?
[01:07:19] Und wenn du eine Plattform erfinden könntest Wie würde sie aussehen, damit sie gut für dich wäre?
[01:07:24] Und die meisten wollen tatsächlich ein Mindestalter.
[01:07:28] Das Problem ist, die wollen natürlich einen Mindestalter für die Social-Media-Plattformen, die es gibt!
[01:07:33] Aber Sie wollen sie auch selber trotzdem nutzen, weil sie wollen den Kontakt, sie wollen die Verbindung, sie das lernen und entdecken von Neuem.
[01:07:44] Sie wollen sich selbst präsentieren können.
[01:07:48] Das ist nicht Social Media, sind die großen Plattformen, auf denen das jetzt gerade stattfindet und das erkennen die Jugendlichen auch sehr klar.
[01:07:58] Die gemacht sind um sie abhängig zu machen.
[01:08:03] Und hier wäre natürlich der viel bessere Ansatz Alternativen zu schaffen.
[01:08:09] also das heißt ja meinetwegen verbietet TikTok wie auch Casinos für Leute unter einem bestimmten Alter verboten sind.
[01:08:17] Und der Mechanismus ist ja genau dergleiche, dass der gleiche suchtentwickelnde Mechanismus den Glücksspiel hat aber verbietet es nicht ersatzlos sondern schafft sowohl digital Alternativen das heißt moderierte Plattformen die keine Suchtmechanismen haben die vielleicht Nichtwerbe finanziert sind damit ihr die Aufmerksamkeit von Jugendlichen an Coca-Cola verscherbeln müsst.
[01:08:42] also so was wie funk Kinderkanal?
[01:08:45] Tatsächlich ja, tatsächlich hatte der Kika ja mal eine Plattform die da sehr gut war.
[01:08:50] Die war aber nur von neun bis sechzehn Uhr moderiert was wieder so typisch Deutsch ist.
[01:08:56] Ja und da sind die Jugendlichen natürlich in der Schule also mmh... Aber prinzipiell ja macht!
[01:09:03] Und dann der nächste Schritt macht das aber nicht nur für Jugendliche Macht halt für alle so eine Plattform.
[01:09:08] Ich hab doch auch keinen Bock, dass mein Gehirn frittiert wird!
[01:09:11] Ich habe doch auch keine Lust, dass meine Aufmerksamkeit an Werbetreibende verkauft wird.
[01:09:15] Weil dort Dinge viral gehen die natürlich möglichst negativ und möglichst radikal sind weil das ist was Aufmerksamkeit fesselt und nebenbei macht es aber auch die Gesellschaft kaputt.
[01:09:26] Die gleichen Dinge die man ja als Wirkung auf Jugendliche kritisiert sind doch bei Erwachsenen genauso der Fall.
[01:09:33] Darauf bin ich nämlich hinaus, dass dieser Verbot das jetzt nur den Jugendlichen quasi als Nachteil, also es ist ja für sie ein Nachteile.
[01:09:44] Dann Sie dafür verantwortlich zu machen greift mir auch wesentlich viel zu kurz.
[01:09:49] Also weil die sind nicht die AfD-WählerInnen, wir sind nicht jene, die Corona leugnen.
[01:09:56] Das sind alles Erwachsenerwählerinnen.
[01:09:57] Absolut!
[01:09:58] Den Erwachsenen entscheidet es doch auch.
[01:09:59] und wer schützt uns?
[01:10:01] Und dann kommt auch noch der Faktor hinzu, die Leute wollen und das respektiere ich.
[01:10:05] Das verstehe ich.
[01:10:06] Die Leute wollen ja dass die Kinder weniger am Handy rumhängen sondern mehr miteinander machen und dieses gesunde... ...die gesunde Entwicklung von sozialem Verhalten von zwischenmenschlichem Austausch ist alles super wichtig!
[01:10:18] Das unterscheibe ich sogar.
[01:10:20] aber wo sollen sie das denn machen?
[01:10:23] In der Innenstadt wo Sie auch nur konsumieren dürfen sich aber nicht leisten können?
[01:10:27] oder in einer Wohnung wo aber die meisten Familien nicht genug Zimmer haben, dass jedes Kind ein eigenes Zimmer hat.
[01:10:34] Das heißt in einem Zimmer, wo das man sich mit Geschwistern teilt?
[01:10:37] Also dritte Arte fehlen!
[01:10:39] Ja, wo sollen denn Jugendliche rumhängen?
[01:10:41] und wie sollen sie da hinkommen?
[01:10:42] in autozentrierten Städten oder geschweige den Gottbehüt auf dem Land, wo wir keinen öffentlichen Nahverkehr haben?
[01:10:51] Das sind halt die Fragen.
[01:10:52] also was bietet ihr an Alternativen?
[01:10:54] nicht nur digital sondern auch analog
[01:10:58] Also das Deutschland-Ticket in seiner Ursprungsform.
[01:11:02] Ja, für neun Euro!
[01:11:03] Ja genau, hat hier eine Lösung sein können.
[01:11:05] Und ich meine dass die Züge so voll waren, hat ja gezeigt, dass es ein großes Bedürfnis von Menschen gibt mobil zu sein und das versperrt man uns.
[01:11:19] Du bist selber auf Social Media viel aktiv früher aktiver gewesen unter dem Namen Affelia.
[01:11:27] Wie hat sich denn deine Arbeit am Internet im Laufe der Jahre geändert?
[01:11:34] Und was beobachtest du, wo die Reise hingehen könnte in Positiven.
[01:11:40] Also ich bemerke dass ich sehr viel weniger auf Social Media aktiv bin und ich glaube das hängt einfach damit zusammen, dass ich momentan so ein bisschen obdachlos bin weil Ich halt jetzt auf Mastodon und auf Blue Sky.
[01:11:56] Und auf Reddit zu knuffige Communities habe, wo ich natürlich nicht annähernd die Reichweite habe, die ich auf Twitter hatte.
[01:12:05] Alleine weil auf Twitter die ganzen Journalisten rumhängen.
[01:12:08] Das heißt, ich konnte ja früher eine Debatte mitprägend durch das was ich gepostet habe.
[01:12:12] heute geht es einfach nicht mehr.
[01:12:14] Die Damen tun sich Journalisten so schwer damit?
[01:12:17] Journalisten sind auf Twitter, weil Politiker auf Twitter sind.
[01:12:20] Und Politiker sind auf twitter, weil Journalisten auf twitter sind.
[01:12:22] das ist die einfache Erklärung.
[01:12:25] Ja und egal wie sehr ich beide belabere dass beide halt nur noch rechtsradikalen Dreck zu sehen bekommen oder mehr als In der Gesellschaft vorhanden ist weil der Algorithmus halt so ist Gibt es halt diese Netzwerkeffekte?
[01:12:40] Die Leute da halten.
[01:12:41] das halte ich für sehr gefährlich und falsch.
[01:12:44] Weil natürlich jetzt sind jetzt sowohl Politiker als auch Journalisten von diesem Diskurs geprägt.
[01:12:49] Die glauben ja, dass das die Stimmung im Land ist.
[01:12:52] Ist aber nicht die Stimmung im Land.
[01:12:55] Aber siehst du auch nicht auf Blue Sky oder Mastodon?
[01:12:58] Ne, da sind ganz wenige!
[01:13:01] Genau, also jetzt auch nicht die wahre Stimmung... Achso
[01:13:04] nein um Gottes Willen!
[01:13:05] Nein, blue sky und mastodon sieht sehr anders aus.
[01:13:08] Also das ist halt.
[01:13:09] Wenn man mal vergleicht, dann erkennt man wie viel Macht so eine Plattform hat durch die Regeln, die sie hat.
[01:13:15] Durch die Leute, die Sie anzieht und auf Twitter natürlich sehr stark einfach durch den Algorithmus der bestimmte Themen verstärkt und bestimmte abschwächt.
[01:13:23] Aber zögen wir jetzt alle um zu Blue Sky?
[01:13:26] Was garantiert uns denn das Blue Sky nicht in gleichem Tod stirbt?
[01:13:31] Ja, Blue Sky hat ja zumindest ein offenes Protokoll.
[01:13:33] aber wenn ich es mir wünschen würde, dann würden wir natürlich nicht zu Blue Sky umziehen.
[01:13:37] Wir würden dann ins Fediverl
[01:13:40] ziehen.
[01:13:40] Was garantieren?
[01:13:41] Was garantiert uns da dass nicht der nächste Billionär kommt und das kauft, dass er das nicht kaufen kann?
[01:13:48] wenn das ist nicht ein Ding.
[01:13:50] Es ist ein Netzwerk.
[01:13:52] Genau so vielleicht ihre Leute mobilisieren darum zu tollen, rumzuhassen, um zu nerven.
[01:14:00] Das Lustige ist, dass du ja Server Einfach aus dem Netzwerk ausschließen kannst.
[01:14:06] du kann sagen mein server redet nicht mit diesem server der zum beispiel tausende von bots also weiß.
[01:14:11] so das sind ja nicht deren follower die darunter rollen.
[01:14:13] wir sprechen ihr hier vom bot Armeen.
[01:14:16] Glaubst wirklich dass wer so eintracht weil dann würde ich bought sich halt auf alle anderen server auch verteilen.
[01:14:20] ich glaube nicht dass es einfach wäre und ich glaube dass dieses rennen zwischen bots und echt menschen ein echtes problem ist.
[01:14:28] man hat den begegnen dass man sich irgendwie ausweisen muss bevor man ins internet geht.
[01:14:34] Das halte ich aus anderen Gründen für absolut problematisch.
[01:14:37] Also das ist nicht die Lösung, aber... Ich glaube dass es ein technisches Wettrüsten ist zwischen Bots und Bot-Erkennungsmaschinen letzten Endes.
[01:14:48] Und ich glaube, dass wir genau wie im gesamten Sicherheitssektor, wo zwischen Hackern und Security dieses Wettrüsten sind, das begleitet uns ja seit Anfang des Internets.
[01:14:59] Und dieses Wetterrüsten zwischen Bots & Bot Erkennung wird auch begleiten.
[01:15:04] Ich glaube, so lange wie es das Internet gibt wird uns das begleitet.
[01:15:09] Das ist ein Risiko mit dem wir leben müssen.
[01:15:11] Es ist aber sehr viel schwerer einen Netzwerk zu kapern dass nicht diesen viral Algorithmus hat.
[01:15:19] Dass nicht diese generell Algorithmen hat die Signale verstärken oder abschwächen.
[01:15:26] Das sogar mit einer Armee von BOTS ist es sehr sehr viel schwieriger den gesamten Diskurs in so einem Netzwerk als sagen wir auf Twitter oder auf Instagram.
[01:15:37] Und das ist meine Hoffnung, dass es dezentral ist und nicht gekauft werden kann.
[01:15:41] Dass es viel schwerer gekapert werden kann!
[01:15:44] Es ist ein resilienteres Netz.
[01:15:47] Das ist auch bestimmt nicht das Ende unserer Wissenschaft.
[01:15:50] Es ist bestimmt nicht der Entwicklung von resilienten Netzen.
[01:15:54] Es zeigt uns aber in welche Richtung die Reise gehen könnte wenn wir einen Netz wollten.
[01:16:01] Marktplatz ist für eine demokratische Gesellschaft.
[01:16:04] Denn Twitter ist es ja ganz sicher
[01:16:06] nicht.".
[01:16:32] Plötzlich las ich in so dem Lebensatz, dass es auch kritisch zu sehen ist mit dem solchen Verbot gerade viel marginalisierte Gruppen die ja auch im Internet ihre Gemeinschaften finden.
[01:16:43] Auch junge Menschen, die zum Beispiel Trans oder Queer sind erfinden dort ihre Gemeinenschaften.
[01:16:49] und wenn man das Verbot verbieten würde für junge Menschen dann wäre das ja auch weg.
[01:16:53] Und plötzlich stand er im Lebensatz.
[01:16:55] und Menschen mit Behinderung.
[01:17:00] Also, so ein Mainstream-Newsletter-Watchblock ist tatsächlich... Ich hatte es irgendwie berührt.
[01:17:10] Ich habe zum ersten Mal das Gefühl gehabt, dass das Thema scheint auch angekommen zu sein außerhalb unserer eigenen Blase, wo das tatsächlich auch als wichtiges Argument benutzt wurde.
[01:17:21] Was traurig genug ist, weil es so viele Menschen mit Behinderung gibt?
[01:17:25] Absolut!
[01:17:26] Aber verstehst du das Gefühl?
[01:17:28] Verstehe
[01:17:28] ich das absolut ja.
[01:17:30] Und da denke ich so, dass wir da auch tatsächlich komplett diese Zielgruppe missachten und auch verlieren aus dem Blick verlieren.
[01:17:42] Weil das Internet Menschen wie mir es ermöglicht hat überhaupt erst an den Chefredaktionen vor Ball eigene Aufmerksamkeiten zu unseren Themen zu erzeugen die sonst immer von einem Chefredakteur wegdiskutiert worden wäre.
[01:18:04] Super, super wichtig!
[01:18:05] Oder mir ermöglicht das Internet grundlegende Teilhabe an der Welt?
[01:18:10] Ja genau.
[01:18:10] Ich könnte ja ohne Internet meine Arbeit gar nicht machen weil ich physisch gar nicht an so vielen Orten sein könnte.
[01:18:18] Das heißt als vielleicht kannst du ein bisschen weiter auswählen als jemand mit chronischer Erkrankung hat das Internet quasi auch Informationen über deine chronische Erkrankung wahrscheinlich verschafft.
[01:18:31] Also das ist das Mindeste, natürlich ich lese wie jeder Mensch mit einer untererforschten Erkrankung nicht seltene Erkränkungen aber unter erforscht muss ich ja natürlich selber wissenschaftliche Artikel lesen.
[01:18:45] Muss ich mich informieren?
[01:18:46] Wie komme ich da dran?
[01:18:47] Natürlich über das Internet!
[01:18:48] Aber das ist ja das geringste.
[01:18:50] dann kommt hinzu Ich fahre jetzt zu mir Mit Leuten mit ähnlichen Erfahrungen und ich schaue YouTube Videos von Leuten überhaupt.
[01:18:56] Über ein YouTube-Video hab ich das erste Mal von MEcFS gehört.
[01:19:01] Als mein Arzt es zum ersten Mal gesagt hat, konnte ich schon was damit anfangen.
[01:19:07] und dann kommt aber hinzu meine ganz praktische Arbeit!
[01:19:10] Ich habe gleich einen Auftritt um eins an einer Informatikhochschule in eine andere Stadt Und ich mache das so über das Internet weil ich nicht reisen kann Und ich könnte diese Arbeit nicht machen und ich könnte nicht bezahlt werden.
[01:19:33] Also mein Büro von Aula, das Büro ist in Berlin.
[01:19:38] Gelbe ist das Internet nicht hätte ich kein Einkommen.
[01:19:46] Weil ich könnte ja auch nicht physisch in einem Büro arbeiten.
[01:19:49] Das packt meinen Körper einfach nicht.
[01:19:51] Ich muss mich durch auf das Sofa legen.
[01:19:55] Und uns zu sagen macht doch das Internet aus oder du musst das Internet Ausmachen ist ungefähr so wie einem Antwerker zu sagen, du darfst die Werkzeuge nicht benutzen.
[01:20:05] Ja oder für mich ist es tatsächlich wie... Du kommst jetzt ins Gefängnis?
[01:20:10] Weil es mein Anschluss zur Welt ist!
[01:20:13] Weil ich so oft das Haus einfach nicht verlassen kann dass das Internet mein Anschluß zur Welt isst.
[01:20:18] und es gibt also gerade von MEcfs sind so viele Kinder-und Jugendliche betroffen Dass man sich mal überlegen muss wenn wir jetzt ersatzlos Social Media verbieten was das mit deren Leben macht.
[01:20:33] Wie gehst du mit deinem Energiehaushalt um Stichwort Löffel?
[01:20:37] Scheiße.
[01:20:39] Ich bin nicht gut darin,
[01:20:43] also
[01:20:44] ich war besser darin und dann ist auch meine Krankheit etwas leichter geworden weil das es bei ihm eh so je weniger Du dich überlastest desto weniger Schübe hast Du.
[01:20:53] Und dann habe ich mich gesünder gefühlt als auch schon und dann hab ich gedacht geil jetzt bin ich gesündert Meine Krankheit ist besser geworden da kann ich ja mehr machen.
[01:21:01] Ja und jetzt ist wieder sehr viel schlimmer.
[01:21:05] Gibt es auch Schöbe in die andere Richtung?
[01:21:10] Ich habe auch Energiephasen und das ist super gefährlich, weil bei ME bemerkst du Überlastung nicht sofort.
[01:21:19] Also das heißt selbst wenn ich einen Tag spazieren gehe muss sich am Abend gar nicht erschöpft sein.
[01:21:26] aber am Tag danach breche ich plötzlich abends zusammen und kann kein Muskeln mehr bewegen.
[01:21:31] Und man sieht den Zusammenhang
[01:21:32] nicht?
[01:21:32] Man sieht den zusammenhang nicht, weil es diese zeitliche Verzögerung von vierundzwanzig bis achtundvierzig Stunden gibt.
[01:21:38] Das heißt für das Tagebuch?
[01:21:40] Ich führe extrem viel Tagebuch!
[01:21:42] Ich habe immer ein kleines Notizbuch bei mir und schreibe alles auf was ich tue und ich führe meinen Energiescore und das ist was mir hilft Pacing zu machen.
[01:21:50] Weil dann kann ich erst die Zusammenhänge sehen, die mein Gehirn so gar nicht erfasst.
[01:21:56] Ich hab ein YouTube-Video gesehen von dir, wo du über diese Erkrankung aufklärst.
[01:22:03] Für so einen Verein irgendwas ...
[01:22:05] Fatigazioev?
[01:22:06] Fatigazzioev,
[01:22:07] genau!
[01:22:09] Und da habe ich wirklich krass getroffen wie viele Menschen das betrifft und dass das quasi jetzt auch kein Neuzeitphelomen sein kann, sondern dass es diese Menschen schon lange Zeit gibt Und erst durch Corona und Co.
[01:22:29] vielleicht ist ein bisschen Ansichtbarkeit gewinnt, aber es schon wirklich erschreckend ist wie wenig die Allgemeinheit, die Öffentlichkeit dazu weiß und vor allem wie wenig dazu geforscht wird?
[01:22:40] Genau also kurzer Infoslot MECFS ist seit den Sechzigern anerkannt.
[01:22:45] Es ist eine neuronale Krankheit, eine Krankheit des Stoffwechsels und Immunsystemes Ist also nicht psychosomatisch.
[01:22:53] Man kann das inzwischen sogar.
[01:22:57] Es gab Blutübertragungen zwischen Ratten.
[01:23:01] Das heißt, es ist nicht psychosomatisch und es ist eine Krankheit die häufig ist.
[01:23:07] also schon vor der Pandemie waren das in Deutschland über zweihunderttausend ich glaube dreihundert tausend Menschen und seit der Pandemie sind wir bei deutlich über einer Million.
[01:23:18] über einen halben Millionen Also sechshundert Tausend war so die letzte Schätzung darunter wirklich viele Kinder- und Jugendliche.
[01:23:26] Und es ist aber so, dass es weiterhin keine Therapie gibt.
[01:23:30] Dass der genaue Pathomechanismus nicht erforscht ist.
[01:23:32] Das Biomarker nicht erforsch sind.
[01:23:34] also was kann der Arzt testen um eine Diagnose zu kriegen?
[01:23:37] Ist nicht erforcht.
[01:23:38] und warum ist es so wenig erforschen?
[01:23:40] Die
[01:23:41] landläufige Theorie Es is ne Krankheit die überdurchschnittlich junge Frauen betrifft.
[01:23:53] Und jeder der mal eine junge Frau war Weiß aus Erfahrung, wenn wir zu einem Arzt kommen dann ist sowieso meistens alles erst mal Stress oder Hormone.
[01:24:03] Ohne sie sich mal ausgehen Sie mal raus machen Sie mal Sport?
[01:24:06] Genau!
[01:24:07] Machen Sie mal sport.
[01:24:08] hier haben sie die Pille die hilft sowieso gegen alles.
[01:24:14] und dieses nicht ernst genommen werden ist etwas das glaube ich viele viele Frauen teilen diese medizinische Gaslighting.
[01:24:23] Darum ist ME so schwer zu diagnostizieren.
[01:24:26] Es ist auch wahnsinnig schwer, einen Arzt zu bekommen.
[01:24:28] Hier in Münster gab es drei Ärzte.
[01:24:30] Einer davon ist in Rente gegangen und die anderen beiden sind völlig überlaufen.
[01:24:34] Weil das viel wie immer.
[01:24:35] Das ist keine seltene Erkrankung!
[01:24:38] Es gibt weit mehr ME-Patienten als AIDS-Patiente, als MS-Patientes oder als Diabetes Typ eins Patienten.
[01:24:48] Aber von denen gibt's mehr Männer?
[01:24:51] Ja ... ja... Und es gibt genau ein MECFS-Zentrum in Deutschland.
[01:25:00] Das ist an der Charité für Erwachsenen und eins für Kinder, das ist im München.
[01:25:03] Und das war's!
[01:25:05] Für all die hunderttausenden Betroffenen, die sich keinen Rat wissen...
[01:25:10] Es ist ein deutsches Phänomen oder ein weltweites Phänomene?
[01:25:12] Weltweit.
[01:25:13] Es ist eine weltweite Phänomie, dass es einfach eine Unterervorstellkrankheit ist.
[01:25:19] Es gab bis zum Jahr zwanzig in Deutschland Null Euro Forschungsgeldern.
[01:25:29] Karl Lauterbach hat eine Menge versprochen, dass sie da viel investieren und forschen werden.
[01:25:35] Macht sich da irgendwas am Horizont bemerkbar oder war das einfach nur
[01:25:39] gesagt?
[01:25:39] Bisschen Forschung wobei das eingetreten ist was ich so ein bisschen befürchtet habe weil das ja alles unter.
[01:25:45] du hast jetzt schon mehrfach die Pandemie erwähnt.
[01:25:49] Wurde Longcovid- und MEcfs so'n bisschen zusammengepackt.
[01:25:56] Long Covid war das deutlich interessantere Thema.
[01:25:58] Das heißt, Long Covid wurde viel erforscht und ich zum Beispiel ... Ich hatte gar kein Covid!
[01:26:06] Ich hab mein ME nach einer Epstein-Bavirusinfektion Und ich habe also keinen Long Covid.
[01:26:14] Ich hab ME CFS aber das wird so immer zusammengepackt und ich sehe schon dass da Forschung anläuft.
[01:26:22] Aber es ist immer noch eine wahnsinnige Katastrophe dass zum Beispiel Ärzte einfach überhaupt nicht wissen, was das ist.
[01:26:29] Also die Anzahl von Ärzten, die mich fragen, was im ECFS ist... ...ist markerschütternd!
[01:26:39] Wo würdest du jetzt ansetzen wenn du Königin wärst?
[01:26:42] Ach also klar...
[01:26:44] Ich frag, sag wir musst Königen weil dann kannst du alles erstmal selber regeln.
[01:26:48] Ja ja ja erst mal.
[01:26:50] was jetzt die Krankheit betrifft natürlich Forschung nach einer Therapie Aber auch Forschung nach Pathomechanismen, das hängt ja zusammen.
[01:26:58] Aber auch ganz viel Aufklärung unter medizinischem Personal in erster Linie aber in zweiter Linie der Allgemeinheit.
[01:27:06] Das ist ja das was ich mache, ohne Königin zu sein.
[01:27:09] Ich mache YouTube-Videos und spreche öffentlich über meine Erkrankungen obwohl ich eigentlich zu anderen Themen sprechen möchte.
[01:27:18] dass der Teil ist, den ich in der Welt sehen will.
[01:27:20] Ich möchte das Angehörige verstehen mit dieser Person könnte das sein oder das Leute
[01:27:25] selber.".
[01:27:26] Ich hab jetzt einen Podcast gehabt mit einer.
[01:27:28] die macht schon ganz lange ein Podcast zu ME-CFS und sie meint, Sie hat ihre Diagnose durch etwas, was ich gesagt habe.
[01:27:37] Das hat mich so geflasht!
[01:27:40] Und so gerührt... Darum mache ich diese Aufklärung weil es wichtig findet dass Leute zum Beispiel nicht wahnsinnig sterren, wenn ich mit einem Elektrorollstuhl irgendwo hinkomme und dann stehe ich auf und gehe hier auf Klo.
[01:27:56] Weil Leute die in einem Rollstuhlsitzen ja auf jeden Fall irgendwie keine funktionierenden Beine haben können.
[01:28:05] Ja das kann ich natürlich total bestätigen.
[01:28:08] Ich kann zwar nicht auch stehen aber ich kenne natürlich viele Menschen das können und da gibt es immer diese komischen Einwunderblicke.
[01:28:16] Ein
[01:28:16] Wunder genau!
[01:28:19] Ich find das ja interessant, ne?
[01:28:21] Weil er hat in all diesen Podcast Aufzeichnungen mit Angelina Burger.
[01:28:27] Die man auch so schimmig erkennt oder dem Händel Kirmes im Kopf.
[01:28:31] Und da geht's um Adelaus auch ganz viel und wir haben es darüber geeignet dass diese... Es gibt sehr viele Artikel aktuell im Spiegel auf Zeit online viel überadler ist und dass ich als jemand mit einer seltenen Behinderung tatsächlich so ein bisschen... Ich würde es jetzt nicht unbedingt neidnen, aber dann denke ich so.
[01:28:58] Es gibt auch eine Modeerscheinungen im Journalismus über bestimmte Diagnosen mehr zu bewichten als über andere.
[01:29:07] Ich sage jetzt nicht Modeerschaltung der Diagnose sondern wirklich was worüber wird berichtet und worüber nicht.
[01:29:13] Und ADHS scheint gerade so ein Ding zu sein, dass alle haben wie man die alle sprechen weil wir das jeden Tag auf der Startseite von zehnt.de oder Spiegel.de lesen.
[01:29:28] aber über MLCFS dann muss ich schon lange graben.
[01:29:32] Als ADHS-Person kommt mir das natürlich total gelegen.
[01:29:42] Ich sage immer, ADHS ist halt meine privilegierte Diagnose.
[01:29:47] Weil wenn ich zu einem Arzt gehe, können Leute damit was anfangen?
[01:29:49] Wenn ich das Leuten erzähle, können sie damit etwas anfangen und ... Tatsächlich hat ADHS bei mir auch in meinem Leben dadurch, dass ich bis ich so schwer an ... Also ich bin nicht schwer an der Mehl erkrankt.
[01:30:01] Ich hab eine leichte Form aber es ist trotzdem ne sehr schwere Krankheit.
[01:30:06] Aber bis ichso schwer erkrankte konnte ich mein ADHS Supermanagement einfach durch Strategien die ich gebaut habe, bevor ich wusste dass ich diese Diagnose habe.
[01:30:17] Aber es ist tatsächlich ein wahnsinniger Unterschied.
[01:30:19] also wenn ich meinen ADHS-Hut aufziehe denke ich ja bin anders aber das ist ein bisschen wie Linkshänder sein.
[01:30:25] So Leute haben... Ja und es ist auch irgendwie so, dass man nicht ja auch dafür geschätzt hat ne?
[01:30:29] Also dass du so viel weißt, dass du zu viel unterwegs bist, dass Du so schnell schaltest oder so rhetorisch brillend bist
[01:30:37] Ja, also ich mein... Ich weiß nicht ob Operatorik was damit zu tun hat.
[01:30:41] Dass sich so viel Weiß hängt definitiv damit zusammen, dass ich in diese Kaninchenbau-Situationen gerade und immer tiefer gehe.
[01:30:49] aber ja es ist etwas das mir definitiv bei einigen Sachen sehr hilft wie zum Beispiel bei kurzen Sprints konzentrierter Arbeit oder wenn ich was besonders spannend finde Und das mir in anderen Bereichen schadet und es ist tatsächlich einfach bisschen wie.
[01:31:06] Es ist halt anders Aber es ist nicht in dem, also ich empfinde es relativ selten als stark behindern.
[01:31:14] Solche Momente gibt's auch?
[01:31:15] Ich führe das Notizbuch um zu wissen was ich in dieser Woche überhaupt gemacht habe.
[01:31:20] aber ME ist einfach eine ganz andere Nummer und ich glaube der größte Unterschied ist wie sehr andere Menschen das verstehen und auf meine Bedürfnisse eingehen können.
[01:31:32] Das ist für mich der größtes Game Changer.
[01:31:37] oder wir also wie sehr oder gar nicht?
[01:31:41] Ja, das meine ich.
[01:31:43] Genau.
[01:31:43] Weil es ist halt oft einfach gar nicht.
[01:31:49] Jetzt kommt ja auf so langsam zum Halten weil wir auch gerade gesagt hast, dass du einen Vortrag an einer Uni hältst.
[01:32:00] Was sind so Momente?
[01:32:04] Wir haben sehr viel gesprochen und können noch super viele Fragen über chronische Erkrankungen, über Demokratiebildung usw.. Und über junge Menschen, vor allem hätte ich auch noch viele Fragen gehabt.
[01:32:21] Aber vielleicht so um alles zu langen zu führen... In dieser dystopischen Zeit in der wir uns gerade fühlen die glaube ich auch leichter zu fühlen ist als die Hoffnungseite.
[01:32:39] Was tust du gegen diese Blittergie?
[01:32:43] Die sich nach und nach einschleißt durch die Hoffnungslosigkeit?
[01:32:47] Und was macht ihr vielleicht zur Über Hoffnung?
[01:32:49] Das Witzige ist, wenn ich Menschen frage wie geht es dir.
[01:32:53] Dann sagen sie oh die Weltlage und das ist alles gerade so schwer.
[01:32:57] und dann frage ich aber wie geht's dir persönlich?
[01:32:58] und dann sagen Sie ganz oft auch persönlich gehts eigentlich.
[01:33:05] Ja daran liegt der Schlüssel.
[01:33:07] Ich glaube wir kriegen einfach zu viel mit.
[01:33:10] Wir kriegen mehr mit, als gesund für uns ist.
[01:33:13] Wir sind besser informiert als jeder König in der Vergangenheit und das was wir mitkriegen ist systematisch uns negative verzehrt weil Negatives sind Überschriften.
[01:33:23] Positives sind keine Überschaften.
[01:33:24] Das müssen wir immer im Kopf haben!
[01:33:25] Wir nehmen die Welt systematis als negativer wahr Als sie eigentlich ist Weil es gibt sehr viele sehr gute Nachrichten Und die kriegen wir nicht mit.
[01:33:35] Deshalb ich zum Beispiel meinen Journalismus Konsum verändert habe.
[01:33:39] Ich mache selber einen Podcast mit konstruktivem Journalismus, der heißt Wind und Wurzeln.
[01:33:46] Und ich lese dann Dinge wie die Perspektive Daily und andere Zeitungen mit konstraktiverm Journalismus.
[01:33:55] Der unterscheidet sich dadurch, dass er nicht einfach nur Probleme aufzeigt sondern sich direkt mit den Lösungen beschäftigt oder gute Ansätze beleuchtet positive Entwicklungen bringt.
[01:34:06] also das heißt die gehen immer einen Schritt weiter und sagen, okay was kannst du denn tun oder was wird getan?
[01:34:13] Oder welche Lösungen gibt es.
[01:34:15] Das zweite ist dass ich versuche mich im Nahgebiet zu halten wenn ich merke das ich das brauche.
[01:34:22] Das heißt ich stricke oder ich sticke, oder ich mache irgendwas schöner als vorher war.
[01:34:29] Ich gehe spazieren, ich beobachte die Leute in der Stadt Dinge Die mich daran erinnern wofür ich das eigentlich mache.
[01:34:37] denn wenn alles blieb ist, wenn alles gefährlich ist dann.
[01:34:40] Ist es so schwierig die energie aufzubringen um zu kämpfen und deswegen ist es wichtig für uns schönheit um uns herumzupflegen und freunde Und liebe menschen Weil sie uns mit ihnen unbeschwert zu sein weil diese Unbeschwertheit uns daran erinnert Wofür wir das tun.
[01:35:00] gibt es auch sowas wie konstruktiven aktivismus für dich?
[01:35:04] Ich glaube, dass jeder Aktivismus konstruktiv ist.
[01:35:08] Wobei?
[01:35:08] nein!
[01:35:09] Nein es gibt definitiv Aktivismus der einfach nur sagt die seit scheiße.
[01:35:14] Aber... Der Aktivist muss da etwas verbessert und ich habe mich neulich mit jemandem in die Haare gekriegt, der gesagt hat ja so eine Fahrradreparaturwerkstatt in der Nachbarschaft eröffnen ist ja schön und gut weil sie versucht ja so zu suggerieren das die Gesellschaft zu wird.
[01:35:30] aber das wird sie ja nicht und sie wird auch nicht stärker sowas ein Fahrradwerk stattgibt.
[01:35:34] Ich sag' nein, es ist gar nicht die Pflicht der Fahrradwerkstatt ... ähm...die Gesellschaft zu verändern.
[01:35:40] Es is' die Pficht der Fahradwerkstatte Fahrräder zur Reparieren!
[01:35:42] Und jetzt kann ich da hinkommen und mein Fahrrad wird kostenlos repariert und ich kann dabei in Kaffee trinken und was kochen für die Leute.
[01:35:49] Und das IST IN SICH GUT!
[01:35:51] Es muss NICHT den Anspruch haben, dass es die Welt verändert.
[01:35:55] Konstruktiver Aktivismus ist der Aktivismus, der nicht nur fordert sondern hingeht und ein Teil der Welt so macht wie man sich wünscht, dass sie in Zukunft ist.
[01:36:06] Nicht mit dem Anspruch, das sie dadurch auch so wird sondern mit dem Anspruch, dass man diesen Ort aber schon mal verändert hat und dieser Ort ist jetzt besser!
[01:36:15] Genau ich habe für mich das so verstanden mit dem Konstruktiven Activismus.
[01:36:19] Das Activismus nicht bedeuten muss wie Kriter Thunberg die erste zu sein eine Bewegung anzettelt oder die größte Bewegung überhaupt zu starten.
[01:36:32] Also ein Aktivismus kann auch bedeuten, Aktivistinnen bei ihrer Arbeit zu helfen in der Suppe zu kochen.
[01:36:38] Ein Wett zur Verfügung zu stellen alles was die Welt ein bisschen besser macht im Vergleich zum vorher.
[01:36:45] Total und ich glaube ganz viele Aktionen ganz viele lokale Geschäfte ganz viele Leute die Aktivismus machen Medienformate die es gibt Leben von Spenden, also zum Beispiel mein Podcast lebt auch.
[01:36:59] Von Spenden.
[01:36:59] das Aulerprojekt lebt von Spende.
[01:37:01] Das heißt wenn ich sage, ihr habt eigentlich überhaupt keine Zeit für Aktivismus.
[01:37:04] Ob ich habe ein paar Euro im Monat übrig?
[01:37:06] Dann ist es auch etwas wo ich aktiv sein kann und anderen Leuten die Arbeit ermöglichen kann oder wie du sagst indem ich sie versorge, indem ich Infrastruktur Schlafplatz irgendwas schaffe in dem ich einfach nur ein offenes Ohr für Sie habe.
[01:37:19] Auch mit Aktivistinnen einfach nur befreundet zu sein ihnen zuzuhören unterstützend zu sein, ist auch eine Fortsetzung dieses Aktivismus.
[01:37:29] Weil ich meine Befähige und wir alle können dazu beitragen egal wie unsere Ressourcenlage ist.
[01:37:35] Wir haben irgendwas!
[01:37:37] Wir alle haben irgendwelche Stärken mit denen wir helfen können Und ich glaube niemand muss sich benachteiligt fühlen darin.
[01:37:45] euch kann leider nicht helfen.
[01:37:47] Sondern ich glaube auf irgendeine Weise Kann man helfen?
[01:37:50] Man kann nur nicht überall und global helfen.
[01:37:53] Und diesen Anspruch loszulassen ist das, was am meisten hilft.
[01:37:59] Gibt es jetzt unabhängig von unserer beider Engagements- und aktivistischen Tätigkeiten eine Organisation oder Person oder Literatur oder Filmtipp die du den Hörerinnen und Hörern empfehlen würdest, die man sich doch mal anschaut?
[01:38:15] Also ich würde sagen, die deutsche Gesellschaft für MEcfs hat ganz viele Infos über MEcFS aufbereitet.
[01:38:24] Die lohnt sich total weil ihr alle kennt jemanden der jemanden kennt, der das hat.
[01:38:30] Weil so verbreitet ist es leider.
[01:38:33] Dann lese ich sehr gerne die Bücher von Maren Urner, auf die ich verweisen kann raus aus der Dauerkrise und radikal emotional ja?
[01:38:45] Die auch
[01:38:47] die Plattform Perspektive Daily gegründet hat zum Thema Neurologischer Umgang mit so einer Dauerkrise.
[01:38:54] Und das sind auch beides sehr optimistisch machende Bücher.
[01:39:00] Ich weiß nicht, so spontan?
[01:39:02] Nein!
[01:39:02] Aber ihr habt in eurem Umfeld eine klube Person und hört ihr zu und gibt dir eine Bühne.
[01:39:09] Das fühlte ich.
[01:39:09] zur vorletzten Frage.
[01:39:14] Hast du Hoffnung... Ich kann mich daran erinnern, den der Uni an mir beigebracht bekommen.
[01:39:20] Als der erste Kinofilm gezeigt wurde auf einer Leinwand in Schwarzwalds wie ein Zug auf das Publikum zufährt sind die Menschen aus dem Kinosaal geremmt weil sie dachten, der Zug überfährt sich gleich.
[01:39:35] oder es gab eine Zeit da dachte man man kann nicht schneller einen menschlichen Körper bewegen als zwanzig Stundenkilometer.
[01:39:45] und Wir haben das dann irgendwie aber gesellschaftlich gelernt, dass der Kinofilm uns nicht umbringt.
[01:39:50] Scheigeschwindigkeit auch nicht... Dass wir kulturell, gesellschaftliche etwas also in der Lage sein werden zu lernen wie wir mit diesen negativen Nachrichten, negative Meldungen dem Internet wo jeder plötzlich eine Meinung hat und jeder was sagt genauso laut wie alle anderen umgehen können lernen.
[01:40:14] Ich glaube ja.
[01:40:15] Ich meine, ich erinnere mich noch als Erstmalsaufgaben.
[01:40:18] auch jetzt wo KI-Bilder und Dings sind kann man ja das manipulieren und dass wird politische Debatte völlig unmöglich machen.
[01:40:25] und ich da habe immer gesagt nein!
[01:40:27] Das ist eigentlich nur die Fortsetzung von etwas, was wir über das gesamte bestehende Gesellschaft hatten, das nannte sich Lügen und wir hatten das schon und wir haben damit geteilt.
[01:40:39] Wir hatten ein kurzes Zeitfenster wo Fotos Beweismaterial plötzlich waren Und das Zeitfenster ist jetzt vorbei und jetzt sind wir wieder dabei, dass Leute halt lügen können.
[01:40:49] Aber es ist nichts Neues Bahnbrechendes!
[01:40:54] Wir entwickeln Kulturtechniken die reagieren auf die Technologien, die wir haben.
[01:40:59] Wir haben die Kulturtechnik des Lesens erfunden einfach nur um das aus einer neurologischen Perspektive zu sagen Das lesen ist so krass abstrakt und davon entfernt was unser Gehirn eigentlich können sollte.
[01:41:14] Aber wir hatten die Technologie der Schrift, also haben wir damit gedeelt und unser Gehirn hat sich angepasst.
[01:41:20] Es ist eine mega krasse umständliche Krücke so ein bisschen zu übertragen oder?
[01:41:27] Also wenn ich was lese muss ich jetzt erstmal in super viele Level übersetzen und wieder zurückgeversetzen ja und dann dass das gleiche ankommt wie es gemeint war ist auch nicht garantiert.
[01:41:38] Es ist total krass, dass wir das jeden Tag machen ohne darüber nachzudenken.
[01:41:42] Dass wir es unseren kleinen Kindern beibringen.
[01:41:44] Also Grundschullehrkräfte vollführen eigentlich Wunder!
[01:41:47] Denn wir sind nicht fürs Lesen ausgelegt... Aber wir tun's und ich glaube, wie werden uns anpassen?
[01:41:55] Das Problem ist natürlich immer wenn eine Technologie sehr viel schneller geht als unsere Anpassungsfähigkeit führt sie manchmal zu Katastrophen
[01:42:03] Und das wird ja alles immer schneller.
[01:42:04] also seit ich lebe Keine Ahnung, Farbfernseher den habe ich miterlebt.
[01:42:08] die Einführung.
[01:42:09] Ja
[01:42:10] und ab.
[01:42:11] dann ging es nur noch exponentiell weiter.
[01:42:14] Aber auch das wird irgendwann ein Stopp kriegen.
[01:42:17] wir hatten schon mehrere Globalisierungen Und mehrfach sind sie schon zusammengebrochen weil sie zu groß wurden für dass was die Menschen derzeit verwalten konnten.
[01:42:26] Wir hatten das Bronzezeitalter das zusammen gebrochen ist extreme Globalisierung Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, die durch die Weltkriege wieder zusammen gebrochen ist.
[01:42:37] Wir haben diesen Stand erst wieder im Jahr zehnt und dreizehn erreicht von globaler Vernetzung.
[01:42:41] Und jetzt sind wir wieder so extrem globalisiert und jetzt sehen wir aber schon einen Aufkommen von Politik, die den eigenen Staat in den Mittelpunkt drücken will, die sich ein bisschen isolationistisch verhalten will.
[01:42:55] also ich glaube Wir haben ja auch ganz viele selbst regulierende Systeme, wir können nicht einfach sagen oh ich sehe eine Entwicklung und die wird sich jetzt linear bis in alle Zukunft fortsetzt.
[01:43:05] Sondern Systeme regulieren sich auch und ich will nicht behaupten dass sie das von alleine machen oder immer nur zum besseren.
[01:43:11] aber Ich will behauptet dass wir daran einen Anteil haben können.
[01:43:15] und wenn etwas immer schlechter wird ist nicht automatisch für immer immer schlechter wird.
[01:43:21] Und wir haben die Technologien besser zu handeln, zur Hand haben als je zuvor.
[01:43:27] Absolut!
[01:43:28] Wir haben ja auch viel mehr Macht als je vor.
[01:43:30] jeder Einzelne von uns und das dürfen wir nicht vergessen... Ja die Milliardäre haben mehr Macht aber wir haben auch mehr Macht.
[01:43:42] also lasst uns sie nutzen und zwar Luca miteinander arbeitsteilig ja?
[01:43:47] Wir sind viele.
[01:43:48] das ist der Vorteil.
[01:43:49] wir sind so viele wir können uns aufeinander verlassen.
[01:43:53] Das ist ein so schönes Schlusswort.
[01:43:56] Wie gesagt, ich hätte noch viele weitere Fragen gehabt aber belasten Sie es doch dabei!
[01:44:00] Wir können so viel miteinander machen.
[01:44:04] Ich würde mich sehr freuen wenn wir ein anderes Mal weitermachen.
[01:44:07] Vielleicht wäre mir auch immer privat
[01:44:11] um
[01:44:12] weitere Fragen zu erörtern.
[01:44:14] Vielen Dank für deine Zeit, schön dass du da warst.
[01:44:16] Sehr
[01:44:16] gerne, danke dir Lieber Raul.
[01:44:21] Danke fürs Mitfahren.
[01:44:23] Wenn ihr mögt und euch diese Folge Spaß gemacht hat, bewertet diese Folge bei Apple Podcast, Spotify oder wo auch immer ihr zuhört.
[01:44:32] Alle Links zur Folge sowie die Menschen, die mich bei diesem Podcast unterstützen findet ihr in den Show notes.
[01:44:39] Schaut da gerne mal rein!
[01:44:42] Wenn ihr meine Arbeit unterstützen möchtet würde ich mich freuen euch bei Steady zu begrüßen.
[01:44:47] Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr exklusive Updates von mir und die Gelegenheit mich zweimal im Jahr persönlich zu treffen.
[01:44:57] Im Aufzug ist eine Produktion von Schön Dein Media.
[01:45:01] Ich freue mich auf das nächste Mal hier im Aufzug!
[01:45:12] Diese Folge wurde präsentiert von Schindler.
[01:45:15] Am Anfang der Folge haben wir uns gefragt, welcher berühmtes Song von einem Aufzug handelt?
[01:45:19] Die Antwort Love in an Elevator von Aerosmith Eine Rock-Kymne über die Liebe im Fahrstuhl Und wer es etwas härter mag, sollte mal Elevator-Operator von Electric Callbuy hören.
[01:45:34] Willst du auch mehr über Aufzüge erfahren?
[01:45:37] Dann steig bei uns ein.
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Dieser Podcast ist eine Produktion von Schønlein Media.
Produktion: Fabian Gieske, Judith Stiegler-Trost
Schnitt und Post-Produktion: Hanne Pasdzior
Coverart: Amadeus Fronk
